Bausoldaten waren in der DDR Kriegsdienstverweigerer, denen
aber von der Regierung nicht ein Zivildienst, sondern ein waffenloser
Dienst innerhalb der Armee zugewiesen wurde. In der üblichen
Uniform, dekoriert mit einem goldenen Spaten auf den Schulterstücken,
erfuhren sie eine waffenlose militärische Ausbildung. Sie
wurden im Politunterricht den kommunistischen Feindbildern ausgesetzt
und zu Bauaufgaben des militärischen und später auch
des zivilen Sektors befehligt. Das Gelöbnis auf einen „unbedingten
Gehorsam“ sowie die Regimetreue sollte als metaphysische
Daumenschraube wirken.
Ein in der gesamten Zeit niemals zu unterdrückendes Aufbegehren
der Bausoldaten gegen jeden militärischen Arbeitseinsatz
wurde durch viele Eingaben und Verweigerungen ausgedrückt.
Die Forderung nach einem echten Zivildienst wiederholte sich
bis zur politischen Wende 1989 / 1990.
Ihr Leben zwischen Zivilcourage und Kompromiss darzustellen,
soll Aufgabe dieses Kongresses sein. Welche ihrer Visionen können
an die heutige Jugend weitergegeben werden?
Wolfgang Stadthaus