22. Mai 2013, 18.00 Uhr
Das bessere Deutschland? Juden in der DDR. Gespräch mit Salomea Genin sowie der Historikerin Dr. Ulrike Offenberg, die zur Geschichte der jüdischen Gemeinden in der DDR geforscht hat.
Veranstalter: Robert-Havemann-Gesellschaft e. V., unterstützt durch den Berliner Landesbeauftragten für Stasi-Unterlagen
Ort: Berliner Stadtbibliothek, Kleiner Säulensaal, Breite Str. 36, 10178 Berlin-Mitte
Regina Scheer, Jahrgang 1950, studierte an der Humboldt-Universität Kultur- und Theaterwissenschaft. Zahlreiche journalistische , essayistische und literarische Publikationen zu deutsch-jüdischer Geschichte. U.a schrieb sie "Ahawah- das vergessene Haus", eine Spurensuche in der Berliner Augusstraße, "Im Schatten der Sterne"- eine Geschichte der jüdischen Widerstandsgruppen um Herbert Baum und die Geschichte der Familie Liebermann in den letzten 200 Jahren "Wir sind die Liebermanns". Mitarbeit an Ausstellungen, Filmen und Anthologien zum Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in der DDR.
Salomea Genin, als Kind polnisch-russischer Juden im Mai 1939 mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten nach Australien geflüchtet, kam als glühende Jungkommunistin 1954 nach Berlin zurück, um in der DDR ein besseres, antifaschistisches Deutschland mit aufzubauen. Sie lebte zunächst in West-Berlin, bevor man sie 1963 endlich in die DDR hinein ließ. Sie wurde Mitglied der SED und trat 1971 der Jüdischen Gemeinde bei. Den Mut, aus der SED auszutreten, fand sie nach einem langen Erkenntnisprozess im Mai 1989.
Ulrike Offenberg, arbeitete nach dem Abitur als Erzieherin in einer Tagesstätte für geistig schwerstbehinderte Kinder. Danach studierte sie Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und war von 1990 bis 1992 wissenschaftliche Mitarbeiterin für Archiv und Dokumentation der Israelitischen Synagogen-Gemeinde (Adass Jisroel) zu Berlin. Nach einem Studium der Politikwissenschaft und Judaistik an der Freien Universität Berlin hat sie dort promoviert. 1998 veröffentlichte sie das Buch "Seid vorsichtig gegen die Machthaber" Die jüdischen Gemeinden in der SBZ und der DDR 1945 bis 1990.
Vortrag: Regina Scheer, Publizistin
Podium: Salomea Genin, Publizistin
Dr. Ulrike Offenberg, Historikerin
Moderation: Dr. Bernd Florath, Mitarbeiter beim BStU
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
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