ROBERT HAVEMANN (11.3.1910 – 9.4.1982)

Der Physikochemiker Robert Havemann schloß sich 1933 dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus an. Als Mitbegründer der Gruppe „Europäische Union“ wurde er 1943 zum Tode verurteilt. Befreundete Wissenschaftler erreichten wiederholt den Aufschub der Hinrichtung, bis die Rote Armee im April 1945 das Zuchthaus befreite. In den Nachkriegsjahren engagierte sich Robert Havemann vorbehaltlos für den Aufbau der DDR als kommunistische Alternative. Die Enthüllungen über stalinistische Verbrechen im Jahre 1956 erschütterten ihn tief und bewirkten seinen Wandel. Seit den 60er Jahren gehörte er zu den bekanntesten Kritikern des SED-Regimes. Er stritt für Freiheit, Menschenrechte und eine legale Opposition im Sozialismus und thematisierte die deutsche Teilung. Nach seiner Aufsehen erregenden Vorlesungsreihe an der Berliner Humboldt-Universität 1963-64 erhielt er Berufsverbot. Bis zu seinem Lebensende war er ständiger Überwachung und Verfolgung ausgesetzt. Mit seiner mutigen Haltung, seinem Freiheitsbegriff und seiner politischen Lebenserfahrung wurde er zu einer Symbolfigur der DDR-Opposition.

Mehr zur Biographie Robert Havemanns

Wanderausstellung, ein Projekt der RHG

Themen-Dossier: Angriff auf Robert Havemann

Ehrung für Robert Havemann

Im Jahr 2005 zeichnete die israelische Gedenkstätte Yad Vashem Robert Havemann und andere Mitglieder der Gruppe "Europäische Union" mit dem Ehrentitel "Gerechte unter den Völkern" aus.

Urkunde der Gedenkstätte Yad Vashem

Gefördert mit Mitteln der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Material

Bildergalerie

Publikationen über Robert Havemann

Harold Hurwitz: Die Anfänge

Robert Havemann. Eine persönlich-politische Biographie Teil I: Die Anfänge. Harold Hurwitz; ISBN 978-3-9812-7056-3; 16,90 €; Entenfuß Verlag Berlin