Rudolf Molt (1952 - 2026)

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Rudi Molt gehörte in den 1970er Jahren zu den zentralen oppositionellen Akteuren in Ost-Berlin. Bekannt wurde er insbesondere als Verfasser einer Protestpetition gegen die Berichterstattung des Neuen Deutschland nach der Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz. Die Konsequenzen waren hart: Molt wurde verhaftet, verurteilt und inhaftiert. Sein Handeln verdeutlicht die persönlichen Konsequenzen, die viele Oppositionelle in der DDR für ihr öffentliches Eintreten gegen staatliche Propaganda in Kauf nehmen mussten.

Auch nach dem Mauerfall 1989 blieb Rudi Molt engagiert. Er war Mitbegründer der ASTAK im Jahr 1990 und prägte deren Arbeit über viele Jahre hinweg, unter anderem als Vorstandsvorsitzender. In dieser Zeit wirkte er maßgeblich an der institutionellen Sicherung der Aufarbeitung der SED Diktatur mit.

Rudi Molts Engagement steht für eine Phase der DDR Opposition, die lange vor den Protestbewegungen der 1980er Jahre wirksam war. Als einer dieser Wegbereiter bleibt sein Einsatz Teil der Geschichte der DDR Opposition und ein Anlass, diese Erfahrungen zu bewahren, zu vermitteln und an Personen wie ihn zu erinnern.