Sondersammlung: Illegale Bibliothek

Zur Geschichte des Bestandes

Die Illegale Bibliothek als Sondersammlung enthält ca. 700 Buchtitel und wurde
in den 1970er/1980er  Jahren konspirativ aufgebaut. Beteiligt waren illegal arbeitende Gruppen, die verbotene Literatur über Westkontaktpartner in die DDR schmuggelten. Aufbewahrt und weitergegeben wurden die Bücher u. a. von Reinhard Schult und Gunter Begenau. An den grenzüberschreitenden Kontakten war auch der lange für Robert-Havemann-Gesellschaft tätige Werner Theuer beteiligt. In seinem Referat auf dem 66. Deutschen Archivtag bemerkte er am 27. September 1995:

(…) Es war schwer, die Verbindung aufrecht zu halten. Über gemeinsame Freunde aus dem Westen, die Bücher von West nach Ost und Briefe in beide Richtungen schmuggelten, hörten wir immer wieder voneinander. Die Bücher, die ich mit auf den Weg gab, begegneten mir später im Havemann-Archiv wieder. Sie gehörten zur „Illegalen Bibliothek“ einer Sammlung von in der DDR verbotener belletristischer, politischer und philosophischer Literatur, die seit den 70er Jahren von einer Ostberliner Gruppe aufgebaut wurde, der auch ich angehört hatte. Im Archiv sah ich sie zum ersten Mal beisammen: 700 Bände in einem Bücherschrank. Vorher befanden sie sich verstreut versteckt in Wohnungen, Kellern, auf Dachböden und in Friedhofskapellen. Heimlich wurden sie gelesen und weiter verliehen. Sie in ‚Umlauf’ zu bringen, war strafbar in der DDR.

Sondersammlung Ulmann

Neben dem knapp 20 lfm umfassenden Nachlass Wolfgang Ullmanns (1929-2004) wurde auch seine private Bibliothek vom Archiv der DDR-Opposition gesichert. Der Theologe und Kirchenhistoriker zählte zu den Mitbegründern von „Demokratie Jetzt” und war einer der wichtigen Protagonisten der Bürgerbewegung des Herbstes 1989.




Kontakt

Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.
Archiv der DDR-Opposition
Ruschestraße 103,
10365 Berlin

Tina Krone
tina.krone(at)havemann-gesellschaft.de

+49 30 447 108 17

Öffnungszeiten Archiv

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Freitag 10 bis 15 Uhr;
Mittwoch 10 bis 18 Uhr

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