Sammlung Klaus Freymuth

Der 1948 geborene Dokumentarfilmer Klaus Freymuth war von 1976 bis 1979 an der Volksbühne und an der Akademie der Wissenschaften tätig. Im Jahre 1980 baute er ein Video-Studio in Berlin auf und drehte Industrie- und Werbevideos. Zudem zeichnete er ein Interview mit dem unter Hausarrest stehenden Robert Havemann auf. Im Jahre 1984/85 kam er wegen „nicht genehmigten Besitzes von Filmtechnik” in Untersuchungshaft und es erfolgte die Auflösung seines Video-Studios.

Im September 1989 trat er dem Neuen Forum (NF) bei und wurde in dessen Arbeitsausschuss Initiator und Koordinator der Arbeitsgruppe Medien- und Kulturpolitik. Ebenfalls war Freymuth Vertreter im Arbeitsausschuss des Bundeskoordinierungsrates des Neuen Forums. Aufgrund seiner filmischen Dokumentation der Aktivitäten des Neuen Forums, war er maßgeblich an der Organisierung der Öffentlichkeitsarbeit dieser wichtigsten Bürgerbewegung des Herbstes 1989 beteiligt. Er hielt die ersten Spitzentreffen des Neuen Forums im September und Oktober 1989 ebenso mit der Kamera fest, wie die NF-Gründungskonferenz im Januar 1990 und alle Sitzungen des Zentralen Runden Tisches. Als Medienexperte war Freymuth Vertreter des Neuen Forums in verschiedenen Medienausschüssen zur Neugliederung der Berliner Funk- und Fernsehlandschaft und gehörte zu den maßgeblichen Initiatoren des Ende April 1990 in Berlin stattfindenden ‚Interforums für Demokratie und Menschenrechte’. Seit dem Frühjahr 1990 arbeitete Freymuth wieder als Dokumentarfilmer, initiierte verschiedene Filmprojekte und betrieb den Aufbau des Medienzentrums ‚Berolina’. Bei einem Unfall im August 1991 kam Klaus Freymuth ums Leben.


Slider Buergerbewegung ab 89

Diese und folgende Seite: September 1989. Gründungsaufruf des Neuen Forums - "Aufbruch 89". Am 9. und 10. September 1989 findet in Grünheide bei Berlin das Gründungstreffen des Neuen Forums statt. Am 19. September 1989 stellen die Gründungsmitglieder beim Ministerium des Innern und in 11 (von 15) Bezirksbehörden der DDR Anträge auf Zulassung des Neuen Forums. In alter Manier gibt die DDR-Nachrichtenagentur ADN am 21. September 1989 bekannt, dass das Neue Forum nicht zugelassen wird. Erst am 18. November wird der Antrag auf Zulassung offiziell entgegengenommen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Organisation bereits zur wichtigsten und größten Bürgerbewegung der friedlichen Revolution herangewachsen. Neben dem Gründungsaufruf sind im Archivbestand Neues Forum Unterschriftenlisten aus allen Bezirken der DDR überliefert. (Seite 1)
(Bestand Neues Forum)
September 1989. Gründungsaufruf des Neuen Forums - "Aufbruch 89" (Seite 2).
(Bestand Neues Forum)
Aufruf vom Verband der Theaterschaffenden zur Demonstration gegen Gewalt und für verfassungsmässige Rechte am 4. November 1989 in Berlin.
(Bestand Bürgerbewegung/Herbst 1989)
3. November 1989, Gemeinsame Erklärung von SDP, Initiative Frieden und Menschenrechte, Demokratie Jetzt, Neues Forum, Vereinigte Linke und Demokratischer Aufbruch mit Forderungen für eine demokratische Umgestaltung von Staat und Gesellschaft in der DDR.
(Bestand Bürgerbewegung/Herbst 1989)
Eine der letzten Bastionen fällt: Nachdem es seit Anfang Dezember 1989 zu Besetzungen von MfS-Bezirks- und Kreisdienststellen gekommen war, ruft das "Neue Forum" zum 15. Januar 1990 zu einer Demonstration vor der MfS-Zentrale in Ost-Berlin auf.
(Bestand Neues Forum)
Cover der ersten Ausgabe der Zeitung "die andere". ©Robert-Havemann-Gesellschaft/DA_1990_01_25_N°01_01

Bestand

Laufzeit: 1989-1991
Umfang: 1,1 lfm bzw. 45 Bde.
Findmittel: Findbuch
Signatur: KFr
Benutzungsbeschränkungen: keine

Zu den online recherchierbaren Verzeichnungseinheiten des Bestands

Inhalt:
Neues Forum (Korrespondenz, Arbeitsausschuss, Arbeitsgruppe Medien, regionale Gruppen und Verbände), Aufzeichnungen zu Filmdokumentationen der Mediengruppe; Filme: Aktivitäten, Sprechertreffen und Konferenzen des Neuen Forums (1989-1991), Wahlwerbespot des Neuen Forums zur Volkskammerwahl 1990, alle Sitzungen des Zentralen Runden Tisches.




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