Veranstaltungen der Robert-Havemann-Gesellschaft


12.12.2018

„Aus dem Spielzeugland. Zeitzeugen berichten“

Noch immer wird die Gegend um Sonneberg im Thüringer Wald gerne „Spielzeugland“ genannt. Seit dem 18. Jahrhundert entwickelten sich Sonneberg und der umgebende Wirtschaftsraum zu einem der Hauptgebiete der Spielzeugherstellung und des Handels mit Spielwaren. Anfang des 20. Jahrhunderts beherrschten die Sonneberger Verleger den Weltmarkt und machten Sonneberg zur „Weltspielwarenstadt“. Auch in den Jahren vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Wiedervereinigung Deutschlands stand der Name synonym für Puppen und Spielzeug: Auf der Grundlage des sogenannten „Spielzeugdokuments“ wurde Sonneberg zum Zentrum der DDR-Spielzeugindustrie aufgebaut. Vor diesem Hintergrund lag es für das Deutsche Spielzeugmuseum in Sonneberg nahe neben den Sachzeugen in der Sammlung des Museums eine weitere Quelle zu erschließen – das erinnerte Wissen und die Erfahrungen der Menschen, die aus der Innensicht ihrer Berufe diese letzte Entwicklungsphase der Spielzeugindustrie erlebten.

In der Veröffentlichung »Aus dem Spielzeugland« berichten 28 Zeitzeugen über Entwicklungen in der Spielzeugindustrie der DDR im Zeitraum von 1945 bis 1990. Es geht um Wiederaufbau, um Enteignung, um Export um jeden Preis und die weltweit einzigartige Ausbildung der Spielzeuggestalter in der DDR.

Im Gespräch:                                                                                                 
Margit Miosga (Autorin, Journalistin)                                                  

Es lesen:
Ester Esche (Schauspielerin)
Jörg Witte
(Schauspieler)

Termin: 12. Dezember 2018, 18.30 Uhr
Ort: Haus 22, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.

 

 

„wildes wiederholen. material von unten“ - Künstlerische Forschung im Archiv der DDR-Opposition

Die nächste Veranstaltung im Ausstellungsprojekt „wildes wiederholen. material von unten - Künstlerische Forschung im Archiv der DDR-Opposition" findet am 5. Dezember in den Räumen von District Berlin statt.

5. Dezember 2018 District Berlin
** 18.00 Uhr – Deponie.  Ausstellungsgespräch mit Anna Zett zu Sprache als Teil der menschlichen Umwelt, zur toten, „zubetonierten Sprache“ des DDR-Systems, zu ihrer (Wieder-)belebung in der Opposition. 
** 19.00 Uhr – Umwelt, im erweiterten Sinne. Gespräch zu politischen Umwelten, zur Umweltbewegung der DDR, zu (materiellem, sprachlichem, ideologischem) West- und Ostmüll, dem (Nach)Strahlen von Landschaften und Geschichte/n. Mit Mareike Bernien & Alex Gerbaulet, Frank Ebert, Sebastian Pflugbeil und Anna Zett, moderiert von Suza Husse und Elske Rosenfeld.

Ort: District Berlin, Bessemerstraße 2-14, 12103 Berlin

 

Zum Projekt:
In einer Kooperation zwischen dem Kunstraum District Berlin und der Robert-Havemann-Gesellschaft waren Künstler*innen und Autor*innen eingeladen, in einem mehrmonatigen Arbeitsprozess im Archiv forschen und zu arbeiten. Das Projekt geht mittels der besonderen Möglichkeiten künstlerisch-historischen Arbeitens der Aktualität von Erfahrungen oppositionellen Lebens in der DDR auf die Spur und versucht, sie mit Begriffen und Praktiken des Politischen heute in Dialog zu setzen. Künstlerische Kreativität trifft dabei auf die strikten Ordnungsmuster eines Archivs. Für die Ausstellung sind so Performances, Videoarbeiten, Installationen und weitere, in Form von Zines publizierte Beiträge entstanden, darunter eine Deponie für (materiellen, sprachlichen, ideologischen) West- und Ostmüll, eine Bildgeschichte verstrahlter Landschaften, eine Autobiographie politischer Gewalterfahrung 1988-2016, oder ein fiktiver Piratensender einer afrikanisch-antikolonialen Befreiungsbewegung, der sich mit der DDR-Opposition solidarisiert.

Diese und weitere Ergebnisse der Arbeit mit den Materialien aus dem Archiv der DDR-Opposition werden vom 4. November bis 16. Dezember 2018 bei einer Ausstellung und Veranstaltungsreihe gezeigt.

Das Projekt wurde konzipiert und kuratiert von Suza Husse und Elske Rosenfeld. Mit Installationen, Performances und Zines von Mareike Bernien und Alex Gerbaulet, Claude Gomis, Suza Husse und Maria Josephina Bengan Making, Saskia Köbschall, Ernest Ah und Sabrina Saase und Lee Stevens vom Kollektiv der Raumerweiterungshalle, Henrike Naumann und Technosekte, Peggy Piesche, Elske Rosenfeld, Nadia Tsulukidze, Anna Zett, Kai Ziegner, sowie Arbeiten von Bärbel Bohley und ausgewählten Dokumenten aus dem Archiv. 

Orte:

Archiv der DDR-Opposition (Haus 17 und Haus 22)
Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin

District Berlin
Bessemerstraße 2-14, 12103 Berlin

AUSSTELLUNG

Die in der Auseinandersetzung mit den Archivalien entstandenen Projekte werden in den Räumen der Havemann-Gesellschaft und bei District Berlin ausgestellt und können vom 4. November bis zum 16. Dezember besichtigt werden:

Archiv der DDR-Opposition
Öffnungszeiten: montags, 15-18 h und mittwochs, 15-20 h

District Berlin
Öffnungszeiten: Donnerstags – Samstags, 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr

BEGLEITPROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG

4. November 2018 Archiv der DDR-Opposition und Haus 22 – Stasizentrale. Campus für Demokratie
** 15.00 Uhr Archiv und Haus 22 – Big Bang Backwards Performance von Nadia Tsulukidze zu Resonanzen zwischen der eigenen Biografie und der einer ostdeutschen Theaterregisseurin und Dissidentin, zwischen Migrationserfahrung im Post-Sozialismus und weiblicher Klaustrophobie in der DDR.
** 17.00 Uhr Haus 22 – gemeinsam unerträglich.
Szenische Lesung von Ernest Ah & Sabrina Saase & Lee Stevens vom Kollektiv der Raumerweiterungshalle zu lesbischen und trans* Wirklichkeiten, Kulturen und Organisierungen in der DDR und ihren Weiterführungen bis heute.
** 19.00 Uhr District Berlin – Ausstellungseröffnung 

26. November 2018 Haus 22 – Stasizentrale. Campus für Demokratie
** 18.00 Uhr – Sounds of Solidarity, Eröffnung der Audioskulptur und Gespräch mit den Künstlern.
In einem fiktiven Piratensender solidarisieren sich afrikanische Befreiungsbewegungen mit den DDR-Oppositionellen.
** 19.00 Uhr – Ich will dass niemand keinen Rest findet der Zeugnis wäre unserer Existenz.
Ein Gespräch zu Unterdrückungen und Widerständen in und zwischen verschiedenen politischen Systemen, zu queeren Subjektivitäten und anti-kolonialen Organisierungen, Allianzen und ihren Un/Möglichkeiten mit Claude Gomis, Rebecca Hernandez Garcia, Samirah Kenawi, Saskia Köbschall, Ernest Ah & Sabrina Saase & Lee Stevens vom Kollektiv der Raumerweiterungshalle, Maria Josephina Bengan Making und Peggy Piesche, moderiert von Suza Husse und Elske Rosenfeld

5. Dezember 2018 District Berlin
** 18.00 Uhr – Deponie.  Ausstellungsgespräch mit Anna Zett zu Sprache als Teil der menschlichen Umwelt, zur toten, „zubetonierten Sprache“ des DDR-Systems, zu ihrer (Wieder-)belebung in der Opposition.
** 19.00 Uhr – Umwelt, im erweiterten Sinne. Gespräch zu politischen Umwelten, zur Umweltbewegung der DDR, zu (materiellem, sprachlichem, ideologischem) West- und Ostmüll, dem (Nach)Strahlen von Landschaften und Geschichte/n. Mit Mareike Bernien & Alex Gerbaulet, Frank Ebert, Sebastian Pflugbeil und Anna Zett, moderiert von Suza Husse und Elske Rosenfeld.

15. Dezember 2018 Haus 22 – Stasizentrale. Campus für Demokratie
** 18.00 Uhr – Gastspiel D’EST: Eine multikuratorische Online-Plattform für Videokunst aus dem ehemaligen „Osten“ und „Westen“ präsentiert Screening Kapitel #6 RETOPIA Videokunst- und Filmscreening zu den politischen Verschiebungen und Erinnerungsformen der paneuropäischen und globalen Dimension post-/sozialistischer Transformation. Mit Arbeiten von Marwa Arsanios, Pauline Boudry & Renate Lorenz, Anetta Mona Chişa & Lucia Tkáčová, Renata Poljak, Belit Sağ, Katrin Winkler, kuratiert und präsentiert von Katja Kobolt und Bettina Knaup.

16. Dezember 2018 Archiv der DDR-Opposition und Haus 22 – Stasizentrale. Campus für Demokratie
** 16.00 Uhr – A Vocabulary of Revolutionary Gestures. Ausstellungsgespräch mit Elske Rosenfeld und Wolfgang Templin.
** 18.00 Uhr – Über das Nein hinaus / Der Anfang von Etwas. Runder Tisch zur Revolution 1989/90 und deren politischen und (sub-)kulturellen Formen und radikal demokratischen Praktiken, zu ihrem Nachleben und ihrer Wiederaneignung heute. Mit Max Hertzberg, Henrike Naumann, Nadia Tsulukidze, Elsa Westreicher und Kai Ziegner, u.a. moderiert von Suza Husse und Elske Rosenfeld.
** 20.00 Uhr – BRONXX. Performance von Henrike Naumann. Ein Versuch, mit den Mitteln experimenteller Musik ein alternatives Kommunikationssystem zum Sprechen über Stasi und Opposition zu entwickeln.

Welche Kunstwerke wo ausgestellt werden und an welchen Tagen das Begleitprogramm stattfindet entnehmen Sie bitte folgenden Publikationen:

Veranstaltungsflyer (DE)
Veranstaltungsflyer (ENG)
Pressemitteilung District

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft, District Berlin

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Das Projekt wird gefördert vom Hauptstadtkulturfond. Die Veranstaltung "Über das Nein hinaus / Der Anfang von Etwas" am 16. Dezember 2018 findet in Kooperation von District Berlin mit der Heinricht-Böll-Stiftung statt.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.