Veranstaltungen der Robert-Havemann-Gesellschaft


Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Werner Fischer/RHG_Fo_WF_041

29.10.2019

Seid doch laut! Die Frauen für den Frieden in Ost-Berlin

Ein Gesetz, das 1982 eine Einführung des Wehrdienstes für Frauen im Verteidigungsfall vorsah, ist Anlass für die Gründung der „Frauen für den Frieden“ in Ost-Berlin. Auch in anderen Orten der DDR bilden sich eigenständige Frauengruppen, die mit eindrucksvollen Protestaktionen die Öffentlichkeit suchen. Ihre Mitglieder nehmen an zahlreichen Demonstrationen teil, sind in den neuen Bürgerbewegungen und bei den Besetzungen der Dienststellen des Ministeriums für Staatssicherheit in vorderster Reihe dabei.

Nach mehr als 35 Jahren halten in dem Buch „Seid doch laut!“ 18 ehemalige Mitglieder der Oppositionsgruppe eine lebendige Rückschau auf gemeinsame Aktivitäten und individuelle Schlüsselerlebnisse. Sie erzählen von Aktionen und Diskussionen, über grenzüberschreitende Kontakte und ihre Konflikte mit der Stasi. Und sie resümieren, wie sich die Zeit bis 1989 auf ihre Biografien auswirkte, als sie Dinge wagten und taten, die sie noch kurze Zeit zuvor für unmöglich gehalten hatten. 

Grußwort:
Tom Sello, Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Podium:
Almut Ilsen und Ruth Leiserowitz, waren seit Anfang der 1980er Jahre Mitglied der Gruppe Frauen für den Frieden. Sie sprechen über ihre Zeit in der unabhängigen DDR-Friedensbewegung und die Entstehung des Buches.

Moderation:
Jana Fröbel, Christoph Links Verlag

 

Termin: 29. Oktober 2019, 18.30 Uhr
Ort: Haus 22, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

 

Der Eintritt ist frei.
Bereits um 17.00 Uhr gibt eine Sonderführung im Stasi-Unterlagen-Archiv Einblick, wie die Staatssicherheit die Frauen für den Frieden ausspionierte.
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, der Berliner Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Christoph Links Verlag und der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.

Ein "stiller Abschluss" der Montagsdemonstrationen des Jahres 1989. Mit Kerzen in den Händen gedenken 100.000 Bürger am 18. Dezember den Opfern von Gewalt und geistiger Unterdrückung in der DDR. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Andreas Kämper/RHG_Fo_AnKae_1485

Sonderausstellung für Kinder vom 30. Oktober 2019 bis 9. Februar 2020: WAS IST EIN KERZENMEER?

Heute gehen viele Schüler und Schülerinnen zur Klimarettung auf die Straße. Vor 30 Jahren haben auch viele Menschen demonstriert. Viele dieser mutigen Menschen wohnten in der Nähe vom MACHmit! Museum im Prenzlauer Berg. Diese Friedliche Revolution von 1989 feiern wir heute. Kann man die Demos vergleichen? Warum wurde protestiert? Wer war dabei? Was war das Ergebnis?

Der Mauerfall kam nicht aus dem Nichts. Berührende Geschichten einzelner Akteur*innen aus den Monaten vor dem Mauerfall werden in der Sonderausstellung erzählt. Dazu wurden Zeitzeug*innen von ihren Kindern oder Enkeln befragt. Dadurch sollen Besucherkinder angeregt werden, mit ihren Familien und Nachbar*innen ins Gespräch zu kommen: Was haben Kerzen damit zu tun? War es gefährlich? Was ist ein Mauerspecht?

Das MACHmit! Museum ist ein Ort für Kinder und ihre Erwachsenen. An den Werktischen vertiefen künstlerische und handwerkliche Aktionen das Ausstellungsthema. Die Robert-Havemann-Gesellschaft beteiligt sich mit Bildern und Fotos aus dem Archiv der DDR-Opposition an der Ausstellung.

 

30. Oktober 2019 bis 9. Februar 2020.
Öffnungszeiten des MACHmit! Museums:
Familien, Dienstag – Sonntag 10 –18 Uhr
Schule/Kita/Hort, Dienstag – Freitag 8.45 – 18 Uhr
an Feiertagen geöffnet, außer Montag/Weihnachten/Silvester

Ort: MACHmit! Museum, Senefelder Straße 5, 10437 Berlin
Verkehrsanbindung: U2 Eberswalderstraße

Initiates file downloadAusstellungsflyer (pdf)

Die Ausstellung wurde gefördert durch Fonds Soziokultur e.V., Jugendamt Pankow und Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Eine Ausstellung des MACHmit! Museums in Kooperation mit der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Ibrahim Böhme am 18. März 1990 bei der Wahlveranstaltung der SPD im Saalbau in Friedrichshain. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Zöllner/RHG_Fo_HAB_14796

02.11.2019

Vorstellung des Buches „Warten auf den Vater - Erinnerungen an Ibrahim Böhme“ von Tatjana Böhme-Mehner

Frühjahr 1990: Ibrahim Böhme wird zum Vorsitzenden der neu-gegründeten Ost-SPD gewählt. Er gilt als aussichtsreicher Bewerber um den Posten des DDR-Ministerpräsidenten. Wenig später wurde Böhme als inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit enttarnt und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Es bleiben viele Fragen: Manfred oder Ibrahim? Dissident oder Stasi-Spitzel? Weltflüchter oder Realist? Arbeiter oder Intellektueller? Tragischer Held oder Clown? Tatjana Böhme-Mehner, Tochter von Ibrahim Böhme, ist sich nicht sicher.

Im freien Fall von der Lichtgestalt zum enttarnten Spitzel – sie war beiden gegenüber skeptisch. Die Autorin entwickelt in ihrem Buch „Warten auf den Vater - Erinnerungen an Ibrahim Böhme“  anhand ihrer persönlichen Erfahrungen das schwierige Verhältnis zu einem irrealen Vater. Dass Böhme auch ein „politischer Heiratsschwindler” war und wie aus dem jungen Sympathisanten des Prager Frühlings ein gut getarnter und übereifriger Stasi-Zuträger wurde - darüber wird Christiane Baumann, Autorin des Buches „Manfred „Ibrahim“ Böhme. Das Prinzip Verrat“ aufklären.

Im Landestheater Neustrelitz, an dem Ibrahim Böhme selbst mehrere Jahre als Dramaturg arbeitete, diskutieren die beiden Autorinnen unter der Leitung von Wolfgang Templin. Der Bürgerrechtler engagierte sich ab den 1980er Jahren in der DDR-Menschenrechtsbewegung und war zusammen mit Manfred „Ibrahim“ Böhme Mitglied der Oppositionsgruppe „Initiative Frieden und Menschenrecht.

Im Gespräch:
Tatjana Böhme-Mehner, Journalistin und Autorin
Christiane Baumann, Journalistin und Autorin

Moderation:
Wolfgang Templin, Bürgerrechtler, Publizist

 

Termin: 2. November 2019, 18.00 Uhr
Ort: Rangfoyer des Landestheater Neustrelitz, Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 14, 17235 Neustrelitz

Karten für die Veranstaltung erhalten Sie für 10 € im Onlineticketshop der Theater und Orchester GmbHNeubrandenburg/Neustrelitz und an der Abendkasse.

Im Anschluss an die Veranstaltung findet eine Filmvorführung des Films „Das Land hinter dem Regenbogen“ von Herwig Kipping in der KOF (Alte Kachelofenfabrik Basiskulturfabrik).

 

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, der Europa-Verlag und die Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.

Stand der "Frauen für den Frieden" auf der Friedenswerkstatt am 03.07.1983 in der Ostberliner Erlöserkirche. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Werner Fischer/RHG_Fo_WF_061

Veranstaltungsreihe: "UNANGEPASST" - Repressionserfahrungen von Frauen in der DDR

Die „sozialistische Frau“ war in Vollzeit werktätig, verheiratet, Mutter, Hausfrau und idealerweise noch gesellschaftlich engagiert. Die staatlich verordnete Emanzipation der DDR-Frau löste die althergebrachten Geschlechterrollen aber nicht ab, sondern ließ sie weiter fortleben. Das propagierte Leitbild weiblichen Lebens war verbindlich, denn Abweichungen ahndeten DDR Behörden vielfach mit Ausgrenzung, Repression und Verfolgung.

Die Veranstaltungsreihe richtet den Fokus auf randständige Frauengruppen, die politisch, sozial, (sub-)kulturell von den sozialistischen Normen abwichen. Welche Sozialisierungen, Vorstellungen und Ideen hatten nichtkonform lebende Frauen? Wie und mit welchen Folgen gerieten sie in Konfrontation mit dem SED-Staat? Expert*innen und Zeitzeug*innen stellen den aktuellen Forschungsstand vor und vermitteln die Perspektive der Betroffenen.

Flyler der Veranstaltungsreihe (pdf) 

 

AUTAKTVERANSTALTUNG | 26. September 2019 | Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie
Geschlechtsspezifische Aufarbeitung der DDR – eine kritische Retrospektive

Das Narrativ des politischen Widerstands gegen das SED-Regime ist ohne die Namen oppositioneller Frauen wie Bärbel Bohley oder Ulrike Poppe kaum denkbar. Trotzdem sind der Anteil und die Rolle von Frauen etwa in der Friedens- und Umweltbewegung oder die Ideen der frauenpolitischen Gruppierungen bisher nicht ausreichend thematisiert worden.

Podium:

Almut Ilsen, Autorin, in den 1980er Jahren Mitglied der Oppositionsgruppe Frauen für den Frieden

Peggy Piesche, Kulturwissenschaftlerin, Heinrich-Böll-Stiftung

Dr. Carola Rudnick, Kulturwissenschaftlerin

Moderation:

Shelly Kupferberg, Journalistin, Deutschlandradio Kultur

Termin: 26. September 2019, 19.00 Uhr
Ort: Haus 22, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

 

24.10. (Campus für Demokratie) | 14.11., 5.12. (Lernort Keibelstraße)
WERKSTATTGESPRÄCHE

(I) Donnerstag, 24. Oktober 2019, 19.00 Uhr
Am Küchentisch – Frauen in der Opposition
(Stasizentrale. Campus für Demokratie (Haus 7) Ruschestraße 103, 10365 Berlin)
Gast: Samira Kenawi, Gründerin des Archivs „GrauZone“, Jessica Bock, Historikerin
Ab 18.00 Uhr: Führung durch das Archiv der DDR-Opposition und Vorstellung des Bestands „GrauZone“ zur ostdeutschen Frauenbewegung, Treffpunkt vor Haus 22

(II) Donnerstag, 14. November 2019, 19.00 Uhr
„frau anders“ – Lesben-Gruppen zwischen Bürgerrechts- und Homosexuellenbewegung
(Ort: Lernort Keibelstraße, c/o Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Bernhard-Weiß-Straße 6, 10178 Berlin)
Bitte melden Sie sich an unter: Rothe(at)agentur-bildung.de)  
Gast: Maria Bühner, Kulturwissenschaftlerin, Universität Leipzig
Ab 18.00 Uhr: Führung durch die ehemalige Untersuchungshaftanstalt II im Gebäude der heutigen Senatsverwaltung für Bildung.

(III) Donnerstag, 5. Dezember 2019, 19.00 Uhr
 „Asoziale“ Frauen in der Gesellschaft des Kalten Krieges – Der Fall B.
(Ort: Lernort Keibelstraße, c/o Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Bernhard-Weiß-Straße 6, 10178 Berlin)
Bitte melden Sie sich an unter: Rothe(at)agentur-bildung.de)
Gast: Dr. Katharina Lenski, Historikerin, Universität Jena
Ab 18.00 Uhr: Führung durch die ehemalige Untersuchungshaftanstalt II im Gebäude der heutigen Senatsverwaltung für Bildung.

Veranstalter: Agentur für Bildung - Geschichte, Politik und Medien e.V., Robert-Havemann-Gesellschaft, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Veranstaltung wird von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

Robert-Havemann-Gesellschaft/Nikolaus Becker/RHG_Fo_NiBe_456_08

Veranstaltungsreihe: Macht, Menschenrechte, Mauerfall

Das Jahr 1989 markiert einen historischen Wendepunkt in der deutschen Geschichte: Einer friedlichen Bürgerbewegung gelang es, das SED-Regime und seinen stark bewaffneten Sicherheitsapparat zu entmachten. Die Veranstaltungsreihe beleuchtet die Dynamik der Ereignisse – geprägt durch eine aufblühende Zivilgesellschaft, Momente der Konfrontation und die Überwindung der Angst.

Termine

Menschenrechte in der Diktatur - Die Stasi und der KSZE-Prozess in den 1970er und 1980er Jahren
Mittwoch, 27. Februar 2019, 18:00 Uhr

Wahlbetrug ‘89 - Die Kommunalwahlen in Berlin und ihre Folgen
Dienstag, 7. Mai 2019, 18:00 Uhr

Klagetrommeln für China - Reaktionen in der DDR auf das Tiananmen-Massaker
Dienstag, 4. Juni 2019, 18:00 Uhr

Der Weg in die Freiheit - Die Botschaftsflüchtlinge in Warschau, Prag und Ost-Berlin
Mittwoch, 4. September 2019, 18:00 Uhr

Knüppel gegen Demonstranten - Die Gedächtnisprotokolle zum 7. Oktober 1989 in Ost-Berlin
Dienstag, 8. Oktober 2019, 18:00 Uhr

"Stasi in die Produktion" - Massendemonstration am Alexanderplatz
Dienstag, 5. November 2019 18:00 Uhr

Veranstaltungsflyer

Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße 

Der Eintritt ist frei.

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft und der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Mit der Teilnahme an den Veranstaltungen erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.

Weitere Veranstaltung für das Jahr 2019 befinden sich in Planung.