Veranstaltungen der Robert-Havemann-Gesellschaft

Auf Grund der derzeitigen Lage und zur Verhinderung der Ausbreitung des Corona-Virus sind alle geplanten und bereits angekündigten Veranstaltungen der Robert-Haveamnn-Gesellschaft bis auf weiteres ausgesetzt.

Auf dieser Seite informieren wir Sie über die bisher für dieses Jahr geplanten Veranstaltungen.

Filmszene, Gebäude der Treuhandanstalt in Potsdam. © Peter Wensierski

Alles auf Anfang – Das wilde Jahr 1990

Filmvorführung mit dem Regisseur Peter Wensierski

Drei Jahrzehnte ist es her, dass sich für die Menschen in der DDR durch den Mauerfall alles in ihrem Leben veränderte. Damals beobachtete der Berliner Dokumentarfilmer Peter Wensierski, wie sich Menschen den radikalen Herausforderungen des neuen Lebens stellten, an Orten wie Wismar, Potsdam, Eisenhüttenstadt, Ost-Berlin oder Leipzig, auf dem Land wie in der Großstadt.

Es sind sehr persönliche Blicke hinter die Kulissen des Jubels über D-Mark und Deutsche Einheit: eine Frau auf Job- und Wohnungssuche, Bittsteller in den Fluren der Arbeitsämter, Geschäftsleute aus dem Westen, die von ehemaligen Interhotels aus den Osten erobern, Neonazis auf dem Ost-Berliner Alexanderplatz, eine Jüdin, die Ausschwitz überlebt hat und Deutschland verlassen möchte. Es sind ungewöhnliche Blicke hinter die Kulissen, die von Hoffnungen, Freude und Kränkungen, „dunklen Geschäften“ und unseligen Allianzen erzählen - Erinnerungen an Geschehnisse, die noch heute die Gegenwart prägen.

Peter Wensierski ist Journalist, Dokumentarfilmer und Autor zahlreicher Bücher wie „Schläge im Namen des Herrn“, „Die verbotene Reise – Die Geschichte einer abenteuerlichen Flucht“, „Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution – wie eine Gruppe junger Leipziger die Rebellion in der DDR wagte“ oder „Berlin – Stadt der Revolte“. Von 1978 bis 1985 war er als Westjournalist in der DDR tätig, dann als Fernsehredakteur der ARD-Sendung „Kontraste“. Seit 1993 ist Wensierski Redakteur beim SPIEGEL. Er erhielt zahlreiche Journalistenpreise und Auszeichnungen sowie das Bundesverdienstkreuz.

 

Termin: tba.
Ort: Kino Krokodil, Greifenhagener Straße 32, 10437 Berlin
Verkehrsanbindung: U2, S41/42 Schönhauser Allee 

Im Anschluss an die Filmvorführung diskutiert Regisseur Peter Wensierski mit dem Publikum über die Zeit nach dem Mauerfall, das Davor und Danach.

 

Veranstalter: Kino Krokodil, Robert-Havemann-Gesellschaft

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.

Gefahren für die Demokratie

 

Neue Technologien, alte Nachbarn, gemeinsame Erfahrungen.
Piotr Niemczyk und Wolfgang Templin

30 Jahre nach der Friedlichen Revolution begegnen sich zwei Oppositionelle und ewig visionäre Optimisten zum ersten Mal öffentlich. Der eine war in Polen und der andere in der DDR aktiv. Damals konnten sie sich nicht treffen, unterstützten sich aber trotz der Grenzen und der Verfolgung gegenseitig. Nach 1989 gestalteten beide den Demokratisierungs-prozess im eigenen Land mit.

30 Jahre später ist die Demokratie wieder in Gefahr – nicht nur in den beiden Ländern. Da-bei spielen neue Faktoren eine entscheidende Rolle – ob soziale Medien oder auch technologische Fortschritte der Geheimdienste. Unter der Moderation von Łukasz Szopa (KOD/Mitte 21 e. V.) diskutieren:

Piotr Niemczyk (*1962 in Warschau), ehemaliger polnischer Oppositionsaktivist und politischer Gefangener. Mitbegründer der „Freiheit und Frieden“-Bewegung (Wolność i Pokój). Von 1990 bis 1994 Direktor des Amtes für Analyse und Information und stellvertretender Direktor des Geheimdienstausschusses der UOP (Staatschutzbehörde). Von 2000 bis 2001 Berater des Ministers für Inneres und Verwaltung und Organisator des Nationalen Kriminalinformationszentrums. Im Jahr 2001 Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Von 1998 bis 2015 (mit einer Pause von 2001 bis 2007) Experte des parlamentarischen Ausschusses für Sonderdienste. Derzeit Publizist, unabhängiger Berater und Dozent für Techniken und Methoden der Analyse und Verarbeitung von Informationen.

Wolfgang Templin (* 1948 in Jena), DDR-Oppositioneller und Mitbegründer der Initiative Frieden und Menschenrechte. Im Januar 1988 verhaftet und in die Bundesrepublik ausgewiesen. Im November 1989 Rückkehr in die DDR, Teilnahme am Zentralen Runden Tisch und Mitbegründer von Bündnis 90. Von 2010 bis 2014 Leiter des Warschauer Büros der Heinrich-Böll-Stiftung. Heute ist er u.a. in deutsch-polnischen Nachbarschaftsinitiativen aktiv, Mitorganisator zahlreicher Projekte politischer Erwachsenenbildung und Studienreisen in den östlichen Nachbarschaftsraum. Er veröffentlichte verschiedene Artikel und Bücher zum deutsch-deutschen Vereinigungsprozess, zur Entwicklung in Polen und in der Ukraine.

Die Veranstaltung wird durch den Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik Roland Jahn eröffnet.

 

Termin: tba.
Ort: „Haus 7“ (Raum 427), Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Der Eintritt ist frei.

Veranstalter: Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, Mitte21- Verein zur Förderung der Völkerverständigung und der Demokratie e. V.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.