Veranstaltungen der Robert-Havemann-Gesellschaft

Neonazis am 20. April 1990 auf dem Ostberliner Alexanderplatz. © Robert-Havemann-Gesellschaft / Matthias Weber / RHG_Fo_RDA_05053

Wiedersehen in Lichtenberg - Über Neonazis und die Verharmlosung rechter Gewalt

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf: Dass es in der DDR ein gravierendes Neonazi-Problem gab, wurde von Staats wegen aus ideologischen Gründen lange Zeit systematisch vertuscht. Dabei finden sich in den Stasi-Unterlagen schon früh die Beweise für eine tiefe Verwurzelung rechter Strukturen in der DDR. Erst als das Ausmaß rechter Gewalt in den 1980er Jahren nicht mehr verheimlicht werden konnte, wurde das Phänomen von SED und Stasi als jugendliches „Rowdytum“ verharmlost, das vom Westen gesteuert sei. Der nachlässige Umgang, das Tabuisieren und Totschweigen führte dazu, dass sich rechtes Gedankengut in der Gesellschaft verfestigte und sich ein harter Kern rechter Kader herausbilden konnte, deren Einfluss bis in die Gegenwart reicht.

Ingo Hasselbach – ehemalige Führungsgröße der Ostberliner Neonazi-Szene und Gründer der Aussteigerinitiative EXIT – diskutiert mit dem Journalisten Peter Wensierski über die rechte Szene in der DDR und die Ursprünge der Radikalisierung. Sie gehen dabei auch der Frage nach, wie offensiv heute rassistische und neonazistische Motive und Taten als solche benannt werden. Das Gespräch wird von Nadja Klier moderiert. Es werden bislang unveröffentlichte Filmausschnitte aus der rechten Szene Ostberlins um 1990 gezeigt.

Gespräch:
Ingo Hasselbach, Autor - Aussteiger aus der Neonazi-Szene, Mitbegründer der Aussteigerinitiative EXIT 
Peter Wensierski, Journalist, Autor und Dokumentarfilmer

Moderation:
Nadja Klier, Fotografin, Autorin und Filmproduzentin

Veranstaltungsflyer

Termin: 24. Mai 2018, 19 Uhr
Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, „Haus 22“, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Der Eintritt ist frei.
Der Zugang zu "Haus 22" ist nicht barrierefrei. Wir bitten, dies zu entschuldigen.
Die Platzkapazitäten sind begrenzt.

Veranstalter:

Die Robert-Havemann-Gesellschaft und Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden. 


Montags in Dresden - Ein Film von Sonja Michel

Filmvorführung mit anschließender Diskussion

Sie heißen René, Sabine, Daniel - drei von Tausenden, die jeden Montag als „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ durch Dresden ziehen. Sie rufen „Wir sind das Volk!“. Sie fordern „Merkel muss weg!“. Die Regisseurin Sabine Michel hat sie über ein Jahr lang begleitet - auf ihren Demonstrationen und in ihrem Alltag. MONTAGS IN DRESDEN ist kein Film über PEGIDA, er fragt nach den privaten Gründen für das patriotische Aufbegehren, ein Film über reale und absurde Ängste der Gegenwart.

Im Anschluss wird ein Podium zusammen mit dem Publikum und der Regisseurin über den Film diskutieren. Weitere Informationen folgen.

Termin: 4. Juli 2018, 19 Uhr
Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie (Haus 22), Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U-Bahnhof Magdalenenstraße

Der Eintritt ist frei.
Der Zugang zu "Haus 22" ist nicht barrierefrei. Wir bitten, dies zu entschuldigen.
Die Platzkapazitäten sind begrenzt. 

Veranstalter:

Robert-Havemann-Gesellschaft und der Bundesbeauftragte für die Unterlag des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.

Sollten Sie zukünftig Veranstaltungsinformationen der Robert-Havemann-Gesellschaft nicht mehr erhalten wollen, teilen Sie uns dies bitte per Mail mit.

 

 


So viel Anfang war nie - Notizen aus der ostdeutschen Provinz

Lesung mit Christhard Läpple und Musik von Stephan Krawczyk

Nennen wir es "Herzdorf", dieses kleine reale Dorf in der Nähe von Berlin, das eigentlich jedes Dorf sein könnte. Ein Mikrokosmos menschlicher Befindlichkeiten, über die Jahrhunderte gewachsen in seinen Strukturen und dem sozialen Gefüge. Den historischen Widrigkeiten haben seine Einwohner ebenso die Stirn geboten wie den Herausforderungen des Alltags. Was hat das Dorf nicht alles gesehen? Die Schrecken der Kriege, Flüchtlingstrecks, LPGs – und schließlich die Wiedervereinigung. Kreative und Glücksritter. Gewinner und Verlierer. Pessimisten und Visionäre. Alteingesessene und Berliner Großstadtmenschen, die in der unberührten Natur ihr Glück bei der Ansaat von Biogemüse suchen. Theaterleute, die Freiräume mit Kulturprojekten aufladen wollen. Landschaftsarchitekten, die das Dorf neu erfinden. So viel Anfang war nie! So viel Hoffnung, so viele Erwartungen, so viele Wünsche. Doch das Dorf bleibt das Dorf – hier herrschen eigene Gesetzmäßigkeiten. Wie unter dem Brennglas werden die Triebfedern urmenschlicher Verhaltensweisen sichtbar – Leidenschaft, Eifersucht, Ängste und Tatendrang. Und auf einmal entbrennt selbst im kleinsten Dorf ein Drama von unvorhergesehener Größe.

Lesung:
Christhard Läpple, Autor, Fernsehjournalist (ZDF)

Musik:
Stephan Krawczyk, Liedermacher

Termin: 12. September 2018, 18.30 Uhr
Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, „Haus 22“, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Der Eintritt ist frei.
Der Zugang zu "Haus 22" ist nicht barrierefrei. Wir bitten, dies zu entschuldigen.
Die Platzkapazitäten sind begrenzt.

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft und Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.