Auch diese Schreibmaschine wanderte verbotenerweise von West nach Ost über die innerdeutsche Grenze. Quelle: Privatarchiv Christian Sachse

19.04.2024

Solidarität von drüben. Bürgerschaftliches Engagement für die DDR-Opposition

Erich Mielke witterte sie hinter jedem Baumstamm. Die Propaganda bläute es schon den Kindern ein: Der Feind kommt aus dem Westen. Kontakte mit westlichen Organisationen waren mit hohen Strafen belegt. Niemand sprach darüber, doch die bürgerschaftliche Solidarität von drüben funktionierte durch all die Jahre der Diktatur hindurch.

Über die gesamte Geschichte der SBZ/DDR hinweg gab es spontane oder auch „von unten“ organisierte Solidarität von Bundesbürgern mit Bürgerrechtlern im Osten. Dies reichte von Drucktechnik für illegale Zeitschriften über politische Lobbyarbeit bis hin zur Fluchthilfe. Die Hilfe überspannte alle politischen Richtungen von konservativ bis links. In Zeitzeugenbeiträgen und Vorträgen sollen einige markante Beispiele vorgestellt werden. Der Kongress ist zugleich ein Dank an die westlichen Unterstützer, die damals weitgehend unbekannt bleiben mussten und bis heute in ihrer Wirksamkeit unterschätzt werden.

Programm

11.00 Uhr | Grußworte
Staatssekretär Conrad Clemens
, Bevollmächtigter des Freistaates Sachsen beim Bund
Dieter Dombrowski, Bundesvorsitzender der UOKG e.V.
N.N., Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. 

Einführung: Dr. Christian Sachse, UOKG e.V.:

11.15 Uhr | Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) - Aktionen, Veröffentlichungen, verborgene Arbeit
mit: Karl Hafen, Petra und Dieter Dombrowski (IGFM)

12.00 Uhr | Die Umweltbibliothek und ihre Unterstützergruppe
mit: Tom Sello (ehem. Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Mitglied im Vorstand der Robert-Havemann-Gesellschaft e. V.) und Brigitte Gehrke und Andreas Will (ehemalige Unterstützergruppe der Umwelt-Bibliothek in West-Berlin)

13.00 Uhr Mittagspause

14.00 Uhr | Wege der Nachrichten über die Grenze
mit: Ralf Hirsch (Mitgründer der Initiative Frieden und Menschenrechte, organisierte nach seiner Ausbürgerung im Februar 1988 Unterstützung der DDR-Opposition aus West-Berlin) 

15.00 Uhr | Radio Glasnost – außer Kontrolle
Rebecca Hernandez Garcia, Archivleiterin Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.
Frank Holzkamp, Redakteur Radio 100 

16.00 Uhr Kaffeepause 

16.30 Uhr | Die Lücke im System
mit: Dr. Burkhart Veigel (verhalft in den 1960er Jahren Hunderten Menschen zur Flucht aus der DDR) 

17.30 Uhr Abschlussrunde

Moderation:
Isabel Fannrich, Journalistin Deutschlandfunk 

Termin: 19. April 2024, 11.00 bis 18.00 Uhr
Ort: Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund, Brüderstraße 14, 10178 Berlin 

Wir bitte um Anmeldung unter soli.von.drueben(at)uokg.de.  

Ausführliche Informationen zum Programm und zum Ablauf des Kongresses erhalten Sie auf der Internetseite der UOKG sowie im Veranstaltungsflyer (pdf)

Die Veranstaltung wird gefördert durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Wir danken dem Freistaat Sachsen für die gewährte Gastfreundschaft. 

Veranstalter: Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e. V, Robert-Havemann-Gesellschaft e. V.

Die Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. und die Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. werden gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.