15.04.2026

Helene Bukowski - „Wer möchte nicht im Leben bleiben“

Am Mittwoch, den 15. April 2026, laden wir herzlich zur Buchpremiere von Helene Bukowskis neuem Roman „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ in die ehemalige „Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie" ein. 

1985 nimmt sich eine junge Pianistin in Neubrandenburg das Leben. Dreieinhalb Jahrzehnte später stößt die Schriftstellerin Helene Bukowski auf ihre Geschichte. Aus Briefen, Fotos und Gesprächen rekonstruiert sie die Biographie von Christina, fragt nach dem, was sie bewegt hat, und versucht zu verstehen, warum dieses Leben so tragisch endete. Sie erzählt von familiären Erwartungen und stillen Sehnsüchten, von der Einsamkeit und Härte der musikalischen Ausbildung in Spezialschulen in Berlin und Moskau. Wir lernen einen Vater kennen, der in der Tochter seine eigenen Träume verwirklichen will und eine Mutter, die nie gelernt hat zu widersprechen. Wir sitzen mit Christina in kalten Übungsräumen, gehen mir ihr durch sturzbachartigen Regen und schneeverhangene Nächte und erfahren von einer Krankheit, für die es damals noch keinen Namen gab.

Mit großer Sensibilität nähert sich Helene Bukowski diesem Leben an, macht Leerstellen behutsam sichtbar und setzt das Erzählte in Beziehung zu ihrer eigenen Biographie. Der Roman ist weit mehr als die literarische Annäherung an ein einzelnes Schicksal: Er ist eine eindringliche Auseinandersetzung mit Fragen von Selbstbestimmung, Leistungsdruck und den Grenzen individueller Freiheit in der DDRHelene Bukowskis Roman ist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 im Bereich Belletristik nominiert.

Die Journalistin und Schriftstellerin Carolin Würfel spricht mit Helene Bukowski über ihr Buch. Im Anschluss an die Lesung laden wir zu einem Empfang ein.

Wann: 15. April 2026, 18.30 Uhr
Wo: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, "Haus 22" 1.OG, 10365 Berlin

Veranstalter: 
Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., Stasi-Unterlagen-Archiv, Ullstein Verlag