10.06.2026

„Als ich wie ein Vogel war“ Erinnerungen an den Liedermacher Gerulf Pannach

„Ob im Osten oder Westen, wo man ist, ist’s nie am besten“, dichtete Gerulf Pannach Anfang der 1980er Jahre und brachte damit einen prägenden Aspekt seines Lebens auf den Punkt. Der Rockpoet und Dichtersänger geriet mit seinen Texten in der DDR früh in Konflikt mit den staatlichen Behörden – zunächst als Mitglied der Rockgruppe Renft, später als kritischer Liedermacher. 1977 wurde er verhaftet und schließlich nach West-Berlin ausgebürgert.

Doch auch im Westen blieb Pannach unbequem, immer auf der Suche nach einer besseren Welt, für die er gemeinsam mit Christian Kunert („Pannach & Kunert“) „die Gitarre geschlagen“ hat, wie es in einem seiner Lieder heißt. Gerulf Pannach starb am 3. Mai 1998 an Krebs. Seine Texte – unter anderem auch für die Puhdys, Manfred Maurenbrecher und Veronika Fischer – sind bis heute nicht vergessen.

Der Nachlass Gerulf Pannachs wird heute im Archiv der DDR-Opposition der Robert-Havemann-Gesellschaft bewahrt und ist dort für Forschung, Öffentlichkeit und historisch-politische Bildung zugänglich.

Gespräche und Musik von und mit: 

  • Christian Kunert, langjähriger Freund und Weggefährte Gerulfs in der Rockgruppe Renft und bei „Pannach & Kunert“
  • Salli Sallmann, Musiker und Redakteur, alter Freund und Herausgeber des Buchs Als ich wie ein Vogel war. Gerulf Pannach: Die Text. Neu herausgegeben von Salli Sallmann. Mit Anmerkungen und Anekdoten von Kuno Kunert
  • Doris Liebermann, Autorin des Buchs Gegen die Angst, seid nicht stille. Das geheime Tonband von Pannach, Kunert und Fuchs

Moderation: Jürgen Karwelat, Berliner Geschichtswerkstatt

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Programms „Deine Bühne – Dein Programm!“ vom Schoeler Schlösschens statt.

Termin: 10. Juni 2026, ab 19:00 Uhr 
Ort: Schoelerschlösschen, Wilhelmsaue 126, 10715 Berlin-Wilmersdorf

Veranstalter: Robert-Havemann-Gesellschaft e. V., Verein rockradio.de, Berliner Geschichtswerkstatt e. V.