Quelle: BStU
Von links nach rechts: Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk, die beiden Zeitzeugen Anna Frieda Schreiber und Christian Ansehl und Moderatorin Birgit Müller. ©Robert-Havemann-Gesellschaft

11.09.2019

Die Stasi im Kinderzimmer

Diskussion und Filmvorführung

 

Die Dokumentation erzählt, wie die Staatssicherheit nach einem Erlass von MfS-Chef Erich Mielke seit 1966 Kinder und Jugendliche - Minderjährige - als inoffizielle Mitarbeiter anwirbt. Neben diesem staatlich verordneten Missbrauch bildet das MfS Offiziersbewerber für die Arbeit beim DDR-Geheimdienst aus. Außerdem sichert es jungen Leuten Plätze für ein ziviles Studium, wenn sie sich für die Arbeit bei der Staatssicherheit verpflichten.

Der Film von Kathrin Matern widmet sich auf beeindruckende Weise vier verschiedenen Schicksalen, vier unterschiedlichen Biographien von Menschen, die in jungen Jahren in Kontakt mit der Stasi kamen. Und erzählt, wie sie mit den daraus resultierenden Auswirkungen umgehen, bis heute.

Im Anschluss diskutierten:

Christian Ahnsehl, unterschrieb mit 15 Jahren unter Druck eine Verpflichtungserklärung

Anna Frieda Schreiber, ihre Eltern waren Mitarbeiter der Staatssicherheit

Ilko-Sascha Kowalczuk, betreute das Filmprojekt als Historiker

Moderation:

Birgit Müller, Leiterin der Redaktion NDR Fernsehen im Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern

Termin: 11. September 2019, 18.00 Uhr
Ort: Bundesstiftung Aufarbeitung, Kronenstraße 5, 10117 Berlin


Veranstalter: Robert-Havemann-Gesellschaft e.V. und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Der Film „Die Stasi im Kinderzimmer“ wurde von Populärfilm Media GmbH für den NDR produziert mit Förderung durch die Bundesstiftung Aufarbeitung.

©Robert-Havemann-Gesellschaft/Hensel
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Hensel
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Hensel
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Hensel
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Hensel
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Hensel
Quelle: BStU/Muhrbeck

07.09.2019

„Einer Diktatur auf der Spur“ - Die Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie beim Tag des offenen Denkmals

Führungen und Vorträge zum Tag des offenen Denkmals 2019

 

Wo einst die Stasi fast vier Jahrzehnte lang die Überwachung und Verfolgung von Menschen in der DDR organisierte, stehen heute zentrale Gebäude unter Denkmalschutz. Am Tag des offenen Denkmals laden Akteure der „Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie“ zur Spurensuche ein.

Besichtigen Sie mit uns „Haus 1“ – dem früheren Dienstsitz von Stasi-Minister Erich Mielke, nehmen Sie an einer Sonderführung durch „Haus 15“, dem Haus der Auslandsspionage der Stasi (HV A) teil, oder informieren Sie sich an einem der Informationsstände über die Angebote der Akteure in der ehemaligen Stasi-Zentrale.

Um 12.30 und 15.00 Uhr öffnete die Robert-Havemann-Gesellschaft ihre Türen und gabt einen Einblick in die Bestände des Archivs der DDR-Opposition. Weitere Infos zu den Angeboten in der Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie zum Tag des offenen Denkmals entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungsflyer (pdf).

Termin: 7. September 2019, 11.00 bis 18.00 Uhr
Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft, das Bürgerkomitee 15. Januar e.V, der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU), das Osteuropazentrum und das Stasimuseum/ASTAK e.V.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Nach der Veranstaltung hatten die Besucher die Möglichkeit an einer thematischen Führung durch das Stasti-Unterlagen-Archiv oder einer Zeitzeugenführung durch die Open-Air-Ausstellung "Revolution und Mauerfall" teilnehmen. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Moderatorin Jacqueline Boysen im Gespräch mit dem Historiker Martin Stief. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Dr. Jürgen Sudhoff, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes a. D. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Peter-Christian Bürger, schilderte die Motive, die ihn zur Flucht über die deutsche Botschaft in Prag getrieben haben. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Ralf Kukula, Regisseur des Films „FRITZI – Eine Wendewundergeschichte“ (ab 9.10.2019 im Kino). ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Der Film „FRITZI – Eine Wendewundergeschichte“ (ab 9.10.2019 im Kino) greift die Botschaftsfluchten auf und soll das Thema nachfolgenden Generationen nahebringen. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Mutter und Tochter verabschieden sich am Zaun der BRD-Botschaft in Prag. Quelle: AP Photo/Diether Endlicher

04.09.2019

„Der Weg in die Freiheit“ – Die Botschaftsflüchtlinge in Warschau, Prag und Ost-Berlin

Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Macht, Menschenrechte, Mauerfall"

 

Im Sommer 1989 erreichte die Ausreisebewegung einen neuen Höhepunkt. Menschen aus der DDR riskierten bei der Flucht ihr Leben. Um ihre Ausreise zu erzwingen, besetzten Tausende die bundesdeutsche Botschaft in Prag. Auch in Budapest und Warschau drangen Menschen in die Botschaften ein, ebenso wie in die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin.

Was waren Auslöser dafür, dass sich so viele Menschen Zugang zu den Botschaften verschafften? Wie versuchte die Stasi, die Ausreisewelle unter Kontrolle zu bekommen? Was bedeutete die Fluchtwelle für den weiteren Verlauf der Friedlichen Revolution?

Podium:
Dr. Jürgen Sudhoff (Staatssekretär des Auswärtigen Amtes a. D.) berichtet von den Verhandlungen, die zur Grenzöffnung und der Ausreise der Botschaftsflüchtlinge führten.
Peter-Christian Bürger (Zeitzeuge) schildert die Motive, die ihn zur Flucht über die deutsche Botschaft in Prag getrieben haben.

Martin Stief (BStU) analysiert Hintergründe, Ausmaß und die Auswirkungen der Fluchtbewegung.
Ralf Kukula (Filmemacher) spricht am Beispiel seines Films „FRITZI – Eine Wendewundergeschichte“ (ab 9.10. im Kino) über die Herausforderung, das Thema nachfolgenden Generationen zu vermitteln.

Moderation:
Jacqueline Boysen, Journalistin 

Termin: 4. September 2019, 18.00 Uhr
Ort: Haus 7, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Im Anschluss:
Der Zeitzeuge Uwe Dähn führte durch die Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall“.
Eine Sonderführung im Stasi-Unterlagen-Archiv präsentiert Fallakten der Zentralen Koordinierungsgruppe der Stasi. Sie war dafür zuständig, Fluchten aus der DDR zu unterbinden.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Macht, Menschenrechte, Mauerfall".

Veranstaltungsflyer (pdf)

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

©Robert-Havemann-Gesellschaft/Oana Popa

31.08.2019

Lange Nacht der Museen in der Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie

Führungen und Vorträge zur Langen Nacht der Museen 2019 in der Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie 

 

Zur Langen Nacht der Museen 2019 präsentierte sich die Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie mit drei Ausstellungen zu verschiedenen Schwerpunkten: Das Stasimuseum in "Haus 1" veranschaulicht Struktur, Methoden und Wirkungsweise der DDR-Staatssicherheit. Die Open-Air-Ausstellung „Revolution und Mauerfall“ im Innenhof dokumentiert die wichtigsten Stationen der Friedlichen Revolution in der DDR 1989/90. In "Haus 7" zeigt die Ausstellung des Stasi-Unterlagen-Archivs - "Einblick ins Geheime" - wie und warum die Stasi die Akten anlegte und welche Bedeutung sie in der Gegenwart haben.

Neben stündlichen Führungen durch die verschiedenen Ausstellungen, wurden auch Zeitzeugengespräche und Vortragsveranstaltungen angeboten. Das genaue Programm der Langen Nacht der Museen in der Stasi-Zentrale. 

Für uns führte der Zeitzeuge Tim Eisenlohr durch die Open-Air-Ausstellung "Revolution und Mauerfall". Zu DDR-Zeiten war Eisenlohr Mitglied der Oppositionsgruppe Umweltbibliothek. Er berichtete über seine Politisierung, seine Arbeit in der Umweltbibliothek und seine Erfahrungen mit der Staatssicherheit. 

Termin: 31. August 2019, 18.00 bis 2.00 Uhr
Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: Shuttlelinie R2, U5 Magdalenenstraße

Veranstaltungsflyer (pdf)

Veranstalter:

Die Robert-Havemann-Gesellschaft, der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) und das Stasimuseum/ASTAK e.V.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Moderatorin Sabine Adler mit Markus Meckel, Dr. Ekaterina Makhotina, Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej und Prof. Dr. Claudia Weber (von links nach recht). Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Dr. Ekaterina Makhotina, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Bonn (links) und Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej, Professor am Historischen Institut der Universität Warschau. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Prof. Dr. Claudia Weber, Professurinhaberin und Leiterin des Viadrina Center, Stiftung Europa-Universität Viadrina. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Die Veranstaltung fand im Foyer des Dokumentationszentrums der Topographie des Terrors statt. Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Moskau, 24. August 1939: Handschlag Stalins und Ribbentrops nach der Unterzeichnung des Nichtangriffspakts. Quelle: Bundesarchiv, Bild 183-H27337 / CC-BY-SA 3.0, bearbeitet.

22.08.2019

Geteilte Erinnerungen - 80 Jahre nach dem 23. August 1939

Podiumsdiskussion anlässlich des 80. Jahrestages des Hitler-Stalin-Paktes

 

Am 23. August 1939 schließen das Deutsche Reich und die Sowjetunion einen Nichtangriffspakt (Hitler-Stalin- bzw. Molotow-Ribbentrop-Pakt). In einem Geheimen Zusatzprotokoll teilen beide Mittelosteuropa in »Interessensphären« auf. Mit dem deutschen Angriff auf Polen beginnt am 1. September der Zweite Weltkrieg, ab dem 17. September marschiert die Rote Armee in Ostpolen ein. Im Jahr darauf besetzt und annektiert die Sowjetunion Litauen, Lettland, Estland und Teile Rumäniens.

Anlässlich des 50. Jahrestages des Paktes schließen sich über eine Million Esten, Letten und Litauer zu einer Menschenkette zusammen, um für ihre Freiheit zu demonstrieren. Erst 1989 bestätigt Moskau die Existenz des Geheimen Zusatzprotokolls. Am 2. April 2009 erklärt das Europäische Parlament den 23. August zum »Gedenktag für die Opfer aller totalitären und autoritären Regime«.

Die Veranstaltung ging den Fragen nach, welche Rolle der 23. August 1939 und seine Folgen in der heutigen Außen- und Sicherheitspolitik spielen und welche Bedeutung dieses Datum in Polen und dem Baltikum, in Deutschland und Russland hat. 

PROGRAMM

Begrüßung
Prof. Dr. Andreas Nachama, Vorsitzender der Ständigen Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum (2019), Direktor der Stiftung Topographie des Terrors

Grußwort
Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister von Berlin, Senator für Kultur und Europa

Vortrag
Prof. Dr. Claudia Weber, Professurinhaberin und Leiterin des Viadrina Center, Stiftung Europa-Universität Viadrina

Podium
Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej, Professor am Historischen Institut der Universität Warschau, Co-Direktor des Imre Kertész Kollegs an der Universität Jena
Dr. Ekaterina Makhotina, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Abt. für Osteuropäische Geschichte, Institut für Geschichtswissenschaft an der Universität Bonn
Markus Meckel, Ratsvorsitzender der Stiftung Aufarbeitung, 1990 Außenminister der DDR, 1990–2009 Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD), 2013–2016 Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.

Moderation
Sabine Adler, Deutschlandfunk

Termin: 22. August 2019, 19.00 Uhr
Ort: Topographie des Terrors, Auditorium, Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin
Verkehrsanbindung: U2 Mohrenstraßen, U6 Kochstraße/Checkpoint Charlie

Einladungskarte (pdf) 

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, die Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. 

Die Moderatorin Jacqueline Boysen mit den Zeitzeugen Andreas Schönfelder und Stephan Hilsber sowie dem Sinologen Prof. Dr. Klaus Mühlhahn. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Der Sinologe Prof. Dr. Klaus Mühlhahn, erläuterte die Auswirkungen der Niederschlagung der Proteste von 1989 in China in einem Impulsreferat. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Während der Diskussion wurden Bilder und Dokumente aus den Archiven des BStU un der Robert-Havemann-Gesellschaft gezeigt. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Protest "China ist nicht fern!". Quelle:Robert-Havemann-Gesellschaft/EP/09

04.06.2019

Klagetrommeln für China - Reaktionen in der DDR auf das Tiananmen-Massaker

Podiumsdiskussion anlässlich des 30. Jahrestages des Massakers auf dem Platz des himmlischen Friedens

 

4. Juni 1989 in Peking: Panzer rollen über den Tiananmen-Platz. Auf Befehl der chinesischen Regierung schlug das Militär die Protestbewegung der Studenteninnen und Studenten für demokratische Reformen brutal nieder. Hunderte Menschen starben. Das Massaker wurde weltweit scharf verurteilt. Die DDR Regierung hingegen begrüßte das Vorgehen Chinas. Sie sandte damit ein deutliches Signal an die Oppositionsbewegung im eigenen Land: Eine „chinesische Lösung“ ist auch in der DDR möglich.

Unbeeindruckt von dieser Drohung organisierten Oppositionelle Solidaritätsaktionen. In mehreren Kirchen Berlins und andernorts versammelten sie sich zum Klagetrommeln, um der Opfer in China zu gedenken. Anhand von Bildern und Dokumenten des Archivs der DDR-Opposition und des Stasi-Unterlagen-Archivs berichten Zeitzeugen bei der Podiumsdiskussion von den Ereignissen im Sommer 1989.

Podium:

Andreas Schönfelder und Stephan Hilsberg, demonstrierten im Juni 1989 gegen die blutige Niederschlagung des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens und nahmen an Solidaritätsaktionen teil.

Prof. Dr. Klaus Mühlhahn, Sinologe, erläutert die Auswirkungen der Niederschlagung der Proteste für die Bürgerrechtsbewegung in Osteuropa und das bis heute andauernde Schweigen in der Volksrepublik China.

Moderation:
Jacqueline Boysen, Journalistin

Termin: 4. Juni 2019, 18.00 Uhr
Ort: Haus 7, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Der Eintritt ist frei.

Im Anschluss besteht die Möglichkeit an einer Zeitzeugenführung durch die Ausstellung "Revolution und Mauerfall" der Robert-Havemann-Gesellschaft oder an einer Führung durch die Ausstellung "Einblick ins Geheime" des BStU teilzunehmen.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Macht, Menschenrechte, Mauerfall".

Veranstaltungsflyer
Veranstaltungsbilder
Mitschnitt der Veranstaltung auf dem YouTube-Kanal des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.

Filvorführung während "Bilder der Allmacht" in der Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
"Bilder der Allmacht" am 21. Mai 2019 in der Stasti-Zentrale. Campus für Demokratie. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Vor der Podiumsdiskussion hatten die Besucher die Möglichkeit an einer Führung zu den Originalschauplätzen berühmter TV-Produktionen im Stasimuseum teilzunehmen. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Von links nach rechts: Dr. Grit Lemke (Autorin, Dramaturgin), Annekatrin Hendel (Regisseurin), Prof. Dr. Daniela Münkel (Historikerin) und Dr. Andreas Körtzing (Herausgeber „Bilder der Allmacht). ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter

21.05.2019

Bilder der Allmacht - Die Staatssicherheit in Film und Fernsehen

Filmdiskussion zum neuerschienen Buch "Bilder der Allmacht"

 

Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) ist in Filmen über die DDR häufig präsent: Stasi-Mitarbeiter überwachen das Privatleben von Menschen und spionieren intimste Details aus. Wie kaum ein anderes Medium prägen Filme und Serien das Bild von der DDR-Geheimpolizei. Aber auch vor der Friedlichen Revolution war die Stasi Gegenstand filmischer Arbeiten in Ost und West, deren Bandbreite bis in die 50er Jahre reicht. In der DDR arbeitete die Staatssicherheit oft selbst an ihrem Bild in der Öffentlichkeit mit und inszenierte sich im Stil der James Bond-Filme.

In einer Podiumsdiskussion analysierten die Gäste ausgesuchte Filmszenen und sprachen über Fiktion und Wirklichkeit der Allmachtsbilder der Staatssicherheit.

Podium:
Annekatrin Hendel, Regisseurin „Vaterlandsverräter“, „Anderson“, „Familie Brasch“
Dr. Andreas Körtzing, Herausgeber „Bilder der Allmacht“ (Hannah-Arendt-Institut Dresden)
Prof. Dr. Daniela Münkel, Historikerin (BStU)

Moderation:
Dr. Grit Lemke, langjährige Programmleiterin des DOK Leipzig, Autorin, Dramaturgin

Termin: 21. Mai 2019, 19.00 Uhr
Ort: Haus 22, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Der Eintritt ist frei.
Bitte beachten Sie, dass der Veranstaltungsort nicht barrierefrei erreichbar ist.

Veranstaltungsflyer


Rahmenprogramm

Vor der Podiumsdiskussion:

18.00 Uhr • Das Stasimuseum als Drehort
„Das Leben der Anderen“, „Weissensee“, „Deutschland 83“, „Ballon“ – neben zahlreichen Dokumentationen über die Staatssicherheit wurden auch viele Kino- und Fernsehfilme im Stasimuseum gedreht. In einer Sonderführung können Sie die Drehorte einiger dieser Produktionen besichtigen und mit Bildern aus den Filmen vergleichen.
→ Treffpunkt: vor „Haus 1“ 

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion:

Filmvorführung „For Eyes Only – Streng geheim“
(DEFA-Spionagefilm aus dem Jahr 1963)
→ Treffpunkt: Saal „Haus 22“

Sonderführung durch das Stasi-Unterlagen-Archiv
Rundgang zu den Beständen der audiovisuellen Medien im Stasi-Unterlagen-Archiv
→ Treffpunkt: vor „Haus 22“

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, Astak e.V./Stasimuseum, der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Oana Popa

19.05.2019

Internationaler Museumstag in der Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie

Geschichte und Geschichten - Führungen zum Internationalen Museumstag

 

Drei Ausstellungen, Sonderführungen, Blicke hinter die Kulissen: Am Internationalen Museumstag rückt die Geschichte der Stasi-Zentrale in den Blick, aber auch ihre Gegenwart. Wie lässt sich der historische Ort denkmalgerecht bewahren und gleichzeitig der Öffentlichkeit zugänglich machen?

Was geschah mit den Hinterlassenschaften der Stasi, die während der Friedlichen Revolution gesichert wurden? Rund die Hälfte von 111 Regal-Kilometern mit menschenrechtswidrig gesammelten Informationen sind heute auf der „Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie“ verwahrt. Wie arbeiten die Archive und Initiativen vor Ort mit diesem Monument der Geschichte?

11.30 Uhr
„Einblick ins Geheime“
Rundgang durch die Ausstellung zum Stasi-Unterlagen-Archiv
→ Treffpunkt: Foyer „Haus 7“

12.30 Uhr • 14 Uhr • 15 Uhr
"Schlüssel zu den Akten"
41 Millionen Karteikarten in tausenden Systemen verweisen auf Personen und Vorgänge in den Unterlagen und machen so eine Recherche überhaupt erst möglich. Begleiten Sie uns in die Karteisäle und erfahren Sie mehr über den „Schlüssel zu den Akten“.
→ Treffpunkt: Foyer „Haus 7“

12.30 Uhr • 14 Uhr
"Revolution und Mauerfall"
Der Zeitzeuge Tim Eisenlohr führt durch die Open-Air-Ausstellung, die auf 1.300 Quadratmetern die wichtigsten Stationen der Friedlichen Revolution in der DDR dokumentiert.
→ Treffpunkt: vor „Haus 22“

13 Uhr • 16 Uhr
„Genug gespitzelt!“ – aber was jetzt?
Die Öffnung der Stasi-Akten für die Bürgerinnen und Bürger war ein umkämpfter und einmaliger Prozess im Zuge der Wiedervereinigung. In einer Sonderführung erfahren Sie, warum die Akten bis heute zugänglich sind.
→ Treffpunkt: Foyer „Haus 7“

15 Uhr
"Vom Machtzentrum zum Denkmal"
Der Rundgang durch die Dauerausstellung „Staatssicherheit in der SED-Diktatur“ führt auch durch die im Original erhaltenen Diensträume des langjährigen Stasi-Ministers Erich Mielke.
→ Treffpunkt: vor „Haus 1“

11.30 bis 16 Uhr
"Rekonstruktion zerrissener Stasi-Unterlagen"
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Archivs setzen von der Stasi zerrissene Dokumente zusammen.
→ „Haus 7“ • Raum 030

11.30 bis 17 Uhr
"
Bürgerberatung"
Ihren Antrag auf Einsicht in die Stasi-Unterlagen können Sie direkt vor Ort stellen. Hierfür ist ein gültiges Personaldokument erforderlich.
→ „Haus 7“ • Raum 029

Termin: 19. Mai 2019, ab 11.30 Uhr
Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsflyer

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, Stasi-Museum/Astak e.V. und der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.

Stefan Müller, Anja Schröter, Evelyn Zupke und Peter Wensierski (von links nach rechts). Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter

07.05.2019

WAHLBETRUG ‘89 – Die Kommunalwahlen in Berlin und ihre Folgen

Podiumsdiskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Macht, Menschenrechte, Mauerfall"

 

Bei Wahlen in der DDR war das Ergebnis stets vorprogrammiert. Auch bei den Kommunalwahlen am 7. Mai 1989. Diesmal aber beobachteten Oppositionelle die Stimmenauszählung – gegen den Willen der Staatsführung.

Die Staatssicherheit war zwar bestens über die Aktion verschiedener Bürgerrechtsgruppen informiert, sie schaffte es aber nicht, dieses Aufbegehren gegen staatliche Vorgaben zu verhindern. Erstmals gelang es der Opposition, das amtliche Endergebnis durch eigene Zählungen zu widerlegen. Eine Entwicklung, die zeigte, wie der Machtapparat sechs Monate vor dem Mauerfall bereits an Wirksamkeit eingebüßt hatte.

Podium:
Evelyn Zupke und Stefan Müller, beide 1989 Mitglied im Weißenseer Friedenskreis, beteiligt an der Auszählung der Stimmen der Kommunalwahl im Mai 1989 und Mitorganisatoren der nachfolgenden Proteste

Dr. Anja Schröter (Historikerin, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam) beleuchtet, warum die Kommunalwahlen ausschlaggebend für den weiteren Verlauf der Friedlichen Revolution waren

Einblicke in Dokumente aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv und dem Archiv der DDR-Opposition veranschaulichten das Vorgehen von Stasi und Bürgerrechtsgruppen.

Moderation:
Peter Wensierski, Journalist

Termin: 7. Mai 2019, 18.00 Uhr
Ort: Haus 7, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Macht, Menschenrechte, Mauerfall".

Veranstaltungsflyer
Mitschnitt der Veranstaltung auf dem YouTube-Kanal des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

29.04.2019

„Radio Glasnost – Außer Kontrolle“

Vortrag und Diskussion zu "Radio Glasnost" im Grenzhus Schlagsdorf 

 

Eine Radiosendung für die DDR-Opposition? Seit 1987 ging das Projekt bei Radio 100 auf Sendung, moderiert von Ilona Marenbach. Besprochene Tonbandkassetten aus der DDR erreichten die Redaktion. Unter der Mitarbeit der Journalisten und Autoren Roland Jahn, Dieter Rulff, Rüdiger Rosenthal und Fred Kowasch entstanden Radiobeiträge. Ungefiltert konnten so Originalstatements unterschiedlicher Oppositionsgruppen den Hörern in der DDR bekannt werden.

Die Sendungen erreichten allerdings kein Massenpublikum, sondern dienten der Selbstvergewisserung, Debatte und Vernetzung oppositioneller Kreise. Erst ein diffamierender Kommentar in der SED-Zeitung Neues Deutschland machte viele DDR-Bürger auf die Sendung aufmerksam.

Vorträge und Gespräch:

Fred Kowasch, Redaktionsmitglied Radio Glasnost
„Radio Glasnost“

Rebecca Hernandez-Garcia, Leiterin Archiv der DDR-Opposition
„Radio Glasnost im Archiv der Havemann-Gesellschaft“

 

Termin: 29. April 2019, 19.00 Uhr
Ort: Grenzhus Schlagsdorf, Neubauernweg 1, 19217 Schlagsdorf

Der Eintritt ist frei.

 

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., das Grenzhus Schlagsdorf, Politische Memoriale e. V. Mecklenburg-Vorpommern.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Der Historiker Dr. Tobias Wunschik stellt sein Buch "Honeckers Zuchthaus - Brandenburg-Görden und der politische Strafvollzug in der DDR". ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Von Links nach Rechts: Johannes Drews, Manfred Wilhelm, Silke Klewin, Tobias Wunschik und Frank Tornow. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Treppenhaus der Haftanstalt Brandenburg-Görden, 21.11.1975,
Quelle: BStU

09.04.2019

„Honeckers Zuchthaus - Brandenburg-Görden und der politische Strafvollzug in der DDR"

Podiumsgespräch zur Vorstellung des Buches „Honeckers Zuchthaus - Brandenburg-Gördern und der politische Strafvollzug in der DDR“

 

Mit bis zu 3.500 Insassen zählte Brandenburg-Görden in der DDR zu den vier größten Haftorten. Hier saß bis 1945 Erich Honecker ein. Später ließ er in dieser Haftanstalt seine politischen Gegner inhaftieren, unter strengen Haftbedingungen und bei erzwungener Arbeit.

Die DDR-Geheimpolizei führte hinter den Kulissen Regie und warb Spitzel unter Häftlingen und Bewachern. Die Insassen verfolgten eigene Strategien zur Selbstbehauptung, fertigten Flugblätter oder hörten heimlich West-Radio. 

Tobias Wunschik (BStU) hat zu den Schicksalen der Gefangenen und den Biografien der  Verantwortlichen in der Gefängnisverwaltung und bei der Stasi geforscht. Seine Studie zeigt am Beispiel von Brandenburg-Görden, was politischer Strafvollzug in der DDR bedeutete. Wer wurde überhaupt politisch verfolgt, verurteilt und inhaftiert? Wie sah der Alltag von politischen Häftlingen aus?

Manfred Wilhelm, Frank Tornow und Johannes Drews berichteten an diesem Abend über die Haftanstalt Brandenburg-Görden aus eigenem Erleben. Während Wilhelm und Tornow wegen „staatsfeindlicher Hetze“ bzw. angeblicher Spionage mehrjährige Haftstrafen absaßen, arbeitete Drews hier als Gefängnispfarrer.

Impulsvortrag
Dr. Tobias Wunschik

Podiumsgespräch:
Frank Tornow, ehemaliger politischer Häftling
Manfred Wilhelm, ehemaliger politischer Häftling
Johannes Drews, Gefängnisseelsorger in Brandenburg-Görden
Dr. Tobias Wunschik, Historiker und Buchautor 

Moderation:
Silke Klewin, Leiterin Gedenkstätte Bautzen

Termin: 9. April 2019, 18.30 Uhr
Ort: Haus 22, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Der Eintritt ist frei.

Empfang im Anschluss.
Der Zugang zum Veranstaltungsort ist nicht barrierefrei.

Veranstalter: Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Vandenhoeck & Ruprecht

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Robert-Havemann-Gesellschaft/Volker Döring/RHG_Fo_HAB_23612

02.04.2019

„Warten auf den Vater - Erinnerungen an Ibrahim Böhme“

Vorstellung des Buches „Warten auf den Vater - Erinnerungen an Ibrahim Böhme“ von Tatjana Böhme-Mehner

 

Frühjahr 1990: Manfred „Ibrahim“ Böhme wird zum Vorsitzenden der neu-gegründeten Ost-SPD gewählt. Er gilt als aussichtsreicher Bewerber um den Posten des DDR-Ministerpräsidenten. Wenig später wurde Böhme als inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit enttarnt und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Es bleiben viele Fragen: Manfred oder Ibrahim? Dissident oder Stasi-Spitzel? Weltflüchter oder Realist? Arbeiter oder Intellektueller? Tragischer Held oder Clown? Tatjana Böhme-Mehner, Tochter von Ibrahim Böhme, ist sich nicht sicher.

Im freien Fall von der Lichtgestalt zum enttarnten Spitzel – sie war beiden gegenüber skeptisch.
Die Autorin entwickelt in ihrem Buch „Warten auf den Vater - Erinnerungen an Ibrahim Böhme“  anhand ihrer persönlichen Erfahrungen das schwierige Verhältnis zu einem irrealen Vater. Dass Böhme auch ein „politischer Heiratsschwindler” war und wie aus dem jungen Sympathisanten des Prager Frühlings ein gut getarnter und übereifriger Stasi-Zuträger wurde - darüber wird Christiane Baumann, Autorin des Buches „Manfred „Ibrahim“ Böhme. Das Prinzip Verrat“ aufklären.

Moderiert wird die Runde von Hans-Jürgen Börner. Er hat viele Jahre das Satire-Magazin extra drei moderiert. Eine journalistisch besondere Zeit verbrachte Hans-Jürgen Börner als Fernsehkorrespondent der ARD in der DDR. Er ist, neben vielen anderen Filmen, Autor der Dokumentation „Mein Ost-Berlin“ aus dem Jahr 1989.

Im Gespräch:

Tatjana Böhme-Mehner, Autorin
Christiane Baumann,
Journalistin, Autorin

Moderation:

Hans-Jürgen Börner, Journalist

Termin: 2. April 2019, 19.00 Uhr
Ort: Haus 22, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin

Im Vorfeld der Buchpremiere fand eine Sonderführung durch das Stasi-Unterlagen-Archiv statt. Beginn: 18:00 Uhr, Treffpunkt: „Haus 7“. 

Veranstaltungsflyer
Mitschnitt der Veranstaltung auf dem YouTube-Kanal des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, der Europa-Verlag und der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

23.03.2019

Nikolai Passion

Aufführung der "Johannespassion" von Johann Sebastian Bach durch den Konzertchor Leipzig im Rahmen der Leipziger Buchmesse

 

Spätestens seit den Leipziger Montagsdemonstrationen ist die Friedliche Revolution in vollem Gange. Immer montags sammeln sich die Bürger Leipzigs nach den Friedensgebeten vor der Nikolaikirche um gegen die staatlichen Repressionsmaßnahmen, für Reisefreiheit, Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte zu demonstrieren. Schnell verbreitet sich im ganzen Land der Ruf der Leipziger Friedensgebete. Die Montagsgebete und -demonstrationen tragen den Protest auf die Straße und in die Gesellschaft hinein. Damit läuten sie das Ende der DDR ein.

Ebenfalls in der Nikolaikirche, jedoch 264 Jahre zuvor, wurde die Johannespassion von Johann Sebastian Bach uraufgeführt. Beide Ereignisse stehen beispielhaft für die bewegte Vergangenheit der Leipziger Nikolaikirche. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution feiert der Konzertchor Leipzig am 23. März 2019 unter dem Namen „Nikolai Passion“ beide historischen Ereignisse und widmet ihnen ein Konzert von Johann Sebastian Bachs „Johannespassion“. 

Beteiligt sind:
Reglint Bühler, Sopran
Susanne Krumbiegel, Alt
Nico Eckert, Tenor
Philipp Goldmann, Bass (Jesus)
Gun Wook Lee, Bass (Arien)

Konzertchor Leipzig
Neues Leipziger Barockensemble

Edward Caswell, Leitung

Termin: 23. März 2019, 19.30 Uhr
Ort: Nikolaikirche, Nikolaikirchhof 3, 04109 Leipzig
Verkehrsanbindung: S-Bahnhof Leipzig, Markt

Veranstaltungsplakat

Veranstalter: Konzertchor Leipzig, Robert-Havemann-Gesellschaft und das Archiv Bürgerbewegung Leipzig.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Veranstaltung fand im Foyer des Stasimuseums statt. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Im Podium von links nach rechts: Helmut Müller-Enbergs (BStU), Jörg Drieselmann (ASTAK/Stasimuseum), Stefan Trobisch-Lütge (Gegenwind), Sandra Pingel-Schliemann (Autorin, Kuratorin) ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter

13.03.2019

„Der konspirative Griff ins Leben"

Podiumsgespräch im Rahmen der Ausstellung “Zersetzung. Repressionsmethode des Staatssicherheitsdienstes”  

 

Plötzlich gerät das Leben aus den Fugen: Da tauchen merkwürdige Gerüchte auf, man solle für die Stasi spitzeln, anonym zugesandte Fotos suggerieren, dass der Partner fremdgeht, die Kin-der verhalten sich abweisend, der Arbeitsplatz geht verlustig, in der Wohnung gehen unerklärliche Veränderungen vor. Dass das Ministerium für Staatsicherheit dahinter steckt, ahnen die wenigsten Betroffenen. Ebenso wenig können sie erkennen, dass die Vorgänge Teil einer Strategie sind: Zersetzung.

Das Podium geht der Frage nach, welche Bedeutung das Mittel der Zersetzung für das MfS hatte, welche Ziele damit verfolgt wurden und wie die Erfolge der Zersetzungsmaßnahmen kontrolliert wurden.

Im Gespräch:
Dr. Sandra Pingel-Schliemann, Dozentin, Autorin
Prof. Dr. Helmut Müller-Enbergs, Historiker
Dr. phil. Stefan Trobisch-Lütge, Leiter der Beratungsstelle „Gegenwind“

Moderation:
Jörg Drieselmann, Direktor Stasimuseum

Termin: Mittwoch, 13. März 2019, 19.00 Uhr
Ort: Haus 1 (Foyer), Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, Stasi-Museum/Astak e.V., Haus der Zukunft e.V.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Autor Andreas Förster und der Programmchef des CH.Links Verlags Christof Blome.
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter

12.03.2019

"Zielobjekt Rechts"

Vorstellung des Buches „Zielobjekt Rechts - Wie die Stasi die westdeutsche Neonaziszene unterwanderte."

 

Im Ministerium für Staatssicherheit befasste sich seit 1975 eine Abteilung ausschließlich mit dem Rechtsextremismus in der Bundesrepublik. Mehr als 70 Informanten konnten als Zuträger und Einflussagenten gewonnen werden. Schlüsselfiguren der rechtsextremen Bewegung, die teilweise mit internationalem Haftbefehl gesucht wurden, fanden in der DDR Unterschlupf. Einige Neonazis aus dem Westen prägten nach der Friedlichen Revolution die rechte Szene in Ostdeutschland.

In seinem Buch „Zielobjekt Rechts“ beleuchtet Andreas Förster, warum sich die Staatssicherheit so intensiv mit der rechten Szene in der Bundesrepublik beschäftigte und wie der Verfassungsschutz bis heute in der Szene wirkt. Im Gespräch mit Christof Blome, Programmleiter des Christoph-Links-Verlags, gibt er einen umfangreichen Einblick in dieses Kapitel der deutschdeutschen Geheimdienstgeschichte.

Im Gespräch:
Andreas Förster, Autor
Christof Blome, Programmleiter, Ch. Links Verlag

Buchcover
Veranstaltungsflyer

Termin: 12. März 2019, 18.30 Uhr
Ort: Haus 7, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße 

Im Vorfeld der Buchvorstellung findet eine Sonderführung durch das Stasi-Unterlagen-Archiv statt. Beginn: 17:30 Uhr, Treffpunkt: „Haus 7“.

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und der Christoph Links Verlag.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Bürgerrechtler Wolfgang Templin. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter

27.02.2019

„Menschenrechte in der Diktatur“

Vorstellung des Buches „Menschenrechte in der Diktatur - Die Staatssicherheit und der KSZE-Prozess in den 70er und 80er Jahren."

 

Helsinki 1975, die Welt war geteilt in Ost und West. Dennoch handelten 35 Staaten beider Seiten eine gemeinsame Erklärung aus, die auch die Einhaltung von Menschenrechten vereinbarte. Bei der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) war auch die DDR dabei - bemüht um internationale Anerkennung. Für die Stasi war die Unterschrift unter die KSZE-Schlussakte eine Herausforderung: Wie sollte sie nun mit Forderungen der DDR-Bevölkerung nach Menschenrechten umgehen?

Im politischen KSZE-Prozess war die Sowjetunion beim Thema Menschenrechte stärker auf den Westen zugegangen als die SED-Führung. Moskau forcierte für die DDR vielmehr eine Politik der strikten Abgrenzung von der Bundesrepublik. Gleichzeitig beauftragte die SED die Stasi, unerwünschte Nebenwirkungen in der DDR zu bekämpfen. Die Geheimpolizei agierte dadurch im Spannungsfeld zwischen SED und Sowjetunion, vertreten durch den KGB. Doch die Bemühungen der Stasi brachten am Ende wenig. Die Folgen des KSZE-Prozesses reichten mit der steigenden Ausreisebewegung weit ins Jahr 1989 und verschärften die Krise des SED-Staates.

Impulsvortrag:
Dr. Douglas Selvage, Historiker (BStU)

Es diskutieren:
Dr. Douglas Selvage, Historiker (BStU)
Dr. Walter Süß, Historiker, Journalist
Wolfgang Templin, Autor, Bürgerrechtler

Moderation:
Jacqueline Boysen, Journalistin

Termin: 27. Februar 2019, 18.00 Uhr
Ort: Haus 7, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin

Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Veranstaltungsflyer
Veranstaltungsbilder
Mitschnitt der Veranstaltung auf dem YouTube-Kanal des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen

Der Eintritt ist frei.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe "Macht, Menschenrechte, Mauerfall".

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, Vandenhoeck & Ruprecht und der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Von Links nach Rechts: Johannes Klaas Beermann (Fritz Bauer Institut), Andrea Rudorff (Institut für Vorurteils- und Konfliktforschung e. V.), Moderator Gunther Latsch (DER SPIEGEL) und Henry Leide (BStU). ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Die Diskussion zum Thema "Auschwitz und Staatssicherheit" fand im Haus 22 der Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie statt. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Im Anschluss an die Diskussion, konnten die Besucher an Führungen durch das Stasi-Unterlagen-Archiv teilnehmen. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walter
Der ehemalige stellvertretende SS-Standort- und Lagerarzt von Auschwitz, Dr. Horst Fischer, während seines Prozesses vor dem Obersten Gericht der DDR, März 1966. Quelle: BStU, MfS, HA IX/11, ZUV 84, Bd. 1, S. 23

24.01.2019

„AUSCHWITZ UND STAATSSICHERHEIT“ - Strafverfolgung, Propaganda und Geheimhaltung in der DDR

Buchvorstellung und Diskussion

 

Das Vernichtungslager Auschwitz steht wie kein anderes Konzentrationslager für den industriell organisierten Massenmord an den europäischen Juden. Eine schwere Hypothek für beide deutsche Nachkriegsstaaten. Die DDR-Führung sah die Verantwortung für die in Auschwitz begangenen Verbrechen jedoch vor allem in der Bundesrepublik – als Rechtsnachfolger des „Dritten Reiches“.

Einerseits wurden Strafprozesse geführt und für die Propaganda genutzt, wie im Fall des SS-Arztes Horst Fischer. Andererseits hielt die Staatssicherheit Informationen über NS-Täter unter Verschluss.

Eine neue Studie von Henry Leide (BStU) zeigt anhand von Stasi-Unterlagen, wie widersprüchlich der Umgang mit diesem Personenkreis war.

Podium:
Henry Leide, Autor „Auschwitz und Staatssicherheit. Strafverfolgung, Propaganda und Geheimhaltung in der DDR“
Johannes Klaas Beermann, Fritz Bauer Institut
Andrea Rudorff, Institut für Vorurteils- und Konfliktforschung e. V.

Moderation:
Gunther Latsch, DER SPIEGEL

Termin: 24. Januar 2019, 18.30 Uhr
Ort: Haus 22, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Veranstaltungsflyer
Veranstaltungsplakat
Mitschnitt der Veranstaltung auf dem YouTube-Kanal des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen

Veranstalter:

Die Robert-Havemann-Gesellschaft, und der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

©Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Harald Hauswald. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Thomas "Monster" Schoppe. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert

20.01.2019

Finissage der Ausstellung „Damals war's“

Ausstellungsgespräch mit Harald Hauswald, Thomas "Monster" Schoppe von der Gruppe Renft und Peter Wensierski

 

Harald Hauswald dokumentierte in seinen Bildern wichtige Ereignisse der Friedlichen Revolution und zahlreiche Momente des Alltagslebens in der DDR – die weniger munteren, wie die skurrilen. Immer mit dem Fokus auf den Emotionen und der Geschichte der Portraitierten. Eine Auswahl der dabei entstandenen Bilder hängen seit dem 7. Oktober 2018 in Hauswalds Kiez, im Prenzlauer Berg.

Zum Abschluss der Schau seiner Bilder im Café März spricht Harald Hauswald mit zwei seiner Wegbegleiter, dem Journalisten Peter Wensierski und dem Sänger und Gitarristen der Gruppe Renft Thomas „Monster“ Schoppe, über die Entstehung seiner Bilder und deren Wahrnehmung in Ost und West. 

Mit Beiträgen von:
Harald Hauswald, Fotograf
Thomas „Monster“ Schoppe,
Gitarrist und Sänger der Gruppe Renft
Peter Wensierski, Autor und Journalist

Termin: 20. Januar 2019, 16.00 Uhr
Ort: Café März, Greifenhagener Straße 17, 10437 Berlin
Verkehrsanbindung: S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee

Der Eintritt ist frei.

Veranstalter: Die Robert-Havemann-Gesellschaft, grooove-station.net, Gina M. und Ostkreuz/Agentur der Fotografen.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.

©BStU/Mulders
©BStU/Mulders
Großflächige Projektionen zeigen Impressionen vom 15. Januar 1990. ©BStU/Mulders
Zeitzeuge Carlo Jordan führt über das Gelände. ©BStU/Mulders
Die Zeitzeugen Gilbert Furian, Margita Kupler und Christian Halbrock (v.l.n.r.) im Anschluss an die Geländeführungen im Haus 22. ©BStU/Mulders

15.01.2019

„STASI RAUS – ES IST AUS!“ Die letzten Tage der DDR-Staatssicherheit

Führungen, Rundgänge und Diskussion zum Jahrestag der Stürmung der Stasi-Zentrale

 

Ab 17 Uhr wurde der Druck zu groß: Zehntausende Demonstrierende erreichten am 15. Januar 1990, dass sich die bewachten Tore der Stasi-Zentrale in Berlin Lichtenberg öffneten. Sie trafen in dem abgeriegelten Komplex auf eine fremde Welt. Wie zuvor in den Bezirksstädten der DDR versuchten Bürgerinnen und Bürger jetzt auch hier, die Aktenvernichtung zu stoppen.

Zeitzeugen machen diese Stunden durch ihre Erzählungen greifbar. Sie schildern am historischen Ort, wie sie den 15. Januar erlebten und sich dieser Tag persönlich auf sie auswirkte.

Termin: 15. Januar 2019, 17.00 Uhr
Ort: Stasi-Zentrale.Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Programm

17.00 Uhr | Geländerundgänge mit Stationen im Stasimuseum
Dr. Christian Halbrock (Historiker) und Dr. Carlo Jordan (Mitbegründer des Stasimuseums) gehen den Weg, den der Demonstrationszug vor 29 Jahren nahm. Die Führungen sind begleitet von Projektionen historischer Filmaufnahmen, die an diesem Abend in der Stasi-Zentrale entstanden.
Treffpunkt: Eingang Ruschestraße

18.30 Uhr | Podiumsdiskussion
mit Margitta Kupler (ehem. Mitglied des Zentralen Runden Tischs), Dr. Christian Halbrock und Gilbert Furian
Moderation: Alfred Eichhorn (Journalist)
Treffpunkt: „Haus 22“

19.30 Uhr | Ausstellungsrundgang
Der Zeitzeuge Gilbert Furian führt durch „Einblick ins Geheime“, die Ausstellung zum Stasi-Unterlagen-Archiv. Sein persönlicher Fall ist als begehbare Akte Teil der Ausstellung.
Treffpunkt: Foyer „Haus 7“

19.30 Uhr | Führung durch die Open-Air-Ausstellung
„Revolution und Mauerfall“ mit Uwe Dähn (Zeitzeuge)
Treffpunkt: vor „Haus 22“

Veranstaltungsflyer
Um Anmeldung unter veranstaltungen(at)bstu.bund.de wird gebeten.

 

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft, ASTAK e.V., Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Die ASTAK e. V. wird gefördert durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung

Die beiden Autoren Harald Hauswald und Christoph Dieckmann. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Thomas B. Stoye
©Robert-Havemann-Gesellschaft
Interview von Harald Hauswald mit dem RBB. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Thomas B. Stoye
Signierstunde mit Christoph Dieckmann. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Thomas B. Stoye

13.01.2019

„Like a Rolling Stone: Dylan, Cocker, Springsteen – Weststars in der DDR“

Lesung mit Christoph Dieckmann und Harald Hauswald 

 

Für ostdeutsche Rockfans fiel die Mauer nicht erst 1989, sondern schon zwei Jahre zuvor. Plötzlich durfte Bob Dylan in der DDR auftreten, John Mayall, Carlos Santana ... 1988 pilgerten 100 000 junge Enthusiasten zu Joe Cocker nach Berlin-Weißensee, Bruce Springsteen erlebten dort 160 000 beim bislang größten Konzert Europas. Diese Wallfahrten waren Glasnost-Glockenspiele, Generalproben der friedlichen Revolution.

Immer dabei: zwei unermüdliche Chronisten der späten DDR. Der Straßenfotograf Harald Hauswald fing die Begeisterung der DDR-Jugend für die Idole aus dem Westen in atmosphärisch dichten Aufnahmen ein. Die Bilder, die er vom Publikum machte, sind beseelte Zeugnisse jener Zeit, und die Rockstars fotografierte er so hautnah, wie es heute kaum mehr möglich wäre. Christoph Dieckmann schrieb im Kulturblatt "Sonntag" hintersinnige Rock-Reportagen, die wie ein Abgesang auf den maroden Staat klangen. Er erlebte alle wichtigen Ostkonzerte von Westrockern - bis zu dem legendären Auftritt der Rolling Stones 1990.

Harald Hauswald und Christoph Dieckmann lesen in entspannter Atmosphäre aus ihrem gemeinsamen Buch "Like a Rolling Stone". Die Lesung findet im Rahmen der Fotoausstellung „Damals war’s“ statt, die von Harald Hauswald kuratiert wurde und eine Auswahl seiner Bilder zeigt.

Termin: 13. Januar 2019, 18.00 Uhr
Ort: Café März, Greifenhagener Straße 17, 10437 Berlin
Verkehrsanbindung: S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee 

Der Eintritt ist frei.

 

Veranstalter:

Die Robert-Havemann-Gesellschaft, grooove-station.net, Gina M. und Ostkreuz/Agentur der Fotografen, Jaron Verlag.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.


2018

„wildes wiederholen. material von unten“ - Künstlerische Forschung im Archiv der DDR-Opposition

Die Abschlussveranstaltungen des Ausstellungsprojekt „wildes wiederholen. material von unten - Künstlerische Forschung im Archiv der DDR-Opposition" findet am 15. und 16. Dezember im Haus 22 der Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie statt.

15. Dezember 2018 Haus 22 – Stasizentrale. Campus für Demokratie 
** 18.00 Uhr – Gastspiel D’EST: Eine multikuratorische Online-Plattform für Videokunst aus dem ehemaligen „Osten“ und „Westen“ präsentiert Screening Kapitel #6 RETOPIA Videokunst- und Filmscreening zu den politischen Verschiebungen und Erinnerungsformen der paneuropäischen und globalen Dimension post-/sozialistischer Transformation. Mit Arbeiten von Marwa Arsanios, Pauline Boudry & Renate Lorenz, Anetta Mona Chi?a & Lucia Tká?ová, Renata Poljak, Belit Sa?, Katrin Winkler, kuratiert und präsentiert von Katja Kobolt und Bettina Knaup.

16. Dezember 2018 Archiv der DDR-Opposition und Haus 22 – Stasizentrale. Campus für Demokratie
** 16.00 Uhr – A Vocabulary of Revolutionary Gestures. Ausstellungsgespräch mit Elske Rosenfeld und Wolfgang Templin. 
** 18.00 Uhr – Über das Nein hinaus / Der Anfang von Etwas. Runder Tisch zur Revolution 1989/90 und deren politischen und (sub-)kulturellen Formen und radikal demokratischen Praktiken, zu ihrem Nachleben und ihrer Wiederaneignung heute. Mit Max Hertzberg, Henrike Naumann, Nadia Tsulukidze, Elsa Westreicher und Kai Ziegner, Frank Ebert u.a. moderiert von Suza Husse und Elske Rosenfeld.
** 20.00 Uhr – BRONXX. Performance von Henrike Naumann. Ein Versuch, mit den Mitteln experimenteller Musik ein alternatives Kommunikationssystem zum Sprechen über Stasi und Opposition zu entwickeln.

 

Zum Projekt:
In einer Kooperation zwischen dem Kunstraum District Berlin und der Robert-Havemann-Gesellschaft waren Künstler*innen und Autor*innen eingeladen, in einem mehrmonatigen Arbeitsprozess im Archiv forschen und zu arbeiten. Das Projekt geht mittels der besonderen Möglichkeiten künstlerisch-historischen Arbeitens der Aktualität von Erfahrungen oppositionellen Lebens in der DDR auf die Spur und versucht, sie mit Begriffen und Praktiken des Politischen heute in Dialog zu setzen. Künstlerische Kreativität trifft dabei auf die strikten Ordnungsmuster eines Archivs. Für die Ausstellung sind so Performances, Videoarbeiten, Installationen und weitere, in Form von Zines publizierte Beiträge entstanden, darunter eine Deponie für (materiellen, sprachlichen, ideologischen) West- und Ostmüll, eine Bildgeschichte verstrahlter Landschaften, eine Autobiographie politischer Gewalterfahrung 1988-2016, oder ein fiktiver Piratensender einer afrikanisch-antikolonialen Befreiungsbewegung, der sich mit der DDR-Opposition solidarisiert.

Diese und weitere Ergebnisse der Arbeit mit den Materialien aus dem Archiv der DDR-Opposition werden vom 4. November bis 16. Dezember 2018 bei einer Ausstellung und Veranstaltungsreihe gezeigt.

Das Projekt wurde konzipiert und kuratiert von Suza Husse und Elske Rosenfeld. Mit Installationen, Performances und Zines von Mareike Bernien und Alex Gerbaulet, Claude Gomis, Suza Husse und Maria Josephina Bengan Making, Saskia Köbschall, Ernest Ah und Sabrina Saase und Lee Stevens vom Kollektiv der Raumerweiterungshalle, Henrike Naumann und Technosekte, Peggy Piesche, Elske Rosenfeld, Nadia Tsulukidze, Anna Zett, Kai Ziegner, sowie Arbeiten von Bärbel Bohley und ausgewählten Dokumenten aus dem Archiv. 

AUSSTELLUNG

Die in der Auseinandersetzung mit den Archivalien entstandenen Projekte werden in den Räumen der Havemann-Gesellschaft und bei District Berlin ausgestellt und können vom 4. November bis zum 16. Dezember besichtigt werden:

Archiv der DDR-Opposition
Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Öffnungszeiten: montags, 15-18 h und mittwochs, 15-20 h

District Berlin 
Bessemerstraße 2-14, 12103 Berlin
Öffnungszeiten: Donnerstags – Samstags, 15.00 Uhr bis 19.00 Uhr

BEGLEITPROGRAMM ZUR AUSSTELLUNG

4. November 2018 Archiv der DDR-Opposition und Haus 22 – Stasizentrale. Campus für Demokratie
** 15.00 Uhr Archiv und Haus 22 – Big Bang Backwards Performance von Nadia Tsulukidze zu Resonanzen zwischen der eigenen Biografie und der einer ostdeutschen Theaterregisseurin und Dissidentin, zwischen Migrationserfahrung im Post-Sozialismus und weiblicher Klaustrophobie in der DDR.
** 17.00 Uhr Haus 22 – gemeinsam unerträglich.
Szenische Lesung von Ernest Ah & Sabrina Saase & Lee Stevens vom Kollektiv der Raumerweiterungshalle zu lesbischen und trans* Wirklichkeiten, Kulturen und Organisierungen in der DDR und ihren Weiterführungen bis heute.
** 19.00 Uhr District Berlin – Ausstellungseröffnung 

26. November 2018 Haus 22 – Stasizentrale. Campus für Demokratie
** 18.00 Uhr – Sounds of Solidarity, Eröffnung der Audioskulptur und Gespräch mit den Künstlern.
In einem fiktiven Piratensender solidarisieren sich afrikanische Befreiungsbewegungen mit den DDR-Oppositionellen.
** 19.00 Uhr – Ich will dass niemand keinen Rest findet der Zeugnis wäre unserer Existenz.
Ein Gespräch zu Unterdrückungen und Widerständen in und zwischen verschiedenen politischen Systemen, zu queeren Subjektivitäten und anti-kolonialen Organisierungen, Allianzen und ihren Un/Möglichkeiten mit Claude Gomis, Rebecca Hernandez Garcia, Samirah Kenawi, Saskia Köbschall, Ernest Ah & Sabrina Saase & Lee Stevens vom Kollektiv der Raumerweiterungshalle, Maria Josephina Bengan Making und Peggy Piesche, moderiert von Suza Husse und Elske Rosenfeld

5. Dezember 2018 District Berlin
** 18.00 Uhr – Deponie.  Ausstellungsgespräch mit Anna Zett zu Sprache als Teil der menschlichen Umwelt, zur toten, „zubetonierten Sprache“ des DDR-Systems, zu ihrer (Wieder-)belebung in der Opposition.
** 19.00 Uhr – Umwelt, im erweiterten Sinne. Gespräch zu politischen Umwelten, zur Umweltbewegung der DDR, zu (materiellem, sprachlichem, ideologischem) West- und Ostmüll, dem (Nach)Strahlen von Landschaften und Geschichte/n. Mit Mareike Bernien & Alex Gerbaulet, Frank Ebert, Sebastian Pflugbeil und Anna Zett, moderiert von Suza Husse und Elske Rosenfeld.

15. Dezember 2018 Haus 22 – Stasizentrale. Campus für Demokratie
** 18.00 Uhr – Gastspiel D’EST: Eine multikuratorische Online-Plattform für Videokunst aus dem ehemaligen „Osten“ und „Westen“ präsentiert Screening Kapitel #6 RETOPIA Videokunst- und Filmscreening zu den politischen Verschiebungen und Erinnerungsformen der paneuropäischen und globalen Dimension post-/sozialistischer Transformation. Mit Arbeiten von Marwa Arsanios, Pauline Boudry & Renate Lorenz, Anetta Mona Chi?a & Lucia Tká?ová, Renata Poljak, Belit Sa?, Katrin Winkler, kuratiert und präsentiert von Katja Kobolt und Bettina Knaup.

16. Dezember 2018 Archiv der DDR-Opposition und Haus 22 – Stasizentrale. Campus für Demokratie
** 16.00 Uhr – A Vocabulary of Revolutionary Gestures. Ausstellungsgespräch mit Elske Rosenfeld und Wolfgang Templin.
** 18.00 Uhr – Über das Nein hinaus / Der Anfang von Etwas. Runder Tisch zur Revolution 1989/90 und deren politischen und (sub-)kulturellen Formen und radikal demokratischen Praktiken, zu ihrem Nachleben und ihrer Wiederaneignung heute. Mit Max Hertzberg, Henrike Naumann, Nadia Tsulukidze, Elsa Westreicher und Kai Ziegner, u.a. moderiert von Suza Husse und Elske Rosenfeld.
** 20.00 Uhr – BRONXX. Performance von Henrike Naumann. Ein Versuch, mit den Mitteln experimenteller Musik ein alternatives Kommunikationssystem zum Sprechen über Stasi und Opposition zu entwickeln.

Welche Kunstwerke wo ausgestellt werden und an welchen Tagen das Begleitprogramm stattfindet entnehmen Sie bitte folgenden Publikationen:

Veranstaltungsflyer (DE)
Veranstaltungsflyer (ENG)
Pressemitteilung District

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft, District Berlin

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Das Projekt wird gefördert vom Hauptstadtkulturfond. Die Veranstaltung "Über das Nein hinaus / Der Anfang von Etwas" am 16. Dezember 2018 findet in Kooperation von District Berlin mit der Heinricht-Böll-Stiftung statt.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.

12.12.2018

„Aus dem Spielzeugland. Zeitzeugen berichten“

Noch immer wird die Gegend um Sonneberg im Thüringer Wald gerne „Spielzeugland“ genannt. Seit dem 18. Jahrhundert entwickelten sich Sonneberg und der umgebende Wirtschaftsraum zu einem der Hauptgebiete der Spielzeugherstellung und des Handels mit Spielwaren. Anfang des 20. Jahrhunderts beherrschten die Sonneberger Verleger den Weltmarkt und machten Sonneberg zur „Weltspielwarenstadt“.

Auch in den Jahren vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Wiedervereinigung Deutschlands stand der Name synonym für Puppen und Spielzeug: Auf der Grundlage des sogenannten „Spielzeugdokuments“ wurde Sonneberg zum Zentrum der DDR-Spielzeugindustrie aufgebaut. Vor diesem Hintergrund lag es für das Deutsche Spielzeugmuseum in Sonneberg nahe neben den Sachzeugen in der Sammlung des Museums eine weitere Quelle zu erschließen – das erinnerte Wissen und die Erfahrungen der Menschen, die aus der Innensicht ihrer Berufe diese letzte Entwicklungsphase der Spielzeugindustrie erlebten.

In der Veröffentlichung »Aus dem Spielzeugland« berichten 28 Zeitzeugen über Entwicklungen in der Spielzeugindustrie der DDR im Zeitraum von 1945 bis 1990. Es geht um Wiederaufbau, um Enteignung, um Export um jeden Preis und die weltweit einzigartige Ausbildung der Spielzeuggestalter in der DDR.

Im Gespräch:                                                                                                 
Margit Miosga (Autorin, Journalistin)                                                  

Es lesen:
Ester Esche (Schauspielerin)
Jörg Witte
(Schauspieler)

Termin: 12. Dezember 2018, 18.30 Uhr
Ort: Haus 1, Raum 614, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Lilo Fuchs, Ehefrau des Schriftstellers und Bürgerrechtlers Jürgen Fuchs. ©BStU
Ulrike Bieritz, Moderatorinund Redakteurin (RBB). ©BStU
Thomas Klingenstein, Schriftsteller und Maler aus dem Freundeskreis Havemanns. ©BStU
Prof. Dr. Manfred Wilke, Soziologe und Zeithistoriker. ©BStU
©BStU
©BStU

22.11.2018

"Verbotene Bücher, verfolgte Autoren" - Robert Havemann

Robert Havemann scheiterte mit dem Versuch, die sowjetische Entstalinisierung auf die DDR zu übertragen. Der bekennende Kommunist entwickelte sich zum Kritiker des SED-Regimes, dessen Stimme auch im Westen Gehör fand. Das Kreisgericht Fürstenwalde verurteilte ihn 1976 zu Hausarrest, nachdem er gegen die Ausbürgerung seines Freundes, dem LiedermacherWolf Biermann, protestiert hatte.

Jürgen Fuchs und der West-Berliner Soziologe Manfred Wilke planten daraufhin eine öffentlichkeitswirksame Solidaritätsaktion. Wilke formulierte Fragen an Havemann, der die Antworten auf Band sprach. Die Tonbänder fanden ihren Weg nach West-Berlin. Im Rowohlt Verlag entstand daraus 1978 das Buch „Ein deutscher Kommunist“, noch während Havemann unter Hausarrest stand.

40 Jahre nach Erscheinen des Buches, in dem Havemann das Ende der SED-Diktatur prognostizierte, sprach Manfred Wilke über dessen Entstehungsgeschichte.

Podium:
Lilo Fuchs (Ehefrau des Schriftstellers und Bürgerrechtlers Jürgen Fuchs)
Thomas Klingenstein (Schriftsteller, Maler aus dem Freundeskreis Havemanns)
Prof. Dr. Manfred Wilke (Soziologe, Zeithistoriker)

Moderation:
Ulrike Bieritz (Redakteurin RBB)

Termin: 22. November 2018, 19.00 Uhr
Ort: Haus 7, Raum 427 (4. OG), Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschstraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Veranstaltungsflyer 
Mitschnitt der Veranstaltung auf dem YouTube-Kanal des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft, Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

©Robert-Havemann-Gesellschaft
©Robert-Havemann-Gesellschaft
Die Macher des Films im Gespräch mit der Protagonistin Salomea Genin. ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Die Macher des Films im Gespräch mit dem Schriftsteller Walter Kaufmann. ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Im Anschluss an den Film gaben der Protagonist André Herzberg und seine Band ein Konzert. ©Robert-Havemann-Gesellschaft

30.10.2018

Premiere des Films "Schalom neues Deutschland - Juden in der DDR"

Da in der DDR der Antifaschismus zur Staatsdoktrin gehörte und der Antisemitismus als „mit Stumpf und Stiel“ ausgerottet galt, spielte die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust nur eine untergeordnete Rolle. Die Täter von damals befanden sich laut DDR-Propaganda auf der anderen Seite des „antifaschistischen Schutzwalls“. Trotzdem tauchten in den 1980er Jahren Hakenkreuze auf den Grabsteinen jüdischer Friedhöfe auf.

Salomea Genin, die als junge Kommunistin mit vielen Illusionen in die DDR kam, hoffte auch durch die Arbeit in der jüdischen Gemeinde etwas ändern zu können. Auch für den Schriftsteller und Journalisten Walter Kaufmann war die DDR Wahlheimat. Er findet erst spät zu seinen jüdischen Wurzeln zurück. Werner Lappe aus Dresden kommt mit seinen Eltern aus dem englischen Exil in die DDR. Er fühlt sich als sogenannter  „Drei-Tages-Jude“, der nur zu den großen jüdischen Feiertagen in die Synagoge geht. Aber die jüdische Tradition war ihm immer wichtig. Der Rocksänger Andre Herzberg spürte die Zerrissenheit der Mutter, wenn sie sich zwischen der kommunistischen Überzeugung und der jüdischen Religion entscheiden sollte. Für ihn wurde die jüdische Identität nach der friedlichen Revolution 1989 ein neuer Anker. Die Dokumentation „Schalom neues Deutschland - Juden in der DDR“ zeigt durch die persönlichen Erfahrungen jüdischer DDR-Bürger das ambivalente Verhältnis zwischen den ostdeutschen Juden und dem SED-Regime.

Im Anschluss gab der Protagonist des Films André Herzberg zusammen mit seiner Band ein Konzert.

Termin: 30. Oktober 2018, 20 Uhr
Ort: Kino Babylon, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin
Verkehrsanbindung: U2 Rosa-Luxemburg-Platz

Veranstaltungsplakat

Der Film wurde am 11. November 2018 um 22:00 im Programm des RBB erstausgestrahlt.

 

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft, armadaFilm und die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

17.10.2018

Schülerprojekttag "Das schweigende Klassenzimmer"

Über hundert Schüler und angehende Lehrer fanden sich am 17. Oktober 2018 zu einem Projekttag in der Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie. Zusammen mit der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und dem Filmverleih studiocanal zeigten wir den Film „Das schweigende Klassenzimmer“.

Der Film erzählt die wahre Geschichte einer Gruppe ostdeutscher Oberschüler, die aus Protest gegen die blutige Niederschlagung des ungarischen Volksaufstands 1956 während des Unterrichts eine Schweigeminute für die Opfer einlegten. Hauptdarstellerin des Films ist die junge Berlinerin Lena Klenke, die den Schülern und angehenden Lehrern im Anschluss Rede und Antwort stand. Die Fragen drehten sich vor allem um die Beweggründe der Protagonisten und wie sich Lena Klenke ihrer Rolle genähert hat. Beeindruckt waren die Schüler besonders vom Zusammenhalt der Jugendlichen und welche Opfer sie für ihre Freiheit bereit waren zu erbringen. Nach dem Film und dem Gespräch mit Lena Klenke hatten die Schüler noch die Möglichkeit einer der Ausstellungen auf dem Gelände zu besuchen.

In welcher ostdeutschen Stadt sich die Geschichte des schweigenden Klassenzimmers wirklich abspielte und wie nah der Film an der Realität ist, können Sie auf unserer Seite www.jugendopposition.de nachlesen, auf der wir die Ereignisse mit zahlreichen Bildern und Dokumenten aufbereitet haben.

 

 

Alle in der Ausstellung gezeigten Werke, können käuflich erworben werden. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Eröffnung wurde die Ausstellung durch Hauswalds langjährigen Freund Roland Jahn. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Besucher der Vernissage im Café März in Berlin-Prenzlauer Berg. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Fotograf Hauswald beim Signieren seiner Bücher. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert

07.10.2018

Eröffnung der Ausstellung "Damals war's" von Harald Hauswald

Harald Hauswald dokumentierte in seinen Bildern nicht nur einige der wichtigsten Ereignisse der Friedlichen Revolution, sondern hielt auch zahlreiche Momente des sozialistischen Alltagslebens mit seiner Kamera fest – die weniger munteren, wie die skurrilen.

Immer mit dem Fokus auf den Emotionen und der Geschichte der Portraitierten. Zusammen mit Freunden und Wegbegleitern zeigt Harald Hauswald ab dem 7. Oktober 2018 eine Auswahl seiner Bilder im Café März im Prenzlauer Berg – also genau in dem Kiez in dem Harald Hauswald einen Großteil seiner Bilder geschossen hat und auch noch heute lebt.

Die Ausstellung wird eröffnet durch Roland Jahn. Danach wird Harald Hauswald selbst die Eröffnungsgäste durch die Ausstellungsräume führen und sicher auch die ein oder andere Anekdote zur Entstehung der Bilder erzählen.

Musikalische Begleitung: Stephan Krawczyk, Liedermacher

Termin: 7. Oktober 2018, 17.00 Uhr
Ort: Café März, Greifenhagener Straße 17, 10437 Berlin
Verkehrsanbindung: S- und U-Bahnhof Schönhauser Allee

Der Eintritt ist frei.

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft, grooove-station.net, Gina M. und Ostkreuz/Agentur der Fotografen.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.

Sollten Sie zukünftig Veranstaltungsinformationen der Robert-Havemann-Gesellschaft nicht mehr erhalten wollen, teilen Sie uns dies bitte per Mail mit.

Sowjetsoldaten am 8. Mai 1978 in Berlin-Friedrichsfelde; Foto: Harald Schmitt

02.10.2018

Ausstellung: Verordnete Freundschaft -Die Sowjetische Besatzung 1945 bis 1994

Die Ausstellung spannt einen historischen Bogen über fast fünf Jahrzehnte sowjetischer Besatzungsherrschaft im Osten Deutschlands. Zahlreiche Fotos und Dokumente beleuchten dieses besondere Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Und immer wieder fließen dabei persönliche Erinnerungen ein.

Ein halbes Jahrhundert lang lebten sowjetische Besatzer und DDR-Bewohner neben- und miteinander bis 1989 die Mauer fiel und die letzten 546.000 Soldaten friedlich abzogen. Wie haben Ostdeutsche und Sowjetsoldaten einander wahrgenommen zwischen hermetisch abgeriegelten KGB-Vierteln, Kasernengeländen und frei zugänglichen „Russen-Magazinen“, zwischen der Furcht vor gewaltsamen Übergriffen und Mitleid mit dem harten Leben der einfachen Soldaten? 

Am 2. Oktober 2018 um 17.00 Uhr wurde die Ausstellung im Grenzhus Schalgsdorf eröffnet. Nach einer Einführung durch den Bürgerrechtler Martin Klähn sprach Kuratorin Freya Klier über ihre Arbeit und führte anschließend selbst durch die Ausstellung.  

Ort: Grenzhus Schlagsdorf, Neubauernweg 1, 19217 Schlagsdorf
Ausstellungsdauer: 2. Oktober bis 25. November 2018
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10.00 bis 16.30 Uhr,  Samstag und Sonntag 10.00 -18.00 Uhr
Veranstalter: Grenzhus Schlagsdorf, Politische Memoriale e. V. Mecklenburg-Vorpommern

Verordnete Freundschaft ist eine Ausstellung der Robert-Havemann-Gesellschaft realisiert von Freya Klier. Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

01.10.2018

"Nur mit Euch" - Fest zum Tag der Deutschen Einheit 2018

Unter dem Motto „Nur mit euch“ lud Berlin anlässlich der diesjährigen offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit vom 1. bis 3. Oktober auf die Straße des 17. Juni zu einem Fest der Demokratie, Vielfalt und Freiheit ein. Berlin nahm dabei die eigene Geschichte zum Anlass, um unter dem Motto "Nur mit Euch" den Stand der Einheit zu beleuchten und Ideen für die Zukunft zu präsentieren.

Zusammen mit dem Stasimuseum und dem Stasi-Unterlagen-Archiv trat die Robert-Havemann-Gesellschaft erstmals gemeinsam als „Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie“ auf. Auf der sogenannten „Geschichtsmeile“ stellten wir ausgewählte Objekte und Dokumente aus dem Archiv der DDR-Opposition aus und informierten über unsere Arbeit und unsere Vorstellungen zur Entwicklung eines „Campus für Demokratie“. Im Programmzelt „Geschichte und Erinnern“ präsentierte die Robert-Havemann-Gesellschaft die Vorstellung des Buches „So viel Anfang war nie – Notizen aus der ostdeutschen Provinz“ des Journalisten und Autors Christhard Läpple.

Programmheft (Auszug)
Magazin
Geländekarte

Termin: 1. bis 3. Oktober 2018
Ort: Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit, Straße des 17. Juni, Berlin

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft, Astak e.V und der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)


Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. 

Filmemacher Konrad Herrmann. ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Filmemacherin Katharina Herrmann. ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Dr. Jens Gieseke, Historiker am Zentrum für Zeithistorische Forschung (links) und Peter Miethe ehemaliger Leiter der Abteilung Sicherheit im Zentralkomitee der SED (rechts). ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Moderatorin Franziska Hessberger. ©Robert-Havemann-Gesellschaft

27.09.2018

"Honeckers unheimlicher Plan - Die geheimen Isolierungslager in der DDR"

Es ist ein unheimlicher Plan für den „Tag X“: Mit einem speziellen Codewort an alle 211 Kreisdienststellen des MfS wird eine ungeheuerliche Maschinerie in Gang gesetzt: DDR-weit sollen innerhalb von 24 Stunden über 2.900 Personen festgenommen und über 10.000 in Isolierungslager verschleppt werden.

Weitere 72.000 Bürgerinnen und Bürger sollen unter verstärkte Überwachung gestellt werden. So sieht es die streng geheime „Direktive 1/67“ von Erich Mielke, Minister für Staatssicherheit, vor.

Anhand von Stasi-Unterlagen und Zeitzeugenberichten rekonstruiert der Dokumentarfilm dieses gewaltige Planspiel von unfassbarem Ausmaß und erschreckender Präzision. Die anschließende Diskussion behandelt unter anderem die Frage, warum dieser Plan in den heißen Tagen des Herbstes 1989 nicht zum Einsatz kam. Im Gespräch:

Im Podium:
Katharina Herrmann, Filmemacherin
Peter Miethe,
ehemaliger Mitarbeiter in der Abteilung für Sicherheitsfragen im ZK der SED
Dr. Jens Gieseke
, Historiker, Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF)
Konrad Herrmann, Filmemacher

Moderation:
Franziska Hessberger, Moderatorin rbb

Veranstaltungsflyer

Termin: 27. September 2018, 19 Uhr

Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Haus 22,
Ruschestraße 103, 10365 Berlin

Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Der Film wird am 01. Oktober 2018 um 23:30 im Programm der ARD erstausgestrahlt.

Ein Film von Herrmannfilm, produziert für den RBB mit Unterstützung durch die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Der Eintritt ist frei. Die Platzkapazitäten sind begrenzt.
Der Zugang zu "Haus 22" ist nicht barrierefrei. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft, HerrmannFilm und der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

 

Der Leiter des Stasimuseum Jörg Drieselmann (Mitte) mit den Podiumsteilnehmern Patrick Baab, Heinrich Wille, Moderator Dirk Pohlmann und Prof. Dr. Robert E. Harkavy.
Die gut besuchte Diskussionsveranstaltung im Foyer des Stasimuseums. ©Robert-Havemann-Gesellschaft

19.09.2018

„Im Spinnennetz der Geheimdienste: Warum wurden Olof Palme, Uwe Barschel und William Colby ermordet?“

Mit ihrem Buch „Im Spinnennetz der Geheimdienste“ werfen Patrik Baab und Robert E. Harkavy ein helles Licht auf die verdeckten Operationen westlicher Geheimdienste. Am Beispiel der bis heute ungeklärten Todesfälle von Olof Palme, Uwe Barschel und William Colby beleuchten sie die Strippenzieher und Hintergründe.

Sie haben Quellen aus fünf verschiedenen Geheimdiensten ausgewertet, zahlreiche ehemalige Geheimdienstler interviewt und führen die drei Todesfälle vor dem Hintergrund der Iran-Contra-Affäre und eines Schattenkrieges der CIA, dessen größter Teil immer noch im Dunkeln liegt, zusammen. Im Gespräch mit Heinrich Wille, dem ehemaligen Chefermittler im Fall Barschel, rollen die beiden Autoren den wohl bekanntesten und gleichzeitig umstrittensten Politikermord der jüngeren deutschen Geschichte neu auf.

Im Gespräch:

Patrik Baab, NDR-Journalist und Autor
Prof. Dr. Robert E. Harkavy, Pennsylvania State University, Autor
Heinrich Wille, Rechtsanwalt, Leitender Oberstaatsanwalt a.D. und ehem. Chefermittler im Fall Barschel

Moderation:

Dirk Pohlmann, Journalist und Filmemacher

Termin: 19. September 2018, 19 Uhr

Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Stasimuseum Berlin, Haus 1, Ruschestraße 103, 10365 Berlin

 

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft, Haus der Zukunft e.V. und Astak e.V.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Podiumsdiskussion und Preview zum Film "BALLON" im Kino "International". ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Infostand der Aufarbeitungsinitiativen vor dem Kinosaal. ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Podiumsdiskussion und Preview zum Film "BALLON". ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Hauptdarstellerin Karoline Schuch. ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Moderatorin Ulrike Bieritz. ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Ballonnäher Günter Wetzel. ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Der Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen Roland Jahn.
Hauptdarsteller Friedrich Mücke. ©Robert-Havemann-Gesellschaft

18.09.2018

„BALLON“ - Für die Freiheit riskierten sie alles

Michael Bully Herbig hat mit BALLON eine der spektakulärsten Fluchten aus der ehemaligen DDR in die BRD verfilmt. Am 16. September 1979 versuchen die Familie Strelzyk und Wetzel mit einem selbstgebauten Heißluftballon die Grenze zu überwinden und in die Bundesrepublik zu fliehen. Klingt nach Hollywood, aber der Stoff für den Film ist Geschichte – nachzulesen in den Akten der Staatssicherheit.

Film-Trailer
Einladungskarte

Noch bevor der Film am 27. September 2018 in die Kinos kommt, lädt die Robert-Havemann-Gesellschaft mit weiteren Partnern ins Kino International ein. Im anschließenden Gespräch mit dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn und der Hauptdarstellerin des Films Karoline Schuch berichtet Zeitzeuge Günter Wetzel von seiner ganz realen Flucht mit einem Heißluftballon über die innerdeutsche Grenze.

Im Gespräch:

Karoline Schuch, Hauptdarstellerin des Films „Ballon“
Friedrich Mücke, Hauptdarsteller des Films „Ballon“
Roland Jahn
, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Günter Wetzel, flüchtete 1979 mit einem Heißluftballon über die innerdeutsche Grenze

Moderation: 

Ulrike Bieritz, Redakteurin RBB

Termin: 18. September 2018, Einlass ab 18.30 Uhr, Beginn 19.30 Uhr
Ort: Kino International, Karl-Marx-Allee 33, 10178 Berlin

Karten für die Veranstaltung erhalten Sie beim Kino International im Vorverkauf und an der Abendkasse.

Verkehrsanbindung: U5 Schillingstraße

 

Veranstalter:

Robert-Havemann-Gesellschaft, Studiocanal und der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden. 

©Robert-Haveman-Gesellschaft/Nikolaus Becker
©Robert-Haveman-Gesellschaft/Nikolaus Becker

12.09.2018

So viel Anfang war nie - Notizen aus der ostdeutschen Provinz

Lesung mit Christhard Läpple und Musik von Stephan Krawczyk

Nennen wir es "Herzdorf", dieses kleine reale Dorf in der Nähe von Berlin, das eigentlich jedes Dorf sein könnte. Ein Mikrokosmos menschlicher Befindlichkeiten, über die Jahrhunderte gewachsen in seinen Strukturen und dem sozialen Gefüge. Den historischen Widrigkeiten haben seine Einwohner ebenso die Stirn geboten wie den Herausforderungen des Alltags.

Was hat das Dorf nicht alles gesehen? Die Schrecken der Kriege, Flüchtlingstrecks, LPGs – und schließlich die Wiedervereinigung. Kreative und Glücksritter. Gewinner und Verlierer. Pessimisten und Visionäre. Alteingesessene und Berliner Großstadtmenschen, die in der unberührten Natur ihr Glück bei der Ansaat von Biogemüse suchen. Theaterleute, die Freiräume mit Kulturprojekten aufladen wollen. Landschaftsarchitekten, die das Dorf neu erfinden. So viel Anfang war nie! So viel Hoffnung, so viele Erwartungen, so viele Wünsche. Doch das Dorf bleibt das Dorf – hier herrschen eigene Gesetzmäßigkeiten. Wie unter dem Brennglas werden die Triebfedern urmenschlicher Verhaltensweisen sichtbar – Leidenschaft, Eifersucht, Ängste und Tatendrang. Und auf einmal entbrennt selbst im kleinsten Dorf ein Drama von unvorhergesehener Größe.

Lesung:
Christhard Läpple, Autor, Fernsehjournalist (ZDF)

Musik:
Stephan Krawczyk, Liedermacher

Termin: 12. September 2018, 18.30 Uhr
Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Café Vernunft, Ruschestraße 103, 10365 Berlin


Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

Der Eintritt ist frei.
Der Zugang zu "Haus 22" ist nicht barrierefrei. Wir bitten, dies zu entschuldigen.
Die Platzkapazitäten sind begrenzt.

Veranstalter:
Die Robert-Havemann-Gesellschaft und Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden. 

 

 

Zeitzeugenführung durch Tim Eisenlohr. ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Zeitzeugenführung durch Tim Eisenlohr. ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Großer Saal in Haus 2, der "Keimzelle der Staatssicherheit". ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Zeitzeugenführung durch Tim Eisenlohr. ©Robert-Havemann-Gesellschaft

08.09.2018

Tag des offenen Denkmals 2018 „Mielkes Revier“ – Die Stasi im Kiez

Zum Tag des offenen Denkmals 2018 luden wir mit einem vielseitigen Programm zur Erkundung der Stasi-Zentrale und ihrer Umgebung ein. Neben Führungen durch die verschiedenen Ausstellungen des Geländes und durch die Nachbarschaft der Stasi-Zentrale wurde auch so manche verschlossene Türe im Rahmen des Sonderprogramms exklusiv geöffnet.

Wie sah es im Inneren der Stasi-Zentrale aus? Wie griff die Stasi in das Leben der Bevölkerung ein? Wie lebte es sich in direkter Nachbarschaft zur Staatssicherheit? Und wie hat sich der Kiez seit dem „Sturm auf die Stasi-Zentrale“ verändert?

Mitten im Lichtenberger Wohngebiet hatte sich das Ministerium für Staatssicherheit im Jahre 1950 niedergelassen. Bis 1989 galt das rund zwei Quadratkilometer große Areal als geheimnisumwitterter Ort, der sich dem Blick Außenstehender weitestgehend entzog. Nur selten drangen Aufnahmen der „Stasi-Stadt“ an die Öffentlichkeit. Im Inneren des gigantischen Komplexes leistete die Staatssicherheit bis zur Friedlichen Revolution als „Schild und Schwert der Partei“ ihren Beitrag zur Sicherung der Diktatur. In der Stasi-Zentrale organisierten bis zu 7000 Hauptamtlichen Mitarbeiter den Repressionsapparat zur Überwachung und Unterdrückung der DDR-Bevölkerung sowie ihre Aktivitäten im Ausland.

 

Führungen durch die Open-Air-Ausstellungen „Revolution und Mauerfall“ durch den Zeitzeugen Tim Eisenlohr fanden um 11.30 und 16.00 Uhr statt. Treffpunkt ist jeweils vor Haus 22.

Eine Zusammenfassung des Tag des offenen Denkmals finden Sie im Blog der Open-Air-Ausstellung "Revolution und Muerfall".

Termin: Samstag, 8. September 2018, 11.00 bis 18.00 Uhr

Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin

Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße

 

Veranstaltungsflyer 

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Tags des offenen Denkmals.

Veranstalter:

Die Robert-Havemann-Gesellschaft, das Stasimuseum/ASTAK e.V., das Bürgerkomitee 15. Januar e.V. und der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Blick in die Ausstellung "Revolution und Mauerfall". Im Hintergrund das beleuchtete Haus 7 der Stasi-Zentrale. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Sebastian Zilm
Haus 1 der Stasi-Zentrale am frühen Abend der Langen Nacht der Museen. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Sebastian Zilm
Besucher der Führung von Tim Eisenlohr durch die Open-Air-Ausstellung "Revolution und Mauerfall". ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Sebastian Zilm
Der "Zug der Liebe", der sich am 25. August 2018 durch die Stadt bewegte, endete zur Langen Nacht der Museen direkt vor der Stasi-Zentrale. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Sebastian Zilm

25.08.2018

Lange Nacht der Museen in der Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie

Am 25. August 2018 startete Die Lange Nacht der Museen in ihre 38. Runde. Auch dieses Jahr konnten zahlreich Museen und Ausstellung in der ganzen Stadt besucht werden – alles verbunden durch einen komfortablen Shuttle-Service.

Zusammen mit dem Stasi-Museum und der Stasiunterlagenbehörde luden wir unter dem Motto „Repression – Revolution – Aufklärung“ in die Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie ein. Neben unserer Ausstellung „Revolution und Mauerfall“ konnten Interessierte außerdem das Stasimuseum und die neue Ausstellung des Stasi-Unterlagen Archivs „Einblick ins Geheime“ besuchen. Zum vielfältigen Angebot gehörten unter anderem Führungen mit dem Leiter des Stasi-Museums Jörg Drieselmann und dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn, sowie eine szenische Lesung aus Stasi-Akten und ein Zeitzeugengespräch rund um die Ereignisse des Prager Frühlings im Jahr 1968.

Für uns führte der Zeitzeuge Tim Eisenlohr durch die Open-Air-Ausstellung im Innenhof. Eisenlohr war zur DDR-Zeiten Mitglied der Oppositionsgruppe Umweltbibliothek und berichtet über seine Politisierung, seine Arbeit in der Umweltbibliothek und seine Erfahrungen mit der Staatssicherheit. Seine Führungen fanden um 18.30 Uhr, 20.30 Uhr und 22.30 Uhr statt. Treffpunkt war jeweils vor Haus 22. Erreichbar ist der Campus für Demokratie durch ein Shuttle der Linie R2, oder über den U-Bahnhof Magadalenenstraße.

Veranstaltungsflyer.

Termin: 25. August 2018, 18.00 Uhr bis 02.00 Uhr
Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U5 Magdalenenstraße
Achtung: die Shuttle-Linie R 2 wurde gestrichen. Die Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie ist nur über den U-Bahnhof Magdalenenstraße erreichbar.

Die Podiumsteilnehmer diskutierten im Anschluss über das Phänomen Pegida und welche tiefergreifenden Probleme hinter der Bewegung stecken. Von links nach rechts: Prof. Dr. Naika Foroutan, Dr. Michael Oberender, Jacqueline Boysen, Sabine Michel, Thomas Decker. ©Robert-Havemann-Gesellschaft
Präsentation des Films "Montags in Dresden" in der Stasi-Zentrale. ©Robert-Havemann-Gesellschaft

04.07.2018

Montags in Dresden - Identitätsverlust in „Blühenden Landschaften“?

Vorführung der Dokumentation "Montags in Dresden" mit anschließender Diskussion über das Phänomen Pegida und warum die Bewegung gerade in Ostdeutschland so viele Anhänger findet, zwischen Prof. Dr. Naika Foroutan, Dr. Michael Oberender, Jacqueline Boysen, Sabine Michel, Thomas Decker

Sie heißen René, Sabine, Daniel - drei von Tausenden, die jeden Montag als "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) durch Dresden ziehen. Sie rufen "Wir sind das Volk!". Sie fordern "Merkel muss weg!". Die Regisseurin Sabine Michel hat sie über ein Jahr lang begleitet - auf ihren Demonstrationen und in ihrem Alltag. „Montags in Dresden“ ist kein Film über Pegida, er fragt nach den privaten Gründen für das patriotische Aufbegehren, ein Film über reale und absurde Ängste der Gegenwart. Gezeigt wird die ca. 50-minütige Kurzfassung der Dokumentation.

In der anschließenden Diskussion wurde betrachtet, warum gerade im Osten Deutschlands das Phänomen Pegida so präsent ist. Liegt es an einer westdeutschen Bevormundung der Ostdeutschen? Der immer noch herrschenden Ungleichheit zwischen Ost und West? Oder aber an einem allgemeinen Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen, dass sich durch jahrelange Repressionserfahrungen durch SED und das Ministerium für Staatssicherheit in den Köpfen festgesetzt hat?

Es diskutierten:

Prof. Dr. Naika Foroutan, Leiterin des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)
Sabine Michel, Regisseurin „Montags in Dresden“
Markus Decker, Autor und Journalist Berliner Zeitung
Dr. Thomas Oberender, Intendant Berliner Festspiele

Moderation:

Jacqueline Boysen, Journalistin und Autorin

Die Langfassung der Dokumentation „Montags in Dresden“ lief am 4. Juli 2018 ganztägig am Infopunkt in „Haus 22“ und startete jeweils um 11, 13, 15 und 17 Uhr.

Termin: 4. Juli 2018, 19 Uhr
Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, „Haus 22“, Ruschestraße 103, 10365 Berlin

Veranstaltungsflyer

Neonazis am 20. April 1990 auf dem Ostberliner Alexanderplatz. © Robert-Havemann-Gesellschaft / Matthias Weber / RHG_Fo_RDA_05053
Peter Wensierski (l.) und Ingo Hasselbach (r.) im Gespräch mit Nadja Klier. ©Robert-Havemann-Gesellschaft
©Robert-Havemann-Gesellschaft

24.05.2018

Wiedersehen in Lichtenberg - Über Neonazis und die Verharmlosung rechter Gewalt

Gesprächsabend zwischen dem ehemalige Ostberliner Neonazi Ingo Hasselbach und dem Westberliner Journalisten Peter Wensierski

Weil nicht sein kann, was nicht sein darf: Dass es in der DDR ein gravierendes Neonazi-Problem gab, wurde von Staats wegen aus ideologischen Gründen lange Zeit systematisch vertuscht. Dabei finden sich in den Stasi-Unterlagen schon früh die Beweise für eine tiefe Verwurzelung rechter Strukturen in der DDR. Erst als das Ausmaß rechter Gewalt in den 1980er Jahren nicht mehr verheimlicht werden konnte, wurde das Phänomen von SED und Stasi als jugendliches „Rowdytum“ verharmlost, das vom Westen gesteuert sei. Der nachlässige Umgang, das Tabuisieren und Totschweigen führte dazu, dass sich rechtes Gedankengut in der Gesellschaft verfestigte und sich ein harter Kern rechter Kader herausbilden konnte, deren Einfluss bis in die Gegenwart reicht.

Ingo Hasselbach – ehemalige Führungsgröße der Ostberliner Neonazi-Szene und Gründer der Aussteigerinitiative EXIT – diskutiert mit dem Journalisten Peter Wensierski über die rechte Szene in der DDR und die Ursprünge der Radikalisierung. Sie gehen dabei auch der Frage nach, wie offensiv heute rassistische und neonazistische Motive und Taten als solche benannt werden. Das Gespräch wird von Nadja Klier moderiert. Es werden bislang unveröffentlichte Filmausschnitte aus der rechten Szene Ostberlins um 1990 gezeigt.

Gespräch:
Ingo Hasselbach, Autor - Aussteiger aus der Neonazi-Szene, Mitbegründer der Aussteigerinitiative EXIT 
Peter Wensierski, Journalist, Autor und Dokumentarfilmer

Moderation: 
Nadja Klier, Fotografin, Autorin und Filmproduzentin

Veranstaltungsflyer

Termin: 24. Mai 2018, 19 Uhr
Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, „Haus 22“, Ruschestraße 103, 10365 Berlin

Fotoarchivar Christoph Och führt durch das Bildarchiv der Robert-Havemann-Gesellschaft. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Sebastian Zilm
Auswahl aus dem Bildarchiv. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Sebastian Zilm
Schriftgut-Archiv der Robert-Havemann-Gesellschaft. ©Sebsatian Zilm

03.03.2018

Führungen durch das Archiv der DDR-Opposition am 9. bundesweiten TAG DER ARCHIVE

Zum "Tag der Archive" öffnete das Archiv der DDR-Opposition seine Pforten und zeigte das Schriftgutarchiv, das Bildarchiv und die Objektsammlung.

Unter dem Motto „DEMOKRATIE UND BÜRGERRECHTE“ öffnete die Robert-Havemann-Gesellschaft zum Tag der Archive ihre Türen. Jeweils um 14.00 und 16.00 Uhr boten wir Ihnen geführte Rundgänge durch das Archiv der DDR-Opposition an. Treffpunkt war vor Haus 22 auf dem Campus für Demokratie (ehemaliges Offizierscasino der Stasizentrale). Zum Tag der Archive befanden sich, nach eineinhalb Jahren Zwischenlagerung der Archivalien im Bundesarchiv, erstmals wieder alle Bestände des Archivs der DDR-Opposition am Sitz der Robert-Havemann-Gesellschaft in der Ruschestraße 103 (Haus 17).

Was gab es zu sehen:

Schriftgutarchiv, einzigartige Zeugnisse von Opposition und Widerstand, Einblicke in die persönlichen Nachlässe Oppositioneller wie Robert Havemann und Bärbel Bohley
Bildarchiv, faszinierende Aufnahmen aus dem 350.000 Fotos umfassenden Bildarchiv zur Geschichte der Oppositions- und Bürgerbewegung
Objektsammlung, museales Sammlungsgut aus über 40 Jahren Opposition und Widerstand gegen die kommunistische Diktatur

Außerdem bestand die Möglichkeit einen Teil der
Ausstellung „Gesichter der Friedlichen Revolution“ des Fotografen Dirk Vogel in den Räumen der Robert-Havemann-Gesellschaft zu besichtigen.

Termin: 3. März 2018, 14.00 und 16.00 Uhr
Ort: Stasizentrale Haus 22, Ruschestraße 103, 10365 Berlin
Verkehrsanbindung: U-Bahn Magdalenenstraße

Von links nach rechts: Eckhart Gillen, Andreas Schmidt-Schaller, Caro Korneli, Gabriele Stötzer, Christoph Singelnstein, Jürgen Böttcher, Fritz Puppel, Toni Krahl. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walther
Podiumsteilnehmer Harald Hauswald und Stephan Krawczyk. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walther
Von links nach rechts: Caro Korneli, Peter Wensierski, Axel Klausmeier, Christoph Singelnstein, Bernd Greiner, Nadja Klier, Line Maaß. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walther
Konzert von Herbst in Peking im Anschluss an die Veranstaltung. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Rolf Walther

05.02.2018

28 | 28

Achtundzwanzig Jahre mit und ohne Mauer

Ein historisches Datum: Am 5.2.2018 existiert die Berliner Mauer genauso lange nicht mehr, wie sie Berlin und einen Kontinent in Halbwelten zerschnitt - rund 28 Jahre und drei Monate. Was bleibt von ihrer Geschichte in dem Moment, da sie selbst Geschichte ist?

Welche Konflikte wuchsen im Schatten des Eisernen Vorhangs und wurden erst nach der Friedlichen Revolution 1990 sichtbar? Was trennt unser Denken heute? Wie können diese neuen Mauern wahrnehmbar gemacht und untergraben werden?

Veranstaltungsflyer
Programm im Detail

Rezension der Veranstaltung im Deutschlandfunk Kultur
"Zeitzeugenauflauf mit Musik", Frankfurter Rundschau vom 6. Februar 2018

In zwei Gesprächsrunden – „PAST“ und „FUTURE“ – beschreiben Zeitzeugen, Künstler, Historiker und Publizisten Kontinuitäten und Perspektiven. Die erste Reflexionsrunde behandelt die Aufarbeitung der 28 Jahre Mauerzeit und die Frage: „Wie zu Ende ist der Kalte Krieg?“. Die zweite Runde dreht sich um Gegenwartsmauern, ob im Sozialgefälle, in der Flüchtlingsfrage oder zwischen Demokraten und Antidemokraten.

Dazu werden außergewöhnliche Mauer-Kurzfilme gezeigt und es gibt Live-Musik mit CITY und "Herbst in Peking", sowie dem Jazz-Gitarristen Lothar Fiedler.

In Halbzeit eins ("PAST") ist Thema "28 Mauerjahre und deren Aufarbeitung". Mit Beiträgen von dem Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller ("Soko Leipzig"), der Filmemacher Jürgen Böttcher ("Jahrgang 45"/ "Die Mauer"), Eckhart Gillen (Kunsthistoriker), Prof. Bernd Greiner (Leiter des Berliner Kollegs Kalter Krieg), Peter Wensierski (SPIEGEL-Autor "Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution"), die Berliner Fotografin Nadja Klier("Oderberger Straße"), die Autorin Susanne Schädlich ("Briefe ohne Unterschrift"), Brandenburgs ehemalige Aufarbeitungsbeauftragte Ulrike Poppe, die Erfurter Performancekünstlerin und Lyrikerin Gabriele Stötzer, die am 4.12.1989 zu den ersten Besetzerinnen der Stasi in der DDR gehörte, Prof. Axel Klausmeier (Direktor der Berliner Stiftung Berliner Mauer) und Line Maaß (in der Punk- und Widerstandsbewegung der DDR aktiv, nach dem Mauerfall Besetzerin des Kulturhauses "IM Eimer" und des Tacheles).

Halbzeit zwei ("FUTURE") widmet sich den seit 1989 sichtbar(er) gewordenen "neuen Mauern". Beteiligt sind Dr. Matthias Quent (Direktor des Jenaer Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft), Ingo Hasselbach (Ex-Neonazi und Gründer der Aussteigerinitiative EXIT), Pfarrer Jürgen Quandt (Berliner Gründer des Kirchenasyls), Tim Eisenlohr (vor 30 Jahren vom MfS verhaftetes, ehemals jüngstes Mitglied der oppositionellen Berliner Umweltbibliothek, jetzt mit eigener Organisation Flüchtlingshelfer in Griechenland), Lyés Bouziane (Fußballer und Leiter eines der größten Sportsozialprojekte entlang der Bernauer Straße im Berliner Wedding), der Fotograf Harald Hauswald (Ostkreuz) und Thomas Krüger (Präsident der bpb). 

Moderation:

Caro Korneli (Radio Fritz) und Christoph Singelnstein (RBB).

Live spielen:

Toni Krahl & Fritz Puppel (CITY), der Jazz-Gitarrist Lothar Fiedler und ab ca. 22.30 Uhr "Herbst in Peking

Außerdem laufen Mauer-Filme, u.a. von Jürgen Böttcher ("Die Mauer"), Marc Bauder ("Mauerstücke"), Hartmut Jahn & Peter Wensierski ("Berliner Blau"), Holger Kulick ("Dt.-dt. Hundeschule") und vom MfS. 

Termin: 5. Februar 2018, 19.30 Uhr

Ort: Volksbühne Berlin (Großes Haus), Rosa-Luxemburg-Platz, 10178 Berlin

2017

Der neue Berliner Aufarbeitungsbeauftragte Tom Sello begrüßt die Gäste. ©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
Wolfgang Wieland, Clemens Binninger, Harald Asel, Winfriede Schreiber und Helmuth Müller-Enbergs (v.l.n.r.). ©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
Winfriede Schreiber, ehemalige Leiterin des Landesamtes für Verfassungsschutz Brandenburg ©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
Clemens Binninger, bis 2017 Mitglied im Deutschen Bundestag, berichtet von seiner Arbeit im Parlamentarischen Kontrollgremium. ©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
Historiker Helmuth Müller-Enbergs ©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft

06.12.2017

Was bleibt? Die Staatssicherheit und die Zukunft der „Dienste“

Der Verfassungsschutz sucht Mitarbeiter, die „im Verborgenen Gutes tun!“ Der Bundesnachrichtendienst residiert in einem der größten Neubauvorhaben der Bundesrepublik seit ihrer Gründung. Die Dimensionen erinnern an Mielkes Revier in Berlin-Lichtenberg.
Kurz: Die „Dienste“ haben Konjunktur. Vorbei die Zeit, als in der Demokratie Transparenz, Offenheit und Kontrolle gefordert wurden. Angesichts terroristischer Bedrohung findet eine ungehinderte Aufrüstung statt. Neuerdings müssen die Akten der „Dienste“ nicht einmal mehr dem Bundesarchiv abgeliefert werden – der Quellenschutz gilt jetzt auch historisch.
Wurde also nichts aus der Stasi-Vergangenheit gelernt? Ist die Kontrolle der „Dienste“ wirklich ausreichend?

Diskussion:

Clemens Binninger, Vorsitzender der Konferenz der Parlamentarischen Kontrollgremien für die „Dienste“

Dr. Helmuth Müller-Enbergs, Historiker

Winfriede Schreiber, Juristin, 2004-2013 Leiterin des Verfassungsschutzes Brandenburg

Wolfgang Wieland, Jurist, stellv. Mitglied der G 10-Kommission des letzten Bundestages

Moderation: Harald Asel, Journalist beim Rundfunk Berlin-Brandenburg

Termin: 06.12.2018, 19 Uhr 

Ort: Berliner Landeszentrale für politische Bildung, Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24,  Berlin-Charlottenburg

Veranstaltungsflyer 

"Geheimdienste - raus aus der Schmuddelecke", von Marcel Fürstenau für Die Deutsche Welle

"Geheimdienste und Demokratie – Lehren aus der Geschichte der "Stasi", Live-Mitschnitt der Veranstaltungen für das RBB-Inforadio

Der Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin, die Landeszentrale für politische Bildung und die Robert-Havemann-Gesellschaft


Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Peter Wensierski, Journalist, begrüßt die über 200 Gäste.
©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags und Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, beim anschießenden Gespräch zum Film.
©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
Der Autor des Films, Peter Wensierski, und Angela Marquardt die im Film von ihrer eigenen Erfahrung mit der Stasi spricht.
©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
Die Podiumsteilnehmer, Peter Wensierski, Angela Marquardt der Moderator Harald Asel vom RBB, Petra Pau und Roland Jahn.
©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
Monika Haeger (Bildmitte) bei einem Auftritt in der Berliner Friedenswerkstatt 1984; © Robert-Havemann-Gesellschaft/Hartmut Beil

21.11.2017

IM Dienst der Stasi – Der Fall Monika Haeger

Was macht man mit dem Eingeständnis, selbst Teil eines Systems gewesen zu sein, das andere Menschen unterdrückt hat? Monika Haeger (1945-2006) gab darüber an einem Spätsommerabend 1990 in ihrer Wohnung im Prenzlauer Berg ein vier Stunden langes Interview, das lange Zeit als verschollen galt. Der Film des Journalisten Peter Wensierski über die inoffizielle Stasi-Mitarbeiterin zeichnet nicht nur ihren Lebensweg vom Kinderheim Königsheide bis ins Zentrum der Ost-Berliner Opposition nach - auch ihr Führungsoffizier kommt erstmals zu Wort. Wensierski stellt Fragen danach, was der Umgang mit der eigenen Verstrickung in Repression für Demokratie und Gesellschaft heute bedeutet.

Film: „IM Dienst der Stasi – Der Fall Monika Haeger“

Dokumentation von Peter Wensierski, 45 Minuten

 

Gespräch:

Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags

Angela Marquardt, SPD-Politikerin

Peter Wensierski, Journalist, Der SPIEGEL

Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik

Moderation: Harald Asel, Rundfunk Berlin-Brandenburg


Termin: 21. November 2017, 19 Uhr

Ort: Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie, „Haus 22“, Ruschestraße 103, 10365 Berlin

Der Film wird am 26.11.2017 um 22:55 Uhr im Programm des rbb erstausgestrahlt.


Veranstalter:

Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU), die Robert-Havemann-Gesellschaft und der Rundfunk Berlin-Brandenburg

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Initiates file downloadEinladung als PDF


Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind.

16.11.2017

Allwissend und hilflos? Die Stasi im Herrschaftsgefüge des SED -Staates

Mit der zunehmenden Überwachung aller gesellschaftlichen Bereiche und immer mehr geheimen Informationen ließen die Fähigkeiten der DDR zur Korrektur von Fehlern und zur Vornahme wirklicher Veränderungen nach. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären? Wieso konnte die Staatssicherheit die Revolution 1989 nicht verhindern? Welche Bedeutung kam der Geheimpolizei unter dem SED-Regime überhaupt zu? War die Stasi lediglich „Schild und Schwert“ der Partei – oder vielmehr Staat im Staate? Antworten darauf stehen auch Jahrzehnte nach dem Ende der DDR noch aus.

Diskussion: 

Dr. Jens Gieseke, Historiker, Abteilungsleiter beim Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Ronny Heidenreich, Historiker, Mitarbeiter der Kommission zur Erforschung der Geschichte des BND

Prof. Dr. Jens Reich, Molekularbiologe, 1989 im Neuen Forum aktiv, Mitglied der frei gewählten Volkskammer


Moderation: 

Prof. Dr. Daniela Münkel, Historikerin, Projektleiterin beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen


Termin: 16. November 2017, 19 Uhr

Ort: Vertretung des Freistaats Thüringen beim Bund, Mohrenstr. 64, 10117 Berlin

Verkehrsanbindung: U-Bahn Mohrenstraße, Bus M 48 und 200

Veranstalter:

Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin und die Robert-Havemann-Gesellschaft


Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen (Bild, Ton) zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden.

Quelle: Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert

12.11.2017

Die Europavorstellungen der Kreisauer und die Widersprüche im Europa von heute

Es ist 27 Jahre her, dass die Bürgerbewegung Demokratie Jetzt gegründet wurde. Unter den Gründern waren Mitglieder der Bartholomäus-Gemeinde Berlin-Friedrichshain, die sich schon 1987 für eine Öffnung des Landes eingesetzt hatten (Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung). In nahezu jedem Jahr laden wir zu einer Herbst-Veranstaltung in diesem Geist ein. Am 12. November 2017 wird einer Initiative gedacht, die unter Mitwirkung von Wolfgang Ullmann und Ludwig Mehlhorn bereits im Juni 1989 ins Leben gerufen wurde: der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung in Krzyzowa, Polen. Annemarie Franke, langjährige Leiterin der Gedenkstätte der Stiftung, hat über dieses Neue Kreisau und seine Entstehung eine Dissertation verfasst, die jetzt als Buch erscheint. Denn das Kreisau des Widerstands gegen den Nationalsozialismus, u. a. getragen von Freya und Helmuth James Graf von Moltke, hat eine zweite und junge Dimension gewonnen, die europäische Verständigung.

Im Sommer 1989 war es ein mutiges und hochpolitisches Projekt in einem polnischen Dorf ein Zentrum für europäischen Dialog zwischen den Gesellschaften diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs zu schaffen. Die ostmitteleuropäische Opposition gegen den gescheiterten Sozialismus beförderte damals die Dynamik des Geschehens. Welche Aufgabe gibt uns das Vermächtnis des Widerstands? Gibt die gemeinsame europäische Menschenrechtstradition Antwort auf den Angriff gegenüber dem Rechtsstaat? Weiterhin bleibt zu fragen, wie mit autoritären Staatsführungen und nationalem Rückzug umzugehen ist. Was ist zu tun, um die grausame Flüchtlingskrise abzuwenden?
Europa erfand sich neu mit und nach dem Jahr 1989. Darum: Welche Aufgabe stellt sich heute, um den Kontinent an seine Demokratiegeschichte neu zu binden? Wo sind die kleinen Gemeinschaften, die die soziale Kraft entfalten, das neue Europa in Freiheit zu aktivieren?

Programm:

9.30 Uhr  

Gottesdienst - mit Renate Ellmenreich, Pfarrerin und Menschenrechtlerin


11.00 Uhr  
Vortrag: Das Neue Kreisau und der Umbruch in Europa 1989/90 – Dr. Annemarie Franke

11.30 Uhr 
Podium: Die Europavorstellungen der Kreisauer und die Widersprüche im Europa von heute


Dr. Agniezka ?ada, Institute of Public Affaires Warschau, Aufsichtsrat der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung

Staatssekretär Stephan Steinlein, Leiter des Bundespräsidialamtes

Dr. Annemarie Franke, Leiterin der Gedenkstätte Kreisau-Krzyzowa 2001-2012

Moderation: Stephan Bickhardt, Demokratie Jetzt-Mitbegründer
Kommentar: Dr. Ellen Ueberschär, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

 

12.30 Einladung zu einem Imbiss

 

Termin: 12. November 2017, 9.30 Uhr – 12.30 Uhr

Ort: Bartholomäus Kirche Berlin-Friedrichshain,  Friedenstr. 1 

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Bartholomäus-Gemeinde Berlin-Friedrichshain, der Heinrich-Böll-Stiftung der Kreisau-Initiative e.V. und der Robert-Havemann-Gesellschaft durchgeführt.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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Buchhinweis:

Annemarie Franke: Das neue Kreisau. Die Entstehungsgeschichte der Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung 1989-1998.
Schriftenreihe der Forschungsgemeinschaft 20. Juli e.V., Bd. 22
Augsburg 2017, ISBN: 978? 3? 95786? 105? 4 (Preis 34,90 Euro)

Das Buch erscheint zugleich in polnischer Sprache im Verlag Nauka I Innowacje Pozna? in der Reihe des Willy Brandt-Zentrums für Deutschland- und Europastudien der Universität Wroc?aw. 

©Robert-Havemann-Geselschaft/Andreas Kämper
Der Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen Roland Jahn begrüßt rund 200 Gäste im großen Saal von Haus 22. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Der Film von Martin Kobylinski "IM Dienst der Stasi - Der Fall Wolfgang Schnur" lief am 26. November 2017 im RBB-Fernsehen. ©Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Moderator Professor Jürgen Haase (Mitte) im Gespräch mit den ehemaligen Schnur Mandanten Lothar Rochau, Ulrike Poppe und Thomas Kretschmar, sowie dem Historiker Prof. Dr. Brandt. ©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
Thomas Kretschmann (Bild) verweigerte 1980 den Wehrdienst, wobei er rechtlich durch Wolfgang Schnur betreut wurde. ©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
Ulrike Poppe wurde 1983 zusammen mit anderen Bürgerrechtlerinnen wegen des "Verdachts auf landesverräterische Nachrichtenübermittlung" verhaftet. Ihr Anwalt: Wolfgang Schnur. ©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
Lothar Rochau, Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre Jugenddiakon in Halle Neustadt, wurde 1983 verhaftet und wenig später in die Bundesrepublik abgeschoben. ©Frank Ebert/Robert-Havemann-Gesellschaft
 

01.11.2017

"Ein unmögliches Leben" Der Fall Wolfgang Schnur - Premiere des Films von Alexander Kobylinski

Premiere der 45-minütigen Co-Produktion von rbb Fernsehen und HAASE-Filmproduktion.
Eine filmisch-kritische Auseinandersetzung mit dem Leben des Wolfgang Schnur.

Er war ganz oben. Dann stürzte er ins Bodenlose. – Stasi-Spitzel, DDR-Oppositionellen-Anwalt, Wendepolitiker in einer Person: Wolfgang Schnur.1989 hatte er die Partei Demokratischer Aufbruch gegründet, war sogar vier Monate deren Vorsitzender gewesen. Vor den ersten freien Wahlen der DDR galt der Vorsitzende des Demokratischen Aufbruchs vielen bereits als neuer Ministerpräsident, ehe er wenige Tage vor der Volkskammerwahl, am 18. März 1990, als Stasi-Spitzel enttarnt wurde. In einem letzten Interview vor seinem Tod stellte sich Schnur im Januar 2016 den Fragen des inzwischen ebenfalls verstorbenen Journalisten Alexander Kobylinski. Ein einmaliges filmisches Zeitdokument.

Moderation: Prof. Jürgen Haase (Filmproduzent und Kulturmanager)

Podium:
Lothar Rochau (ehem. Jugenddiakon Halle/Neustadt und Schnur-Mandant)

Ulrike Poppe (DDR-Bürgerrechtlerin)

Thomas Kretschmer (Holzbildhauer und ehemaliger Mandant von Wolfgang Schnur)


Datum: Mittwoch, 01. November 2017, 19:00 Uhr

Ort: Stasi-Zentrale, Campus für Demokratie, „Haus 22“, Ruschestraße 103, 10365 Berlin

Eine Veranstaltung des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) in Kooperation mit dem Wilhelm Fraenger-Institut Berlin, der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., dem rbb Fernsehen und der Stiftung Berliner Mauer.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

26.10.2017

„Heißes Herz, kühler Kopf, saubere Hände …“ Korruption und Verfall in der Stasi

Es ist wenig bekannt, dass in der Stasi die Korruption grassierte. Das galt nicht nur für Sonderbereiche wie die des Obristen Wurm und seines „Nachfolgers“ Schalck-Golodkowski. Auch im normalen Alltag bauten sich Stasi-Offiziere Luxusvillen, gegen die die Häuser in Wandlitz unscheinbar waren. Beim Einsatz von Spitzeln wurden laufend Zahlungen – auch in Devisen – unterschlagen. Mielke kritisierte den Prunk seiner „Bezirksfürsten“ – tat aber nichts dagegen.


Impulsreferat: Dr. Klaus Bästlein, Historiker und Jurist, Referent beim Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen

 

Diskussion:

Jan Eik, Diplom-Ingenieur und Schriftsteller

Prof. Dr. Bernd Stöver, Historiker, Universität Potsdam

Dr. Klaus Bästlein

Moderation: Gerald Endres, Dokumentarfilmer


Termin: 26. Oktober 2017, 19 Uhr

Ort: Rathaus Mitte, Robert-Havemann-Saal, Karl-Marx-Allee 31, Berlin-Mitte

Initiates file downloadEinladung als PDF


Veranstalter:

Der Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, die Robert-Havemann-Gesellschaft und das Deutsch-Russische-Museum


Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Einladungskarte zur Tagung.
Dr. Thomas Thiele, Leiter des Museum Lichtenberg, eröffnet die Tagung. © Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Guntolf Herzberg, Autor der beim Mitveranstalter Christoph-Links-Verlag erschienenen Biographie "Rudolf Bahro - Glaube an das Veränderbare. © Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Wolfgang Templin äußerte sich u. a. zur Frage, welche Rolle die „Alternative“ in der marxistischen Systemkritik einnahm und ob sie mehr war als eine politische Utopie.
© Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
In der Runde, moderiert von Dr. Bernd Florath, ging es um die Frage, welche Wege das Manuskript bis zur Veröffentlichung nahm, wer Bahros Arbeit unterstütze und wer aus welchen Gründen Zutritt zu den unterstützenden Personenkreisen erhielt. © Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Karl-Heinz Baum und Ulrich Schwarz, beide Korrespondenten westdeutscher Presse in der DDR, berichten über den Schmuggel des Buches „Alternative“ in die DDR.
© Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Hannes Schwenger gründete 1977 in Reaktion auf die Inhaftierung von Rudolf Bahro das Komitee „Freiheit und Sozialismus“. Tina Krone berichtete über die Resonanz der Thesen Bahros auf Diskussionen in reformorientierten oder systemkritischen Kreisen. © Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Dirk Moldt diskutierte mit Reiner Land und Andreas Siemoneit ob die Thesen Bahros heute noch Relevanz haben.
© Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert

21.10.2017

Konferenz: „Glaube an das Veränderbare“ 40 Jahre Rudolf Bahros „Alternative“ und die Gemeinschaft seiner Unterstützer

Vor vierzig Jahren veröffentlichte der Spiegel den Vorabdruck der Sozialismuskritik „Die Alternative“ von Rudolf Bahro. Bahro wurde verhaftet und in die U-Haft des MfS nach Berlin-Hohenschönhausen gebracht. Wenig später erschien das Buch in der Europäischen Verlagsanstalt. Dass die Publikation nicht das Werk der Einzelperson Bahro war, ist wenigen bekannt. Wer ihn unterstützte, was seine Kritik am Realsozialismus bewirkte und wie sie mit historischem Abstand zu bewerten ist, möchte diese Konferenz ergründen. Es werden Kenner des Buches, der historischen Person Rudolf Bahro, ehemals Beteiligte und von der Arbeit Beeinflusste oder Angeregte zu Wort kommen.

 

Programm:

10.00 Uhr: Einlass und Registrierung

10.15 Uhr: Begrüßung

10.30 Uhr: Einführungsvorträge

Guntolf Herzberg: Die „Alternative" - Größe und Grenzen einer Konzeption

Thomas Schubert: Die "Alternative" - Dokument einer politischen Religion und Theologie?

11.30 Uhr Panel 1: „Wessen Alternative – ein tragfähiges Konzept?“

Welche Rolle nimmt die „Alternative“ in der marxistischen Systemkritik ein und war sie mehr als politische Utopie? Welchen Bezug hatte sie zu anderen Reformideen, so zu denen Robert Havemanns oder osteuropäischer Dissidenten?

Mittagspause

13.30 Uhr Panel 2: „Offener Kreis – geschlossener Zirkel?“

Welche Wege nahm das Manuskript bis zur Veröffentlichung, wer unterstütze Bahros Arbeit und wer erhielt aus welchen Gründen Zutritt zu den unterstützenden Personenkreisen?

Kurze Pause

14.45 Uhr Panel 3: „Und schweigt ihr Bahro dreimal tot …“

Wie gingen der Staat und die SED mit der öffentlich gewordenen Systemkritik um? Welche Resonanz hatten die Thesen Bahros auf Diskussionen in reformorientierten oder systemkritischen Kreisen?

Kurze Pause

16.00 Abschlussdiskussion: „Was bleibt von Bahros Alternative?“

Welche Relevanz haben Bahros Thesen heute und gibt es in der Gegenwart Gesellschaftsmodelle und -entwürfe oder Utopien mit vergleichbaren Intentionen?

Als Teilnehmer haben bisher zugesagt: Guntolf Herzberg, Christoph Links, Thomas Schubert, Ines Weber; angefragt sind und angekündigt haben ihre Teilnahme bisher u.a. Alexander Amberger, Bernd Florath, Tina Krone, Hannes Schwenger, Ulrich Schwarz, Wolfgang Templin, Karl-Heinz Baum

Weitere Informationen folgen oder sind unter Opens external link in new windowwww.museum-lichtenberg.de zu finden.


Eine Konferenz des Museums Lichtenberg in Zusammenarbeit mit dem Christoph Links Verlag und der Robert Havemann Gesellschaft, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Ort: Ruschestraße 103, 10365 Berlin, Haus 22

Silke Maier-Witt war ab 1977 Mitglied der RAF und tauchte 1980 in der DDR unter. Heute lebt sie in Mazedonien. © Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
Frank Wilhelm, Dr. Butz Peters und Silke Maier-Witt (v.l.n.r.) © Robert-Havemann-Gesellschaft/Frank Ebert
 

18.10.2017

Als RAF-Terroristen im Osten abtauchten - Silke Maier-Witt und ihr Leben in der DDR

Silke Maier-Witt gehörte seit 1977 zur Roten-Armee-Fraktion (RAF) und war als Späherin an der Entführung und Ermordung des damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer beteiligt. 1979 tauchte sie in der DDR unter. Sie lebte zunächst in Erfurt, wurde dort aber von einem Besucher aus der Bundesrepublik erkannt. Sie unterzog sich einer Gesichtsoperation und zog nach Neubrandenburg. 1990 folgte die Verhaftung, 1991 die Verurteilung zu zehn Jahren Gefängnis. 1995 wurde sie vorzeitig aus der Haft entlassen. Sie arbeitete seit dem u.a. im zivilen Friedensdienst im Kosovo.
Wir wollen den Fragen nachgehen, wie erlebte sie die DDR? Was war der Deal zwischen der Staatssicherheit und der Roten-Armee-Fraktion? Welche Lehren resultieren aus dem sogenannten „bewaffneten Kampf“?

 

Einführung: Dr. Butz Peters, Rechtsanwalt 

Film: „Als RAF-Terroristen im Norden abtauchten - Silke Maier-Witt und ihr Leben in der DDR – Fernsehdokumentation von Kathrin Matern, Erstausstrahlung NDR III 21. Juni 2017, 45 Minuten

Gespräch:

Silke Maier-Witt

Frank Wilhelm, (Autor „RAF im Osten: Terroristen unter dem Schutz der Stasi“)

Dr. Butz Peters

 

Termin: 18. Oktober 2017, 19 Uhr

Ort: DDR-Museum, Besucherzentrum, St. Wolfgang Straße 2, Berlin-Mitte

Verkehrsanbindung: S- und U-Bahnhof Alexanderplatz
S-Bahnhof Hackescher Markt
Bus: 100, 200, 248, M48, TXL: Haltestelle Spandauer Straße
Tram: M5, M4, M6: Haltestelle Spandauer Straße


Einladungskarte (PDF)

Eine Veranstaltung des Berliner Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen und des NDR in Kooperation mit dem DDR-Museum und der Robert-Havemann-Gesellschaft.

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. 

Opens external link in new window„Ich bin jetzt wie mein Vater, der SS-Mann“, Frankfurter Rundschau zur Veranstaltung am 20.10.2017

28.09.2017

Gespräche mit Oppositionellen

Seit 1983 führte die Autorin Doris Liebermann viele Gespräche für Features und Rundfunksendungen zur DDR und zur Literatur, Kultur und Geschichte Osteuropas. Das umfangreiche Interviewmaterial wurde nie in vollem Umfang ausgestrahlt, sondern immer nur in Auszügen. Der vorliegende Band enthält die Langfassungen der Gespräche mit sechzehn besonderen Zeugen der deutschen und tschechoslowakischen Geschichte des letzten Jahrhunderts.

Einer der Porträtierten, der Psychologe Stefan Brandt ist Podiumsgast, wenn das Buch erstmals in Berlin vorgestellt wird. Stefan Brandt, geboren 1949 in Ost-Berlin, flüchtete 1958 mit Eltern und Geschwistern in den Westen. Sein Vater, der SED-Funktionär Heinz Brandt, der sich während des 17. Juni 1953 mit den streikenden Arbeitern solidarisiert hatte, wollte sich so einer drohenden Verhaftung entziehen. Stefan Brandt berichtete Doris Liebermann, wie er als Kind die Flucht und kurz darauf mehrere Kindheitsjahre ohne Vater erlebte. Kurz vor dem Mauerbau entführte die ostdeutschen Geheimpolizei Heinz Brandt in die DDR. Dort wurde der Kommunist, der in der NS-Zeit Zuchthaus und KZ überlebt hatte, zu 13 Jahren Zuchthaus verurteilt und im berüchtigten Gefängnis Bautzen II bis 1964 gefangen gehalten. Eine weltweite Solidaritätsbewegung erzwang seine vorzeitige Entlassung aus der Haft: Heinz Brandt war der erste Gefangene des Jahres von Amnesty International.

Das Gespräch mit Doris Liebermann und Stefan Brandt moderiert Dr. Sabine Kuder, Bundesstiftung Aufarbeitung.

In der vorliegenden Publikation sind die Gespräche mit Bärbel Bohley, Heinz Brandt, Stefan Brandt, Marie Charousková, František Cerný, Bernd Eisenfeld, Rainer Eppelmann, Jürgen Fuchs, Lilo Fuchs, Hans-Joachim Lazai, Utz Rachowski, Jens Reich, Sebastian Pflugbeil, Wolfgang Templin, Wolfgang Ullmann und Jürgen Wiechert dokumentiert. Doris Liebermann zeichnete die Interviews auf Audiokassetten auf, die sich heute im Archiv der DDR-Opposition befinden. Die Buchvorstellung ist zugleich Auftaktveranstaltung einer neuen Reihe der Robert-Havemann-Gesellschaft, in der Dokumente aus dem Archiv präsentiert werden.

Doris Liebermann: Gespräche mit Oppositionellen

Inhaltsverzeichnis, Metropol Verlag

Termin: 28. September 2017 um 18 Uhr

Ort: Café Vernunft, Haus 19, Stasi-Zentrale, Ruschestraße 109, 10365 Berlin

Fahrverbindung: U5 Magdalenenstraße (es gibt kaum Parkmöglichkeiten im Umfeld)

Der Eintritt ist frei. 

Veranstalter: Robert-Havemann-Gesellschaft in Kooperation mit dem Metropol Verlag. Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

09.09.2017

Tag des offenen Denkmals: Macht und Pracht?

Die Stasi und ihr Erbe in Berlin-Lichtenberg
Bis 1989 galt die Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg als geheimnisumwitterter Ort, Ausdruck von Macht und Herrschaft im SED-Staat. Die historische Bedeutung des Geländes führte 2014 dazu, dass der Senat einen Kernbereich des Geländes in die Berliner Denkmalliste aufgenommen hat. Dazu gehören das Archiv, der Ministersitz und das Offizierskasino.
Zum Tag des offenen Denkmals zeigen historische Foto- und Videoaufnahmen, wie die Stasi die einzelnen Häuser nutzte. Führungen geben Einblicke in die Baudenkmale und veranschaulichen, wie sich das Stasi-Gelände im Laufe der Jahre entwickelt hat.

Programm:

10.00 Uhr, Geländeführung: Unterwegs im Stasi-Revier
Wie hat sich die Stasi-Zentrale über vier Jahrzehnte DDR entwickelt? Welche Mitarbeiter arbeiteten in welchen Gebäuden? Was waren ihre Aufgaben? Eine Führung über das Gelände zeigt dessen Geschichte.
Treffpunkt ist vor "Haus 22".

11.00 und 13.00 Uhr, Archivführung: Macht und Ohnmacht
Im Stasi-Unterlagen-Archiv in Berlin lagern rund 43 Kilometer Schriftgut, Karteikarten und Bild- und Tondokumente. Die Führung gibt einen Eindruck von der Sammelwut der Geheimpolizei und vom Umgang mit den Archivdokumenten nach der Friedlichen Revolution.
Treffpunkt ist vor "Haus 7"

12.00 und 17.00 Uhr, Führung durch das Stasimuseum: Vom Machtzentrum zum Denkmal
Der Rundgang durch die Dauerausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur" führt auch durch die weitgehend original erhaltene Ministeretage von Erich Mielke. Von seinem Arbeitsplatz steuerte er den Apparat der Geheimpolizei, verfügte aber auch über private Rückzugsräume.
Treffpunkt ist vor "Haus 1". Um Anmeldung unter veranstaltungen@bstu.bund.<wbr />de wird gebeten.

14.00 Uhr, Vortrag: Zeugnisse von Macht und Pracht
Die Stasi-Zentrale war Ort von Konferenzen, Aufmärschen und Festen der Geheimpolizei. Das dokumentieren historische Foto- und Videodokumente aus dem Stasi-Unterlagen-Archiv. Darunter eine Aufnahme des britischen Doppelagenten Kim Philby, der in "Haus 22" vor Stasi-Mitarbeitern eine Rede hielt. Der Vortrag zeigt außerdem, wie die repräsentativen Räume vor 1990 ausgesehen haben und was die Stasi ihren Gästen bieten wollte.
Treffpunkt ist vor "Haus 22"

12.30 und 14.30 Uhr, Zeitzeugenführung: Gegen die Macht einer Diktatur
Im Januar und im September 1990 war die Stasi-Zentrale Schauplatz der Friedlichen Revolution. Zeitzeugen führen durch die Open-Air-Ausstellung "Revolution und Mauerfall" und berichten vom Ende der DDR und den Ereignissen an diesem Ort bis zur deutschen Einheit.
Treffpunkt ist vor "Haus 22".

15.00 Uhr, Sonderführung: Die letzten Stasi-Büros
Der Rundgang führt in den sonst verschlossenen Nordflügel von "Haus 7" mit weitgehend im Original erhaltenen Büroräumen der Stasi. Sie tragen noch Spuren der Hauptamtlichen Mitarbeiter, die für die hier ansässige "Hauptabteilung XX" Kirchen und Kulturschaffende in der DDR überwachten. Vor einer geplanten Sanierung wird dies eine der seltenen Möglichkeiten bleiben, die Räume zu begehen.
Treffpunkt ist vor "Haus 22". Um Anmeldung unter veranstaltungen@bstu.bund.<wbr />de wird gebeten.

16.00 Uhr Podiumsdiskussion: "...Ort der Aufklärung über Diktatur und Widerstand" – von der Idee zur Verwirklichung
Um die Zukunft der ehemaligen Stasi-Zentrale hat sich eine lebhafte Diskussion entwickelt. Politik und zivilgesellschaftliche Akteure entwerfen Nutzungsszenarien, aber noch steht der Veränderungsprozess am Anfang. Wie geht es weiter mit dem historischen Gelände und seiner Nutzung?
Treffpunkt ist vor "Haus 22".

Weitere Programmangebote:
* Bürgerberatung zur Einsicht in die Stasi-Unterlagen
* Präsentation der Stasi-Mediathek mit historischen Fotos von der Stasi-Zentrale
* Präsentation der Bildungsangebote des Stasi-Unterlagen-Archivs
* "Future Maker/s – Future Market/s" – Präsentation eines internationalen Studierendenprojektes zu Begegnungsformaten auf dem Campus der Demokratie
* Streetfood-Spezialitäten von milchmädchen

Wahlplakat des Demokratischen Aufbruch für die einzige freie Wahl in der Geschichte der DDR zur Volkskammer.
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Andreas Kämper
Die Aufarbeitungsbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt, Birgit Neumann-Becker, moderierte den Abend. Den Film stellte Prof. Haase vom Wilhelm Fraenger-Institut vor. Von ihren Erfahrungen mit Wolfgang Schnur berichteten Andreas Ilse und der ehemalige Mandant von W. Schnur Lothar Rochau.
Im Publikum waren viele ehemalige Mandaten von Wolfgang Schnur die ihre eigenen Erfahrungen mit ihm machen mussten.
 

09.09.2017

Vorpremiere der rbb-Dokumentation "Der Fall Wolfgang Schnur – ein unmögliches Leben"

Wolfgang Schnur war eine der schillerndsten DDR-Figuren: Als freiberuflicher Rechtsanwalt vertrat er politisch Verfolgte und Wehrdienstverweigerer vor Gericht, beriet die Leitung der Evangelischen Kirche und verriet als Stasi-Spitzel alle miteinander an das Ministerium für Staatssicherheit. Gierig nach Anerkennung ließ er sich sowohl von kirchlichen Gremien, als auch dem Mielke-Ministerium hofieren. Auf dem Höhepunkt seiner gegensätzlichen Karrieren wurde er 1989/90 Vorsitzender des neu gegründeten Demokratischen Aufbruch und wäre beinahe der erste frei gewählte Ministerpräsident der DDR geworden. Aber die Stasi selbst  verhinderte das: Sie gab Wolfgang Schnur öffentlich als einen der ihren bekannt. Damit waren die Karrieren des Wolfgang Schnur beendet.

Einige Monate vor seinem Tod - im Januar 2016 - gab Schnur dem Filmemacher Alexander Kobylinski - selbst ehemaliger Mandant von Schnur - ein bisher unveröffentlichtes Interview. In dem 45-minütigen Film äußert sich Schnur zu seiner Rolle als Rechtsbeistand in der Diktatur sowie zu seiner Arbeit innerhalb der Evangelischen Kirche und der Tätigkeit für das MfS, ergänzt durch Erinnerungen von Kirchenvertretern und ehemaligen Mandanten.

Im Anschluss an den Dokumentarfilm von Alexander Kobylinski (1964-2017) diskutieren mit dem Publikum:

Prof. Jürgen Haase, Berlin, Filmproduzent und geschäftsführender Gesellschafter des Wilhelm Fraenger-Instituts

Andreas Ilse, Finne und Lothar Rochau, Halle, ehemalige Mandanten von Wolfgang Schnur

Moderation:

Birgit Neumann-Becker, Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Sachsen-Anhalt

Am Klavier:

Lora Kostina

Ort: Kulturscheune Knapendorf, Zur Mühle 3, 06258 Knapendorf (OT der Gemeinde Schkopau)

Veranstalter:

Beauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Sachsen-Anhalt, Zeit-Geschichte(n) e.V. Halle, Kulturscheune Knapendorf und Robert-Havemann-Gesellschaft. Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

© Robert-Havemann-Gesellschaft/Tom Sello
Zeitzeugengespräch mit Bodo Wolff und Stephan Krawczyk zum Piratensender "Schwarzer Kanal".
© Robert-Havemann-Gesellschaft/Tom Sello
Führung durch das Areal der Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg.
© Robert-Havemann-Gesellschaft/Tom Sello
Zeitzeugengespräch mit Bodo Wolff und Dieter Rulff zu "Radio Glasnost".
© Robert-Havemann-Gesellschaft/Tom Sello

19.08.2017

Lange Nacht der Museen: „Made in Berlin“

In Ost-Berlin, der sogenannten Hauptstadt der DDR, befanden sich alle zentralen Institutionen zur Durchsetzung und Sicherung der SED-Herrschaft. So war auch die Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit ein Produkt „Made in Berlin“.


Im Programm zur Langen Nacht der Museen erfahren Sie, warum und mit welchen Mitteln die Stasi die Bevölkerung der DDR umfassend kontrollierte. Hören Sie die Berichte von Zeitzeugen, wie Menschen der Diktatur widerstanden. Folgen Sie den Spuren der Demonstranten, die am 15. Januar 1990 in das Stasihauptquartier eindrangen.

Die Sonderausstellung „Hergestellt in Berlin“ zeigt Spionagetechnik aus den geheimen Werkstätten der Staatssicherheit, „Ausgestellt in Berlin“ informiert über die „Büros für Reise- und Besuchsangelegenheiten“ der Stasi in West-Berlin. Unter dem Titel „Ganz Ohr“ finden Veranstaltungen zur Sendung „Radio Glasnost“ statt, die von 1987 bis 1989 die Ost-Berliner Opposition aus dem Westen unterstützte und von der Staatssicherheit abgehört wurde.

28.06.2017

Vortrag und Diskussion „Zersetzung“ als Strategie in Folge der KSZE

Mit der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE ) und der KSZE-Schlussakte von Helsinki 1975 wurde es für die SED-Führung immer schwieriger, politische Gegner offen zu unterdrücken. Kritische Stimmen sollten fortan möglichst lautlos unterbunden werden. Die “Zersetzung” wurde zum bevorzugten Kampfmittel der ostdeutschen Geheimpolizei.

Zu ihren  Maßnahmen gehörten die Organisation beruflicher Misserfolge, die Anprangerung „unmoralischer Lebensweisen“, Telefonterror, offene Überwachung oder die Verdächtigung als Stasi-Spitzel. Für die Betroffenen hatte das oft tiefgreifende Folgen, unter denen nicht wenige bis heute leiden. “Zersetzung” war aber keine Erfindung der Stasi, sondern gehörte stets zum Repertoire von Geheimdiensten.

 

Termin: Mittwoch, 28. Juni 2017 | 19 Uhr

Ort: Landesvertretung Thüringen | Mohrenstraße 64, 10117 Berlin

Vortrag:

Hans-Hermann Lochen, Jurist, Ministerialrat im BMI a. D.

 

Im Podium diskutieren:

Rainer Eppelmann, Theologe, DDR-Oppositioneller und von Zersetzungsmaßnahmen Betroffener

Hans-Herrmann Lochen

D. Gerhard Sälter, Historiker und Mitarbeiter im Projekt zur Geschichte des BND 

Moderation:

Prof. Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer


Fahrverbindung: U2 Bahnhof Mohrenstraße, Bus M 48, 200

Veranstalter: Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen,  Stiftung Berliner Mauer  und Robert-Havemann-Gesellschaft. Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 Die Teilnahme bedarf keiner Anmeldung; Eintritt wird nicht erhoben. 

Mit der Teilnahme an der Veranstaltung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Sie gegebenenfalls auf Aufnahmen zu sehen sind, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Robert-Havemann-Gesellschaft verwendet werden.

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Dr. Jacqueline Boysen moderierte das Gespräch mit Karl-Heinz Baum und Wolfgang Templin.
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Tom Sello
©Robert-Havemann-Gesellschaft/Tom Sello
Zum Autor:
Jahrgang 1941, Studium der Geschichte, der Politischen Wissenschaft und Publizistik an der Freien Universität Berlin, seit 1966 Journalist in Mainz, Parlamentsberichterstatter, Korrespondent für Rheinland-Pfalz und Saarland, von 1977 bis 1990 DDR-Korrespondent für die »Frankfurter Rundschau«, seit 2003 freier Journalist und Autor in Berlin.
 

21.06.2017

Buchvorstellung: Kein Indianerspiel. DDR-Reportagen eines Westjournalisten

Ein Gespräch zwischen Karl-Heinz Baum und Wolfgang Templin moderiert Dr. Jacqueline Boysen, Journalistin aus Berlin.

Karl-Heinz Baum arbeitete von 1977 bis 1990 als DDR-Korrespondent der Frankfurter Rundschau in Ost-Berlin. In dieser Zeit verfasste er zahlreiche Reportagen, in denen sich nicht nur die deutsch-deutsche Politik spiegelt, sondern auch der Alltag der Ostdeutschen: Mit den Menschen sprechen und sie sprechen lassen, die Wirklichkeit einfangen, um sie unvoreingenommen zu beschreiben, lautete sein journalistisches Prinzip.

Baums ungewöhnliche Reportagen rufen nicht nur Alltagsereignisse in der DDR und auch die dramatischen Ereignisse des Wendeherbstes 1989 in Erinnerung, sondern bringen schon damals erstaunlich hellsichtig in wenigen markanten Sätzen historisch gewordene Geschichtsmomente auf den Punkt (dpa). Hintergrundberichte zur Entstehung und Wirkung der Reportagen geben einen spannenden Einblick in Karl-Heinz Baums Arbeit. Er thematisierte Probleme, die die große Mehrheit westdeutscher Journalisten nicht aufgriffen. Auch aus diesem Blickwinkel hat seine Auseinandersetzung mit der Tätigkeit eines Journalisten in einer Diktatur bis heute nichts an Brisanz verloren. Zahlreiche Abbildungen, Karikaturen und konkrete Arbeitsanregungen für Schüler der 9. bis 12. Klassen ergänzen den Textband und ermöglichen den Einsatz im Geschichtsunterricht.

Wolfgang Templin, der systemkritische Beiträge in DDR-Untergrundzeitschriften veröffentlichte, wagte es auch in westdeutschen Medien unter seinem Namen zu publizieren, stand West-Journalisten als Gesprächspartner zur Verfügung, lieferte ihnen Hintergrundinformationen und war spätestens im Zuge seiner Inhaftierung und Ausbürgerung 1988 selbst Gegenstand der Berichterstattung.

Interview mit Karl-Heinz Baum

 

Termin: 21. Juni 2017 um 18 Uhr

Ort: Café Vernunft, Haus 19, Stasi-Zentrale, Ruschestraße 109, 10365 Berlin

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter ts(at)havemann-gesellschaft.de wird gebeten.

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Veranstalter: Robert-Havemann-Gesellschaft in Kooperation mit dem CH. LINKS VERLAG. Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Tom Sello, Kurator der Ausstellung "Revolution und Mauerfall", setzt den 17. Juni 1953 mit der Friedlichen Revolution 1989/90 in Beziehung.
Edith Fiedler (r.) hat den Volksaufstand als Mauerlehrling in Berlin erlebt. Helmut Schlönvoigt (l.) und Klaus Hobrack (2. v. r.) waren 1953 in Jena dabei. Sie schilderten ihre Erinnerungen im Gespräch mit Dagmar Hovestädt (Pressesprecherin des BStU).

17.06.2017

Aufruhr in der Diktatur: Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und die Folgen

Aktionstag: Der 17. Juni 1953 ist ein Schlüsselereignis der DDR-Geschichte: Nur wenige Jahre nach Gründung der DDR kam es in fast 700 Städten und Gemeinden zu Demonstrationen und Streiks. Was als Protest von Bauarbeitern begann, entwickelte sich rasch zu einem Volksaufstand.

Die Ereignisse trafen das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) genauso unvorbereitet wie die SED-Führung. Nur durch das Eingreifen des sowjetischen Militärs konnte der Aufstand niedergeschlagen werden.

Die Erhebung und das Versagen des Sicherheitsapparats lösten ein tiefsitzendes Trauma bei den Machthabern der DDR aus. In der Folge wuchs die Stasi zu einem umfassenden Überwachungs-, Disziplinierungs- und Repressionsapparat, der seine Methoden im Laufe der Jahrzehnte verfeinerte. Dennoch war sie im Herbst 1989 nicht in der Lage, die Friedliche Revolution zu stoppen.

Filme, Vorträge, Gespräche und Führungen am Ort der ehemaligen Stasi-Zentrale nehmen die Ereignisse vom 17. Juni in den Blick und fragen nach den Folgen des Aufstandes. Welche Lehren zog die Stasi aus ihrem Versagen? Was bewirkte die niedergeschlagene Rebellion bei den Menschen? Welche Parallelen lassen sich zu Aufständen der jüngsten Vergangenheit ziehen?

Aktuelle Programmhinweise finden Sie unter www.bstu.bund.de/17-juni.

Aus dem Programm:

16.00 Uhr: Eröffnung

Gespräch mit Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen), Dr. Hubertus Knabe (Direktor Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen), Tom Sello (Robert-Havemann-Gesellschaft e. V.) und Bernd Lippmann (Vorsitzender des Trägervereins für das Stasimuseum)

Impulsvortrag: Der Volksaufstand vom 17. Juni 1953 und die Folgen, Dr.

Roger Engelmann (Historiker beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen / BStU)

 

16.00 Uhr: Podiumsdiskussion "Träume und Traumata gescheiterter Revolutionen" - Welche Parallelen haben der 17. Juni und Aufstände in Diktaturen heute? Es diskutieren Dina El-Sharnouby (Politikwissenschaftlerin), Sr?a Popovi? (Politaktivist, angefragt), Roland Jahn

Moderation: Dagmar Hovestädt (Pressesprecherin des BStU)

 

17.30 Uhr: Führung "Stasi-Minister Erich Mielke und der 17. Juni 1953"

- Wie beeinflusste der Volksaufstand den späteren Aufstieg von Erich Mielke? Sonderführung durch die historische Minister-Etage im Stasimuseum Sven Behrend (Politikwissenschaftler, Stasimuseum)

 

18.00 Uhr: Vortrag "Im Goldenen Käfig. DDR-Anwälte in der Ära Honecker"

- Vorstellung einer neuen wissenschaftlichen Studie über die Versuche von SED, Justizapparat und Stasi, DDR-Rechtsanwälte im Sinne des Idealbildes vom "sozialistischen Anwalt" zu formen, Dr. Christian Booß (Forscher beim BStU)

 

18.30 Uhr Geländeführung "Vom Finanzamt zur Stasi-Stadt" - Führung zur Entwicklung und zum fortwährenden Ausbau der Stasi-Zentrale nach dem Volksaufstand

 

18.30 Uhr Führung "Das Innenleben einer Geheimpolizei" - Rundgang durch das Stasi-Unterlagen-Archiv

 

19.00 Uhr Führung "Die vollendete Revolution" - Eine Kuratorenführung durch die Open-Air-Ausstellung "Revolution und Mauerfall" setzt den 17.

Juni mit der Friedlichen Revolution 1989/90 in Beziehung.

 

19.00 Uhr Vortrag "Der 17. Juni im Spiegel der Stasi-Unterlagen" - Präsentation von Akten, Fotos und Tondokumenten zum 17. Juni in der "Stasi-Mediathek des BStU"

 

19.30 Uhr Vortrag Die Stasi im Westen - Struktur und Ziele der MfS-Auslandsspionage Prof. Dr. Daniela Münkel (Historikerin beim BStU)

 

20.00 Uhr Gespräch Westarbeit der Stasi zwischen Fiktion und Wirklichkeit - Vorführung der ZDF-Agentenserie "Der gleiche Himmel" (3), vorab Expertengespräch mit der Histori kerin Prof. Dr. Daniela Münkel und Filmschaffenden

Moderation: Dagmar Hovestädt

 

Weitere Programmangebote:

- Der 17. Juni 1953 im Film - Ausgewählte Fernsehfilme und Dokumentationen über den 17. Juni

- Bildungswegweiser zum 17. Juni 1953 - Pädagogische Angebote für die schulische und außerschulische Bildung

- Virtueller Rundgang durch das Stasi-Gefängnis - Virtuelle Reise durch das frühere Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen

- Bürgerberatung und Antragstellung zur Einsicht in die Stasi-Unterlagen (Bitte ein gültiges Personaldokument mitbringen)

- Info-Tisch der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.

- Dauerausstellung "Staatssicherheit in der SED-Diktatur" im Stasimuseum, "Haus 1" (geöffnet bis 20 Uhr)

- Gefangenentransporter - Ausstellung von zwei DDR-Gefangenentransportern, ausgestattet mit mobilen Hörstationen.

Ehemalige politische Häftlinge berichten über ihre Erfahrungen

- "Wo landeten die inhaftierten Aufständischen des 17. Juni?" - Shuttle-Transfer um 16.30, 17.30 und 18.30 Uhr zur Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

- "Revolution und Mauerfall" - Open-Air-Ausstellung der Robert-Havemann-Gesellschaft

- Spezialitäten von Street-Food-Anbieter "Milchmädchen"

Initiates file download Veranstaltungsflyer als PDF

Der Eintritt ist frei.

Ort:

Ehemalige Stasi-Zentrale

Ruschestraße 103

10365 Berlin

 

Veranstalter:

Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR Karl-Liebknecht-Straße 31/33

10178 Berlin

Telefon: (030) 23 24-89 18

Fax: (030) 23 24-71 79

E-Mail: veranstaltungen(at)bstu.bund.de

 

Mitveranstalter:

Stasimuseum Berlin

Gedenkstätte Berlin Hohenschönhausen

Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.

UOKG - Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft e.V.

 

15.06.2017

Buchvorstellung mit anschließender Podiumsdiskussion zum Thema: Staatssicherheit an der Charité

Im Auftrag der SED nahm die Staatssicherheit die größte medizinische Einrichtung der DDR, die Charité, zunehmend in den Griff. Mit von der Partie waren die Leitungsorgane der Klinik und der Humboldt-Universität sowie die Spitzen der Volkspolizei und des Ministeriums für Hoch- und Fachschulwesen. Es entstand eine geheime Parallelwelt. Überwachungen, Lauschangriffe, Denunziationen und Verrat waren an der Tagesordnung. Trotzdem zeigten Einzelne des Klinikpersonals Eigensinn und Zivilcourage, so dass die Geheimpolizei an ihre Grenzen stieß.

Buchvorstellung: „Staatssicherheit an der Charité“

Dr. Jutta Begenau, Medizin-Soziologin und Autorin

Vortrag: „Die Charité zwischen Selbstreinigung und Auflösung 1990-95“

Prof. Dr. em. Harald Mau, Facharzt für Kinderchirurgie, 1990-95 Dekan der Medizinischen Fakultät, Mitglied des Vorstandes der Ärztekammer Berlin

 

Im Podium diskutieren:

Dr. Jutta Begenau

Prof. Dr. Harald Mau

Dr. Helmut Müller-Enbergs, Historiker

Moderation: 

Prof. Dr. Sabine Schleiermacher, Medizin-Historikerin an der Charité

Termin: 15. Juni 2017, 19 Uhr

Ort: Berliner Medizinhistorisches Museum, Hörsaalruine, Charitéplatz, Berlin-Mitte

Veranstalter: 

Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, Metropol-Verlag, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Robert-Havemann-Gesellschaft e.V

Die Robert-Havemann-Gesellschaft wird gefördert durch den Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Einladungskarte als pdf

Opens external link in new windowBeitrag vom Kulturradio des rbb

Dagmar Hovestaedt, Pressesprecherin des BStU, stellt den Autor Peter Wensierski vor.
Lesung mit dem Autor Peter Wensierski und dem Schauspieler Konstantin Buchholz.
Im Podium sprachen, moderiert von Dagmar Hovestaedt, die Zeitzeuginnen Kathrin Mahler-Walther und Susanne Krug mit dem Autor.

05.04.2017

Buchvorstellung: Die unheimliche Leichtigkeit der Revolution Wie eine Gruppe junger Leipziger die Rebellion in der DDR wagte

Sie sind jung, sie sind frech, sie verweigern sich dem System und fordern den Staat heraus. Sie wollen sich nicht mehr anpassen. Sie wohnen gemeinsam in Leipziger Abrisshäusern, planen in langen Nächten am See ihre nächsten Aktionen, drucken heimlich Flugblätter, feiern in ihrer illegalen Nachtbar bis der Morgen anbricht. Am Tag demonstrieren sie in der ersten Reihe. Sie werden von der Stasi verfolgt, aber mit jeder neuen Aktion verlieren sie ein Stückchen mehr Angst und die Diktatur an Kraft. Deutschland erlebt zum ersten Mal in der Geschichte eine gelungene demokratische Revolution.

 

Aus dem Programm:

- Begrüßung Roland Jahn (BStU)

- Lesung mit dem Autor Peter Wensierski und dem Schauspieler Konstantin Buchholz

- Präsentation von historischen Videos, Fotos, Tondokumenten

- Zeitzeugengespräch mit Kathrin Mahler-Walther und Susanne Krug, moderiert von Dagmar Hovestädt (BStU)

Zeit: 05. April 2017, 19 Uhr

Ort: Ehemalige Stasi-Zentrale "Haus 22" Ruschestraße 103, 10365 Berlin

Veranstalter: Deutsche Verlags-Anstalt, Robert-Havemann-Gesellschaft und der Spiegel Buchverlag


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Dr. Jens Gieseke vom Zentrum für Zeithistorische Forschung hält den Einführungsvortrag.
Im Podium diskutieren: Dr. Jens Gieseke; Ruth Hoffmann, Autorin des Buches „Stasi-Kinder“; Dr. Uwe Krähnke, Mitautor der Studie "Im Dienst der Staatssicherheit
Eine soziologische Studie über die hauptamtlichen Mitarbeiter des DDR-Geheimdienstes"
Moderation: Dr. Falco Werkentin, Soziologe, Berlin

29.03.2017

Kader für die Firma – Personalentwicklung und Lebenswelt der Stasi

Die ostdeutsche Geheimpolizei nahm ihre Tätigkeit 1950 mit rund 2.700 Mitarbeitern auf. Neues Personal musste rasch angeworben und ausgebildet werden, was anfangs viele Probleme machte. 1955 gab es schon ca. 15.000, 1965 etwa 30.000, 1975 rund 60.000 und 1989 über 91.000 Hauptamtliche. Ganze Familien waren über mehrere Generationen für die Stasi tätig. Oft wird unterschätzt, dass auch unter den Mitarbeitern des MfS strengste Geheimhaltung galt. Selbst Freunde und Familienangehörige durften nichts über die eigentliche Tätigkeit erfahren. So entwickelte sich eine eigene Lebenswelt in von Stasi-Angehörigen dominierten Wohnvierteln. Das tschekistische Milieu war geprägt von Misstrauen, Isolation, Unterwürfigkeit, Karrierestreben und extremem Spießertum.

 

Initiates file downloadVortrag: Dr. Jens Gieseke, Historiker, Abteilungsleiter beim Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam

Im Podium diskutieren:

Dr. Jens Gieseke

Ruth Hoffmann, Journalistin, Hamburg (Autorin des Buches „Stasi-Kinder“)

Dr. Uwe Krähnke, Soziologe, Universität Leipzig

Moderation: 

Dr. Falco Werkentin, Soziologe, Berlin

Zeit: 29. März 2017, 19 Uhr

Ort: Landesvertretung Sachsen-Anhalt, Luisenstraße 18, Berlin-Mitte

Fahrverbindung: Fern-, S- und U-Bhf. Friedrichstraße, Bus 147

Veranstalter: Robert-Havemann-Gesellschaft e.V und  der Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen

Einladungskarte als PDF

25.01.2017

Erich Mielke – Das Gesicht der Stasi

Die Veranstaltung soll den historischen Ort der Stasi bestimmen. Es geht daher weniger um den stalinistischen Spießer Mielke, als um die Stellung der DDR-Geheimpolizei im 20. Jahrhundert. Die Person Mielkes wird daher als Spiegel geheimdienstlicher Tätigkeit betrachtet.
Der Schwerpunkt liegt bei der Stasi, der Mielke sein Gesicht gab.

 

Initiates file downloadVortrag: Dr. Klaus Bästlein (unkorrigiert), Historiker und Jurist, Referent beim Berliner Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen

Im Podium diskutieren

Dr. Klaus Bästlein

Dr. Heribert Schwan, Journalist und Mielke-Biograf

Prof. Dr. Bernd Stöver, Historiker, Potsdam

Moderation: Harald Asel, Journalist, RBB-Inforadio, Historiker

Ort: Rathaus Mitte, Robert-Havemann-Saal, Karl-Marx-Allee 31, Berlin-Mitte

Veranstalter: Robert-Havemann-Gesellschaft e.V,  der Berliner Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen  in Kooperation mit dem RBB-Inforadio

Flyer für alle geplanten Veranstaltungen des LStU im 1. Halbjahr 2017

 

 

©Rolf Walter/Robert-Havemann-Gesellschaft

06.01.2017

Einmal Stasi – immer Stasi? Der „Fall Andrej Holm“ und der gesellschaftliche Umgang mit der jüngsten Vergangenheit

Seit über 25 Jahren stellen persönliche Verwicklungen mit dem Ministerium für Staatssicherheit ein öffentliches Erregungsthema dar. Wenn es um die Stasi geht, scheint es kaum möglich, eine abwägende Debatte zu führen. Dabei geht es eigentlich um die Frage, wie viel Geschichte unsere Gegenwart aushält. Im Normalfall gibt es keine glatte, bruchfreie Biographie, sondern die meisten sind mit der jeweiligen Zeit widersprüchlich verbunden. Kaum jemand war nur Held und kaum jemand nur Schurke.

Die Debatte um den jüngst zum Staatssekretär berufenen Soziologen Andrej Holm stellt so auch ein Lehrstück dar, bei dem die vielen Diskussionslinien kaum noch zu erkennen sind. Im Gespräch mit Andrej Holm und dem Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk soll debattiert werden, worum es geht: um die reale Vergangenheit oder um unseren Umgang heute mit unserer Geschichte? Ist was schiefgelaufen in dieser Debatte? Warum eignet sich Geschichte immer wieder dazu, von allen politischen Lagern instrumentalisiert zu werden? Wie verlaufen in dieser Debatte die Grenzlinien? Geht es auch um historische Fragen? Sollen bestimmte politische Ansätze mit „Geschichte als Argument“ bekämpft werden? Müssen wir uns fragen, ob die Aufarbeitung angesichts der erregten Debatten um die Verwicklungen eines sehr jungen Menschen in das SED-Regime gescheitert ist?
Solche und andere Fragen sollen im Einführungsreferat, im Podiumsgespräch und im Gespräch mit dem Publikum besprochen werden.

Impulsvortrag: Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, assoziierter Forscher der Robert-Havemann-Gesellschaft, Berlin

Podium: Staatssekretär Dr. Andrej Holm, Berlin und Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk

Moderation: Ulrike Bieritz, Redakteurin rbb

Zeit: 06. Januar 2017, 19.00 Uhr

Ort: Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Prenzlauer Allee 227-228, 10405 Berlin

Veranstalter: Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., mit freundlicher Unterstützung durch  das Amt für Weiterbildung und Kultur - Museum Pankow

Dokumente:

Begrüßung durch den Geschäftsführers der Initiates file downloadRobert-Havemann-Gesellschaft.

Initiates file downloadImpulsreferat des assoziierten Forschers der Robert-Havemann-Gesellschaft E.V. gehalten auf der Veranstaltung "Einmal Stasi – immer Stasi? Der „Fall Andrej Holm“

Opens external link in new windowLive-Video der Podiumsdiskussion und Bericht von rbb24.de

03.01.2017

"Der unbequeme Dichter" – 40 Jahre Ausbürgerung Wolf Biermanns

Im Rahmen der Veranstaltung der Point-Alpha-Stiftung "Der unbequeme Dichter" – 40 Jahre Ausbürgerung Wolf Biermanns - wird die Ausstellung der Robert-Havemann-Gesellschaft "Der Mut der Wenigen: Protest – Repression – Solidarität. Folgen einer Ausbürgerung“ gezeigt. 

Schwerpunkt der Ausstellung sind die bislang unbekannteren Proteste gegen die Ausbürgerung Biermanns angefangen von Petitionen über Protestresulutionen, offenen und anonymen Solidaritätserklärungen in Betrieben, Schulen, Universitäten und Militär, Unterschriftensammlungen, Einzel- und Gruppenproteste bis zur Verbreitung von Texten und Liedern. Der Staat reagiert mit Verhaftungen, Exmatrikulationen, Ausbürgerungen. Nicht alle lassen sich davon entmutigen. Im Westen aber auch in der DDR erheben sich Stimmen der Solidarität mit den politischen Gefangenen.

24. November - 03. Januar 2017

Ort: Haus auf der Grenze, Platz der deutschen Einheit 1, 36419 Geisa

Link zur Veranstaltungsseite von Point Alpha