Nachlässe/Persönliche Archivbestände

Neben den Schriftgutbeständen mit den Überlieferungen von Gruppen, Initiativen und Vereinigungen der Oppositions- und Bürgerbewegung der DDR sind die persönlichen Archivbestände und Nachlässe von besonderer Bedeutung und Aussagekraft. Von den hier aufgeführten 93 Beständen sind nur einige wenige noch nicht erschlossen. Zu finden sind hier Nachlässe und persönliche Archivbestände von bekannten Persönlichkeiten, wie Robert Havemann, Wolfgang Ullmann, Gerd und Ulrike Poppe, Roland Jahn, Heiko Lietz, Wolfgang Templin, Bärbel Bohley und Marianne Birthler, sowie Bestände von unbekannteren Personen, die oftmals nur einen bis einige wenige Bände bzw. Dokumente enthalten. In ihrer Gesamtheit zeigen diese Bestände ein breites Bild von oppositionellem und widerständigem Handeln in der DDR.

Vorderseite der vorangestellten Karte von Roland Bude v. 14. Oktober 1955 nach der Entlassung aus dem Straflager in Workuta an seinen Sohn und seine Eltern, geschrieben vom Grenzbahnhof Brest.
(Persönlicher Archivbestand Roland Bude)
14. Oktober 1955. Karte von Roland Bude nach der Entlassung aus dem Straflager in Workuta an seinen Sohn und seine Eltern, geschrieben vom Grenzbahnhof Brest.
(Persönlicher Archivbestand Roland Bude)
Am 20. und 21. September 1968 verteilt Bernd Eisenfeld in Halle etwa 100 selbstgefertigte Flugblätter, mit denen er gegen den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die CSSR protestiert. Während dieser Aktion wird er verhaftet. Im Februar 1969 wird er zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
(Persönlicher Archivbestand Bernd Eisenfeld)
2. Juni 1972. Kassiber von Lutz-Peter Naumann aus der Untersuchungshaftanstalt des MfS Potsdam an seine Freundin mit Informationen zur bevorstehenden Gerichtsverhandlung. Wegen "staatsfeindlicher Hetze" wird er am 14. Juni 1972 zu vier Jahren Haft verurteilt. Am 6. Oktober 1972 wird er amnestiert und in die Bundesrepublik Deutschland entlassen.
(Nachlaß Lutz Peter Naumann)
Voderseite der vorangestellten Postkarte von Roland Jahn v. 30. April 1983, abgeschickt in Ost-Berlin, an den nach West-Berlin ausgebürgerten Ex-Jenenser Peter Rösch.
30. April 1983, Postkarte, abgeschickt in Ost-Berlin, an den nach West-Berlin ausgebürgerten Ex-Jenenser Peter Rösch. Der kurze Text in der Handschrift von Roland Jahn, der wenig später, im Juni 1983, gewaltsam in den Westen abgeschoben wurde, besteht nur aus zwei Zeilen: "... und im Mai da blüht der Flieder" - Matthias Domaschk liebte weißen Flieder. Es grenzt schon fast an Wunder, daß diese Karte überhaupt die Zensur passierte und von der DDR-Post befördert wurde. Sie war ein Protest gegen das staatliche Verschweigen der Vorgänge in der Geraer Untersuchungshaftanstalt, die Matthias Domaschk ums Leben brachten. Die Textzeilen auf der Karte stammen aus dem Refrain des Liedes "Matz" von Peter Kähler.
(Postkarte: Roland Jahn, Persönlicher Archivbestand Peter Rösch)
Undatiert. Brief der drei "grenzfall"-Redakteure Peter Grimm, Peter Rölle und Reiner Dietrich (IM "Cindy") an Roland Jahn (West-Berlin), in dem sie sich u.a. für die Belieferung mit Farbe und Matrizen bedanken. Nach seiner gewaltsamen Abschiebung im Juni 1983 ist Roland Jahn Unterstützer, Kontaktperson und Stimme der DDR-Opposition in der Bundesrepublik.
(Persönlicher Archivbestand Roland Jahn)
Dokument der Kontakttelefon-Gruppe, die sich nach den Verhaftungen während der Luxemburg/Liebknecht-Demonstration am 17. Januar 1988 in Berlin bildete. Neben Notizen über Telefongespräche wird auch festgehalten, wo Protestaktionen in der DDR organisiert werden. Diese Notizen bringen heute überraschende Erkenntnisse, da die fehlende Öffentlichkeit in der DDR ein Bekanntwerden über das wahre Ausmaß der Solidarität verhindert hatte.
(Persönlicher Archivbestand Marianne Birthler)
September 1989. Gründungsaufruf des Neuen Forums - "Aufbruch 89" mit handschriftlichen Korrekturen von Katrin Eigenfeld.
(Persönlicher Archivbestand Katrin Eigenfeld)

Halbrock, Christian

Lebensdaten

Geb. 1963 in Crivitz; da er kein Abitur machen darf, ab 1980 Ausbildung zum Elektromonteur im VEB Schiffselektronik in Rostock; Berufsschulverbot wegen Tragens eines „Schwerter zu Pflugscharen-Aufnähers“; nach Beendigung der Lehre kein Arbeitsplatz und zunächst in einer kirchlichen Einrichtung in Lobetal bei Berlin als Hilfspfleger tätig; 1983 Umzug nach Berlin in ein besetztes Haus; verschiedene Tätigkeiten auf einem Friedhof, bei der Volkssolidarität und in einem kirchlichen Buchladen; seit 1982 Kontakte zu kirchlichen Umweltkreisen, z.B. an Aktionen gegen den Bau einer Autobahn bei Schwerin oder gegen die Umweltverschmutzung durch die Chemiewerke in Wolfen und Bitterfeld beteiligt, diverse Verhaftungen; 1986 Mitbegründer des Friedens- und Umweltkreises der Pfarr- und Glaubensgemeinde in Berlin-Lichtenberg, einem Vorläufer der im September desselben Jahres gegründeten Umwelt-Bibliothek; Mitglied im Gemeindekirchenrat der Zionsgemeinde; 1993-1998 Studium der Geschichte und Ethnologie an der Humboldt-Universität Berlin; anschließend Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung, 2004 Promotion; Vorstandsmitglied, später Vorstandsvorsitzender des Bürgerkomitees 15. Januar e.V., seit 2007 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsabteilung der Stasiunterlagenbehörde.
 
Bestand

Laufzeit: 1959-1998
Umfang: 0,5 lfm bzw. 8 Bde.
Findmittel: Findbuch
Signatur: CH
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Korrespondenz (1983-1989); Arbeitsunterlagen/thematische Sammlungen: Friedens- und Umweltkreis der Pfarr- und Glaubensgemeinde Berlin-Lichtenberg, Umwelt-Bibliothek Berlin, Friedensdekaden, Ev. Kirche in der DDR, Dokumentensammlung zur Person Wolfgang Janisch; Samisdat aus der DDR.

Havemann, Katja

Lebensdaten

Geb. 1947 in Neubarnim (als Annedore Grafe); 1968 Abschluss der Berufsausbildung (Landwirtschaft) mit Abitur; 1968-1969 Ökonomiestudium in Berlin-Karlshorst, abgebrochen, um im Kinderheim zu arbeiten; 1969-1973 Heimerzieherin in Berlin, Erzieherstudium in Hohenprießnitz bei Leipzig; seit 1969 Bekanntschaft mit Wolf Biermann u. Robert Havemann; 1974 Heirat mit Robert Havemann; November 1976 bis Mai 1979 den Hausarrest für R. Havemann und die MfS-Schikanen zusammen überstanden und abgewehrt; 1979-1989 verschiedene Jobs, u.a. in einer Keramik-Werkstatt mit Bärbel Bohley und in einer Autowerkstatt; 1982 Frauen für den Frieden; 1986 Initiative Frieden und Menschenrechte; 1989 Mitbegründerin des Neuen Forums; September 1990 Besetzung des Archivs in der MfS-Zentrale in Berlin; 1994 Mitbegründerin des Bürgerbüros zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur; seit 1990 Arbeit in verschiedenen Projekten mit Behinderten und benachteiligten Jugendlichen.
 
Bestand

Laufzeit: 1986-1994
Umfang: 5 Bde.
Findmittel: Initiates file downloadFindbuch
Signatur: KH
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Korrespondenz (1986-1989); Listen mit Unterzeichnern des Gründungsaufrufes des Neuen Forums aus allen DDR-Bezirken; maschinenschriftlicher Durchschlag der Eingabe von Mitgliedern der Initiative Frieden und Menschenrechte an den IX. Parteitag der SED (1986), Unterlagen zur Besetzung des Archivs in der MfS-Zentrale in Berlin-Lichtenberg (September 1990).

Havemann, Robert

Lebensdaten

Geb. 1910 in München; gestorben 1982 in Grünheide; 1929 Abitur; 1929-1933 Chemiestudium in München und Berlin; 1932-1933 Praktikant am Kaiser-Wilhelm-Institut (KWI) für Physikalische Chemie; 1933-1935 Mitglied der Widerstandsgruppe Neu Beginnen; 1935 Promotion; 1937-1943 wissenschaftlicher Assistent am Pharmakologischen Institut der Universität Berlin; 1942-1943 Versteck von untergetauchten Juden und Zusammenarbeit mit illegal organisierten Zwangsarbeitern; März 1943 Habilitation; 15.7.1943 Gründung der Widerstandsgruppe Europäische Union (mit Georg Groscurth, Paul Rentsch und Herbert Richter); 5.9.1943 Verhaftung durch die Gestapo; 16.12.1943 Todesurteil des Volksgerichtshofs; 1943-1945 Gefangener im Todestrakt des Zuchthauses Brandenburg; 8.5.1943 Hinrichtung von G. Groscurth, P. Rentsch und H. Richter, mehrmaliger Aufschub der Hinrichtung Havemanns wegen vorgeblich kriegswichtiger Forschungen; 27.4.1945 Befreiung aus dem Zuchthaus Brandenburg durch die Rote Armee; Mai/Juni 1945 Verwaltungsdirektor des Krankenhauses Berlin-Britz; 1945-1948 Leiter der KWI in Berlin-Dahlem; 1946 Professur für Kolloidchemie an der Universität Berlin; 1946-1948 Kontaktperson des sowjetischen Geheimdienstes; 1949 Wahl in den 3. Deutschen Volkskongress und danach in die Volkskammer der DDR als Abgeordneter für den Kulturbund; 1950 im Februar fristlose Entlassung aus dem KWI durch den Senat von Berlin-West, Übersiedelung in die DDR; 29.6.1951 Aufnahme in die SED; 1952 ordentlicher Professor für angewandte physikalische Chemie und Direktor des gleichnamigen Instituts der Humboldt-Universität Berlin (HUB); 25.2.1956 Verpflichtung als Geheimer Informator des MfS; 1956 nach dem XX. Parteitag der KPdSU Beginn der öffentliche Auseinandersetzung mit der SED-Führung; 6.5.1961 Wahl zum Korrespondierenden Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften (DAW); Wintersemester 1963/64 Vorlesung „Naturwissenschaftliche Aspekte philosophischer Probleme“; 1964 Eröffnung des OV „Leitz“ durch das MfS, Ausschluss aus der SED, fristlose Entlassung als Hochschullehrer und Hausverbot an der HUB; April 1964 hauptamtlicher Leiter der Arbeitsstelle für Photochemie der DAW, 23.12.1965 fristlose Entlassung und Hausverbot; 24.3.1966 statutenwidrige Streichung aus der Mitgliederliste der DAW; 1968 Verteidigung der Reformen des Prager Frühlings; November 1970 erste Überlegungen des MfS, Havemann aus der DDR auszubürgern; 26.11.1976 nach Protest gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns Verurteilung durch das Kreisgericht Fürstenwalde zu Hausarrest; 9.5.1979 Aufhebung des Hausarrestes; 20.6.1979 Verurteilung zu einer Geldstrafe von 10000 Mark wegen angeblicher Devisenvergehen; Oktober 1979 Havemanns „Zehn Thesen zum 30. Jahrestag der DDR“ erscheinen in westlichen Zeitungen; Januar 1982 Berliner Appell „Frieden schaffen ohne Waffen“ (mit Rainer Eppelmann); zahlreiche Veröffentlichungen.
 
Bestand

Laufzeit: 1742-2005
Umfang: 12 lfm bzw. 330 Bde.
Findmittel: Initiates file downloadFindbuch
Benutzungsbeschränkungen: zum Teil für MfS-Akten
Signatur: RH
Inhalt:

I. Nachlass Robert Havemann:

  • Offizielle und persönliche Korrespondenz (1930-1982); Offene Briefe an Helmut Schmidt und Leonid Breshnew (1981) zur militärischen Abrüstung und Wiedervereinigung Deutschlands mit Unterschriftenlisten sowie Berliner Appell „Frieden schaffen ohne Waffen“ (1982); Betreffakten aus beruflicher und öffentlicher Tätigkeit, darunter Kaiser-Wilhelm-Institute, Humboldt-Universität, Arbeitsstelle für Photochemie der Akademie der Wissenschaften, Kulturbund; Autobiographische, politische und naturwissenschaftliche Manuskripte sowie Manuskripte anderer Autoren, darunter Stefan Heym: Fünf Tage im Juni; Lebensdokumente, darunter Notizen, Adressbücher, Taschenkalender, Todesurteil des Volksgerichtshofs 1943, Zeugenaussage im Nürnberger Juristenprozess 1947;
  • Materialsammlung Robert Havemanns; Publikationen von und über Robert Havemann sowie deutsch- und fremdsprachige Ausgaben der Bücher Robert Havemanns; persönliche und offizielle Fotografien.


II. Ergänzungsdokumentation aus unterschiedlicher Provenienz zum Nachlass:

  • MfS-Akten (Kopien): OV „Leitz“ (MfS AS 91/67, AU 145/90, AOP 5469/89, 17396/91 22048/91 „Leitz“;
  • Aktenkopien aus anderen Archiven (BArch, SAPMO-BArch, Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Archiv der Humboldt-Universität, Archiv der Max-Planck-Gesellschaft) über Robert Havemann; hier auch Kopien von Gestapo- und Volksgerichtshofsakten aus dem Verfahren gegen die Widerstandsgruppe Europäische Union (Georg Groscurt, Robert Havemann, Paul Rentsch, Herbert Richter u.a.);
  • Dokumentensammlungen von Familienangehörigen;
  • Dokumentensammlungen von Ernst Piper, Dieter Hoffmann, Ehrhart Neubert, Horst Büschner, Wolf Biermann;
  • Protokoll der Robert-Havemann-Tagung 1994 „Pflicht zum eigenen Urteil“;
  • Ton- und Videodokumente.

Zu den online recherchierbaren Verzeichnungseinheiten des Bestands

Heller, Klaus

Lebensdaten

Geb. 1960 in Jena; 1975-1978 Spezialschule für Musik in Weimar; 1978-1982 Hochschulstudium an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar, Fach Violine; anschließend Orchestermusiker an den Bühnen der Stadt Magdeburg; November 1985 Einberufung zum Wehrdienst, Festnahme und Einlieferung in die Untersuchungshaftanstalt Stendal wegen Nichtbefolgung des Einberufungsbefehls, 6.11.1985 Anklage durch den Militärstaatsanwalt Stendal, welche am 29.11.1985 zurückgezogen wurde.

Bestand

Laufzeit: 1982-1986
Umfang: 1 Bd.
Findmittel: Findbuch
Signatur: KHe
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Unterlagen zur Wehrdienstverweigerung sowie zur Anklage wegen Nichtbefolgung des Einberufungsbefehls (z.T. Kopien aus dem Militärarchiv Freiburg).

Hermann, Jan

Lebensdaten

Geb. 1962 in Pulsnitz/Sachsen; Krankenpfleger; in den 1980er Jahren Kontakte zur Jenaer Friedensbewegung; Mitarbeit bei der Herstellung illegaler Druckschriften, Verbindung zu oppositionellen Kreisen in Berlin; Mitarbeit in der DDR-weit agierenden Wehrdiensttotalverweigerer-Gruppe; 1988 Gründung einer Umweltgruppe in Brandenburg; 1989 Aktivitäten im Zusammenhang mit der Überwachung der Kommunalwahl im Mai 1989; 1989 Teilnehmer am Gründungstreffen des Neuen Forums und einer der Erstunterzeichner des Gründungsaufrufes; 1990-1992 maßgeblich am Aufbau von regionalen und überregionalen Strukturen des Neuen Forums beteiligt; Landessprecher des Landesverbandes Brandenburg; Mitglied im Republiksprecher-, dann im Bundeskoordinierungsrat; Stadtverordneter in der Stadtverordnetenversammlung Brandenburg (Sprecher der Fraktion Neues Forum/Grüne).

Bestand

Laufzeit: 1989-2000
Umfang: 41 Bde.
Findmittel: Initiates file downloadFindbuch
Signatur: JHe
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Neues Forum (Bundesverband, Landesverbände Brandenburg und Sachsen, Neues Forum in der Stadtverordnetenversammlung Brandenburg); Korrespondenz (v.a. als Gründungsmitglied des Neuen Forums 1989-1990); Chronologie 1989-2000 anhand persönlicher Unterlagen; Unterlagen zum Stolpe-Untersuchungsausschuss; Einzeldokumente aus verschiedenen oppositionellen Gruppen und Bürgerbewegungen sowie von Seminaren der Friedensbewegung; Materialsammlung zur Auflösung des MfS.

Hesse, Henrike

Lebensdaten

Geb. 1942 in Jena; 1960 Abitur; 1960-1964 Studium der Ur- und Frühgeschichte, Völkerkunde und Anthropologie in Leipzig und Jena, Abschluss: Diplom-Prähistorikerin; bis 1996 wissenschaftliche Mitarbeiterin in Museen und Universitäten; seit 1996 freiberufliche Tätigkeit; in den 1980er Jahren Arbeitskreis Homosexuelle Selbsthilfe in der Gethsemanekirche Berlin und Mitglied des „Sonntags-Clubs“, in den 1990er Jahren Mitglied im Verein „Lila Archiv“.
 
Bestand

Laufzeit: 1985-2004
Umfang: 14 Bde.
Findmittel: Datenbank
Signatur: HHe
Inhalt: Persönliche Unterlagen: Manuskripte, Korrespondenz, Tagungsunterlagen, Materialsammlung „Homosexualität in der DDR“ (1985-2003); Schriftgut des Sonntags-Clubs: Protokolle von Sitzungen des Klubrates und Mitgliederversammlungen, Korrespondenz, Veranstaltungsankündigungen, Informationen, Unterlagen der Interessengruppe Geschichte (1987-1998); Materialien aus Arbeitskreisen Homosexualität unter dem Dach der Ev. Kirche in verschiedenen Städten der DDR (1985-1990); AG Lesben in der GEW (1993-2004).

Hildebrand, Gerold

Lebensdaten

Geb. 1955; Krankenpfleger; seit Mitte der 1970er Jahre Mitarbeit in der Offenen Arbeit und in verschiedenen Oppositionsgruppen (Jena, Umwelt-Bibliothek Berlin, Kontakttelefon Gethsemanekirche, DDR-weiter Arbeitskreis Wehrpflichtproblem); 1993 Pressesprecher beim Neuen Forum Berlin; 1993-1997 Mitarbeiter der Robert-Havemann-Gesellschaft; 1997-2005 Studium der Sozialwissenschaften;  Abschluss: Diplom-Sozialwissenschaftler.

Bestand

Laufzeit: 1974-1995
Umfang: 0,8 lfm bzw. 35 Bde.
Findmittel: Initiates file downloadFindbuch
Signatur: GH
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Manuskripte/Aufzeichnungen (1975-1991); Korrespondenz (1974-1992), darunter von Michael Stockelbusch zum Tod von Matthias Domaschk; Arbeitsunterlagen/thematische Sammlungen: verschiedene Friedens- und Oppositionsgruppen, Offene Arbeit, Ost-West-Kontakte; Zweidrittelweltgruppen (u.a. Künstler in Aktion gegen den Hunger in Afrika, Nicaragua-Arbeitskreis „19.7.“ Berlin); Wehrdienstverweigerungsgruppen (1987-1995), v.a. Freundeskreis Wehrdiensttotalverweigerer Berlin; Materialsammlungen (u.a. Kunst/Kultur, Osteuropa); Samisdat aus der DDR/kirchliche Grauschriften.

Zu den online recherchierbaren Verzeichnungseinheiten des Bestands

Hinkeldey, Wolfgang

Lebensdaten

Geb. 1952 in Jena; Anfang der 1970er Jahre tätig als Beleuchter im Stadttheater Jena, Mitglied im Arbeitskreis Literatur und Lyrik; November 1976 Unterzeichner der Petition der Berliner Schriftsteller gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann; 1977 Abschiebung aus der U-Haft nach West-Berlin.

Bestand

Laufzeit: 1969-1977
Umfang: 1 Bd.
Findmittel: Findbuch
Signatur: WH
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Korrespondenz (1973-1975), darunter Briefe und Einladungen von der FDJ-Bezirksleitung Gera zu Bezirkspoetenseminaren und Literaturwettbewerben; Lebensdokumente, u.a. Entlassungsurkunde aus der Staatsbürgerschaft der DDR; Gedichte von Wolfgang Hinkeldey.

Hirsch, Ralf

Lebensdaten
Geb. 1960 in Berlin; 1974 Austritt aus der FDJ; 1976 erste Kontakte zur kirchlichen Jugendarbeit; 1977 wegen „fehlgeleiteter politischer Anschauungen“ Einweisung in das Jugendhaus Hummelshain, Abschluss einer Schlosserlehre; 1979 Entlassung mit Auflagen für drei Jahre; Schlosser im Transformatorenwerk Berlin; 1980 Mitarbeit im Kirchhofsbüro der Auferstehungsgemeinde, Mitorganisator von Blues-Messen in der Samariterkirche und Mitglied des dortigen Friedenskreises; 1982-1984 Bausoldat; 1984 Sachbearbeiter bei der Ev. Kirche, Organisator verschiedener Veranstaltungen kirchlicher Jugendarbeit, u.a. der jährlichen Friedenswerkstatt; 1986 Gründungsmitglied und Sprecher der „Initiative Frieden und Menschenrechte“; Mitarbeit an der Samisdat-Zeitschrift „grenzfall“; Januar 1988 Verhaftung nach der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration, Februar Ausweisung ohne Rückkehrrecht, ab Mai Angestellter im Landesamt für zentrale soziale Aufgaben in West-Berlin; 1990-1991 Mitarbeiter im Büro des Regierenden Bürgermeisters Walter Momper, Zuständigkeit für Ost-West-Kontakte; seit 1992 Angestellter beim Berliner Senat.
 
Bestand
Laufzeit: 1981-1990
Umfang: 0,2 lfm bzw. 9 Bde.
Findmittel: Findbuch
Signatur: RHi
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Korrespondenz (1986-1988); Arbeitsunterlagen/thematische Sammlungen: DDR-Friedens- und Oppositionsbewegung (allgemein), Friedenskreis der Samaritergemeinde Berlin, Initiative Frieden und Menschenrechte, Ev. Kirche der DDR, Osteuropa, Ost-West-Kontakte; Samisdat aus der DDR.

Zu den online recherchierbaren Verzeichnungseinheiten des Bestands

Holtfreter, Bernd

Lebensdaten
Geb. 1951 in Rostock, gest. 2003 in Berlin; 1968 nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ Druck von Flugblättern gegen den Einmarsch der NVA in die CSSR; 1970-1973 Autoschlosser; Filmvorführer bei der DEFA; Ankleider im Deutschen Theater Berlin; 1973-1977 Messgehilfe im Kombinat für Geodäsie und Kartographie; ab Mitte der 1970er Jahre Mitglied in verschiedenen oppositionellen Gruppen und Zirkeln in Berlin; ab 1975 Facharbeiter für Vermessungstechnik; 1977-1978 NVA; 1978-1979 Telegramm- und Eilzusteller bei der Deutschen Post; 1979-1987 VEB Energiekombinat; ab 1984 Bürgerinitiative Oderberger Straße 15 („Hirschhof“); 1985-1987 Stellvertretender Vorsitzender des WBA 56 (Oderberger Straße in Berlin); 1987-1990 Vorsitzender des WBA 56; 1987-1989 VEB Automatisierungsbetrieb Berlin als Fachverantwortlicher Aufnahmeleitung und Betriebsökonomie; 1989-1991 Geschäftsführer und Gesellschafter im BasisDruck Verlag Berlin; 1991 Mitbegründer des „Aktionsbündnis W.B.A.“; 1993-1994 Organisation des Diskussionsforums Prenzlauer Berg (Forum Stadterneuerung Prenzlauer Berg); 1995-2003 Mitglied des Abgeordnetenhauses, Fraktion der PDS, Baupolitischer Sprecher, Mitglied im Untersuchungsausschuss Bankgesellschaft Berlin, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Stadtplanung und Stadtentwicklung, Mitglied der Betroffeneninitiative und des Sanierungsbeirates Teutoburger Platz; 1995 Gründer der Bürgerinitiative Stadtbad Oderberger Straße; 2000 bis 2003 Vorstandsmitglied der Genossenschaft Stadtbad Oderberger Straße e.G.
Bestand
Laufzeit: 1968-2002
Umfang: 1,3 lfm bzw. 39 Bde.
Findmittel: Findbuch
Signatur: BHo
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Korrespondenz (1982-2002); Lebensdokumente (1966-1997); Unterlagen der politischen Tätigkeit bis 1989: Wohnbezirksausschuss Oderberger Straße in Berlin, Bürgerinitiative Hirschhof, ab 1990: Aktionsbündnis W.B.A., BasisDruck Verlag, Bürgerinitiative zur Erneuerung des Stadtbades Oderberger Straße, Entweder-Oderberger e.V., Fraktion der PDS im Berliner Abgeordnetenhaus; verschiedene Initiativen zur Stadterneuerung; thematische Sammlungen zum Prager Frühling 1968, zur Kommunalwahl 1989 und zur Rettung von Bausubstanz im Prenzlauer Berg (1988/89); literarische Manuskripte von Autoren, die in der DDR nicht veröffentlicht wurden (Werner Theuer, Peter Rosenberg, Guntolf Herzberg, Ernst Guckel).

Zu den online recherchierbaren Verzeichnungseinheiten des Bestands

Hübener, Eckhart

Lebensdaten
Geb.: 1953 in Meyenburg (Mecklenburg); 1973 Abitur mit Berufsausbildung als Anlagentechniker; 1973 Beginn des Theologiestudiums am Sprachenkonvikt Berlin; 1973-1975 Bausoldat; 1975-1981 Fortsetzung des Studiums, Mitglied des Friedensarbeitskreises der Ev. Studentengemeinde Berlin; August 1981
Inhaftierung wegen des Versuchs, Solidarność-Materialien und Literatur in DDR zu schmuggeln, verurteilt zu einer Gefängnisstrafe von 15 Monaten; 1981-1985 Mitglied einer illegalen Gruppe in Berlin; 1982-1984 Vikar in Schwerin/Großer Dreesch; ab 1984 Pfarrer in der Gemeinde Rambow und Schwinkendorf im Kreis Waren; 1985 Mitglied der Arbeitsgruppe Frieden, des Mecklenburgischen Friedensseminars und der Initiative Blockfreiheit in Europa; 1988 Koordinator des grün-ökologischen Netzwerkes Arche in Mecklenburg; September 1989: Mitglied des Neuen Forums; Oktober 1989: Mitglied der Grünen Partei in der DDR; 1990-91 Mitglied des Bundeshauptausschusses der Grünen; ab 1991 kommunalpolitische Arbeit; 1999-2002 Pfarrstelle in Boltenhagen; seit 2002 Ruhestand, lebt wieder in Rambow bei Waren.


Bestand
Laufzeit: 1968-1999
Umfang: 1,0 lfm bzw. 37 Bde.
Findmittel: Findbuch
Signatur: EH
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt:

  1. Persönliche Unterlagen: Manuskripte/Aufzeichnungen und Korrespondenz,
  2. Thematische Arbeitsunterlagen: Friedensbewegung (u. a. Arbeitsgruppe Frieden Mecklenburg und Redaktion „Friedensnetz", Konkret für den Frieden, Friedensdekaden und -seminare), Ökologiebewegung (Grün-ökologisches Netzwerk Arche, Protest gegen Autobahnbau Wismar u. a.), Opposition und Bürgerbewegung (Menschenrechtsseminar, Initiative Frieden und Menschenrechte, Kommunalwahl 1989, Revolution 1989/90 in Mecklenburg) Ev. Kirche der DDR (Tagungsunterlagen, Berichte und Beschlüsse, v. a. zur Friedensproblematik, Ökumenische Versammlung), verschiedene Materialsammlungen (u. a. Frieden/Abrüstung, Vormilitärische Ausbildung/Wehrdienst, Bildung und Friedenserziehung, Ökologie);
  3. Sammlungen: Samisdat aus der DDR-Opposition und kirchliche Grauschriften.

Zu den online recherchierbaren Verzeichnungseinheiten des Bestands

Hurwitz, Harold

Lebensdaten
Geb. 1924 in den USA; Soziologiestudium an der Columbia University; 1946 als Zivilbeamter der US-Militärregierung nach Berlin gekommen; später Rundfunkjournalist und freier Auftragsforscher; 1949 „graduate student“ an der Freien Universität Berlin (FU Berlin); 1952-1954 anhand anonymer schriftlicher Fragebögen Untersuchung des Verhaltens der „heimlichen Leser“ der westdeutschen Zeitschrift „Der Monat“ aus der DDR; 1963 Promotion zum Dr. phil. mit seiner Untersuchung der „heimlichen Leser“ der westdeutschen Zeitschrift „Der Monat“ in der DDR; Anfang der 1960er Jahre soziologischer Berater in der Senatskanzlei für Willy Brandt und Egon Bahr; Willy Brandt beauftragte H. Hurwitz 1958, in einem kontinuierlichen Meinungsforschungsprogramm die politische Moral der Berliner Bevölkerung zu untersuchen; 1967 Wechsel an das Zentralinsitut für sozialwissenschaftliche Forschung der FU Berlin, zunächst für einige Monate als wissenschaftlicher Assistent von Prof. Dr. Richard Löwenthal, dann als Akademischer Rat; ab 1967 Arbeit an seinem „Berlin-Projekt“ mit dem ursprünglichen Titel „die Haltung der Berliner Bevölkerung in Krisenzeiten“, späterer Titel „Die politische Moral der Berliner Bevölkerung von 1945 bis heute“, endgültige Fassung „Demokratie und Antikommunismus in Berlin seit 1945“; 1972 Habilitation, Ernennung zum ordentlichen Professor am Fachbereich Politische Wissenschaft der FU Berlin; 1988 Versetzung in den Ruhestand auf eigenen Wunsch; 2012 verstorben.


Bestand
Laufzeit: 1882-2008
Umfang: 3,2 lfm bzw. 159 Bde.
Findmittel: Findbuch
Signatur: HH
Benutzungsbeschränkungen: zum Teil
Inhalt: Schriftgut, das im Laufe der Recherchen von H. Hurwitz zur Biographie von Robert Havemann und zur Nachkriegsgeschichte der deutschen Sozialdemokratie entstanden ist, u.a. Manuskripte zur Biographie Robert Havemanns; Aufzeichnungen von Gesprächen mit Familienangehörigen und Zeitzeugen; Sammlungen zu Robert Havemann, Elisabeth Havemann, Hans Havemann, Hans Erwin Havemann; Neu Beginnen (bis 1945); Neu Beginnen/Sozialdemokratie ab 1945 in Berlin; Recherchematerial zum historischen Umfeld; Anfragen an Archive und Privatpersonen.

Zu den online recherchierbaren Verzeichnungseinheiten des Bestands




Kontakt

Robert-Havemann-Gesellschaft e.V.
Archiv der DDR-Opposition
Ruschestraße 103
10365 Berlin

Rebecca Hernandez-Garcia
r.garcia(at)havemann-gesellschaft.de

Öffnungszeiten Archiv

Montag, Donnerstag,
Freitag 9 bis 16 Uhr;
Mittwoch 9 bis 20 Uhr

Anmeldung per E-Mail oder Telefon erbeten
Allgemeine Nutzungsbedingungen