Nachlässe/Persönliche Archivbestände

Neben den Schriftgutbeständen mit den Überlieferungen von Gruppen, Initiativen und Vereinigungen der Oppositions- und Bürgerbewegung der DDR sind die persönlichen Archivbestände und Nachlässe von besonderer Bedeutung und Aussagekraft. Von den hier aufgeführten 93 Beständen sind nur einige wenige noch nicht erschlossen. Zu finden sind hier Nachlässe und persönliche Archivbestände von bekannten Persönlichkeiten, wie Robert Havemann, Wolfgang Ullmann, Gerd und Ulrike Poppe, Roland Jahn, Heiko Lietz, Wolfgang Templin, Bärbel Bohley und Marianne Birthler, sowie Bestände von unbekannteren Personen, die oftmals nur einen bis einige wenige Bände bzw. Dokumente enthalten. In ihrer Gesamtheit zeigen diese Bestände ein breites Bild von oppositionellem und widerständigem Handeln in der DDR.

Vorderseite der vorangestellten Karte von Roland Bude v. 14. Oktober 1955 nach der Entlassung aus dem Straflager in Workuta an seinen Sohn und seine Eltern, geschrieben vom Grenzbahnhof Brest.
(Persönlicher Archivbestand Roland Bude)
14. Oktober 1955. Karte von Roland Bude nach der Entlassung aus dem Straflager in Workuta an seinen Sohn und seine Eltern, geschrieben vom Grenzbahnhof Brest.
(Persönlicher Archivbestand Roland Bude)
Am 20. und 21. September 1968 verteilt Bernd Eisenfeld in Halle etwa 100 selbstgefertigte Flugblätter, mit denen er gegen den Einmarsch von Truppen des Warschauer Paktes in die CSSR protestiert. Während dieser Aktion wird er verhaftet. Im Februar 1969 wird er zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.
(Persönlicher Archivbestand Bernd Eisenfeld)
2. Juni 1972. Kassiber von Lutz-Peter Naumann aus der Untersuchungshaftanstalt des MfS Potsdam an seine Freundin mit Informationen zur bevorstehenden Gerichtsverhandlung. Wegen "staatsfeindlicher Hetze" wird er am 14. Juni 1972 zu vier Jahren Haft verurteilt. Am 6. Oktober 1972 wird er amnestiert und in die Bundesrepublik Deutschland entlassen.
(Nachlaß Lutz Peter Naumann)
Voderseite der vorangestellten Postkarte von Roland Jahn v. 30. April 1983, abgeschickt in Ost-Berlin, an den nach West-Berlin ausgebürgerten Ex-Jenenser Peter Rösch.
30. April 1983, Postkarte, abgeschickt in Ost-Berlin, an den nach West-Berlin ausgebürgerten Ex-Jenenser Peter Rösch. Der kurze Text in der Handschrift von Roland Jahn, der wenig später, im Juni 1983, gewaltsam in den Westen abgeschoben wurde, besteht nur aus zwei Zeilen: "... und im Mai da blüht der Flieder" - Matthias Domaschk liebte weißen Flieder. Es grenzt schon fast an Wunder, daß diese Karte überhaupt die Zensur passierte und von der DDR-Post befördert wurde. Sie war ein Protest gegen das staatliche Verschweigen der Vorgänge in der Geraer Untersuchungshaftanstalt, die Matthias Domaschk ums Leben brachten. Die Textzeilen auf der Karte stammen aus dem Refrain des Liedes "Matz" von Peter Kähler.
(Postkarte: Roland Jahn, Persönlicher Archivbestand Peter Rösch)
Undatiert. Brief der drei "grenzfall"-Redakteure Peter Grimm, Peter Rölle und Reiner Dietrich (IM "Cindy") an Roland Jahn (West-Berlin), in dem sie sich u.a. für die Belieferung mit Farbe und Matrizen bedanken. Nach seiner gewaltsamen Abschiebung im Juni 1983 ist Roland Jahn Unterstützer, Kontaktperson und Stimme der DDR-Opposition in der Bundesrepublik.
(Persönlicher Archivbestand Roland Jahn)
Dokument der Kontakttelefon-Gruppe, die sich nach den Verhaftungen während der Luxemburg/Liebknecht-Demonstration am 17. Januar 1988 in Berlin bildete. Neben Notizen über Telefongespräche wird auch festgehalten, wo Protestaktionen in der DDR organisiert werden. Diese Notizen bringen heute überraschende Erkenntnisse, da die fehlende Öffentlichkeit in der DDR ein Bekanntwerden über das wahre Ausmaß der Solidarität verhindert hatte.
(Persönlicher Archivbestand Marianne Birthler)
September 1989. Gründungsaufruf des Neuen Forums - "Aufbruch 89" mit handschriftlichen Korrekturen von Katrin Eigenfeld.
(Persönlicher Archivbestand Katrin Eigenfeld)

Schluß, Henning

Lebensdaten

Geb. 1968 in Halle/Saale; 1985-1988 Berufsausbildung zum Elektroniker im Waggonbau Dessau, dort 1988 als Elektronikfacharbeiter tätig; 1988-1990 Diakonischer Friedensdienst in den Neinstedter Anstalten (inoffizieller Wehrersatzdienst); 1990-1994 Studium am Theologischen Seminar Paulinum; 1994-1996 Tätigkeit in der Hauskrankenpflege; 1994-1998 Studium Erziehungswissenschaften/Theologie Humboldt-Universität Berlin (HU Berlin); 1995-1998 Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung; seit 1998 Ausbildung zur Telefonberatung; 1998-2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HU Berlin; 2003 Promotion; seit 2003 wissenschaftlicher Assistent an der Abteilung Allgemeine Erziehungswissenschaft; 2003-2004 Forschungsprojekt „Sicherung von Videobändern zum DDR-Unterricht“; 2003 Habilitation; seit 2005 Leitung des DFG-Projektes „Rettung, Erschließung und Veröffentlichung im Internet von aufgezeichnetem Unterricht aus der DDR“; seit 2000 Mitglied des Institutsrates des Institutes für Allgemeine Pädagogik; seit 2002 Mitarbeit an den Religionsphilosophischen Schulprojektwochen; 2002-2005 Ausbildung zur Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung bei der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).

Bestand

Laufzeit: 1988-1990
Umfang: 1 Bd.
Findmittel: Findbuch
Signatur: HSchl
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Dokumente zur Wehrdienstverweigerung und zur Ableistung des Friedensdienstes in den Neinstedter Anstalten, u.a. Personalbögen, Kündigung, Lebenslauf, Korrespondenz.

Schneyer, Bernhard

Lebensdaten

Geb. 1938 in Leipzig; Diplom-Geologe; VEB Geologische Forschung und Erkundung Schwerin; 1963 Wehrdienstverweigerung; 1964 Einberufung zum Wehrdienst, nach Nichtfolgeleistung Verhaftung; Dezember 1964 Verurteilung zu 24 Monaten Gefängnis.

Bestand

Laufzeit: 1963-1994
Umfang: 1 Bd.
Findmittel: Findbuch
Signatur: BSch
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Dokumente zur Wehrdienstverweigerung (Kopien).

Schramm-Wekel, Luise

Lebensdaten

Mitglied des Neuen Forums, hier Finanzbeauftragte und in der Initiativgruppe, im Landessprecherrat (später Republiksprecherrat), im zentralen Arbeitsausschuss und im „Soli-Konto-Verteilerrat“ tätig. Außerdem engagiert im Gemeindekirchenrat der Berliner Gethsemanegemeinde.

 
Bestand

Laufzeit: 1989-1994
Umfang: 12 Bde.
Findmittel: Findbuch
Signatur: LSW
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt:

  1. Neues Forum: Arbeitsunterlagen aus der Tätigkeit als Mitglied der Initiativgruppe, des Republiksprecherrates und als Finanzbeauftragte, darunter: Gründung und Strukturierung des Neuen Forums, Republiksprecherrat, Republikforen, Finanzunterlagen, Öffentlichkeitsarbeit, Berliner Landesverband, Fachforum Wirtschaft und Westberliner Unterstützerverein „Freunde des Neuen Forums“,

  2. Thematische Sammlungen: Relegation von Schülern der EOS Carl von Ossietzky 1988 in Berlin-Pankow, Demonstration am 4.11.1989 in Berlin auf dem Alexanderplatz, Erstürmung der Stasi-Zentrale, Auflösung des MfS, Amtsmissbrauch und Korruption von politischen Amtsinhabern, Staatsvertrag, Kandidatur von Jens Reich zur Bundespräsidentenwahl 1994.

  3. Sammlung Samisdat aus der DDR

Schult, Reinhard

Lebensdaten

Geb. 1951 in Berlin; 1968-1971 Berufsausbildung als Maurer mit Abitur; Mitglied der Jungen Gemeinde; tritt als Schüler aus der FDJ aus und verweigert den Wehrdienst in der NVA; 1971/72 Theologiestudium am Sprachenkonvikt Berlin; danach Tätigkeit als Bauarbeiter und Heizer; 1976-1978 Bausoldat; 1979 Verhaftung, Verurteilung wegen „öffentlicher Herabwürdigung“ zu acht Monaten Haft; Engagement in verschiedenen oppositionellen Gruppen und Zirkeln: Friedenskreis der ESG Berlin, Illegale Gruppe (ohne Namen), Friedenskreis Friedrichsfelde, Gruppe Gegenstimmen, Kirche von Unten; 1989 Mitbegründer des Neuen Forums (NFo), Mitglied in der Initiativgruppe und im Berliner Arbeitsausschuss; Teilnehmer am Zentralen Runden Tisch (ZRT), Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Sicherheit des ZRT, die mit der Auflösung des MfS beauftragt war; ab März 1990 Leitung der „Operativen Gruppe“ des Staatlichen Komitees zur Auflösung des MfS; September 1990 Beteiligung an der Besetzung des Archivs in der ehemaligen MfS-Zentrale und am Hungerstreik, der die Auslagerung der Akten ins Bundesarchiv verhindert; 1991-1995 Abgeordneter der Gruppe NFo/Bürgerbewegung im Berliner Abgeordnetenhaus; 1992-1994 Mitglied des Bundeskoordinierungsrates des NFo; 1996 arbeitslos; 1997-2002 Vorsitzender des Bürgerkomitees „15. Januar“; heute Mitarbeiter in der Bürgerberatung beim LStU Brandenburg; 2000 Nationalpreis.
 
Bestand

Laufzeit: 1975-2000
Umfang: 3,4 lfm bzw. 119 Bde.
Findmittel: Initiates file downloadFindbuch
Signatur: RSch
Benutzungsbeschränkungen: teilweise für Unterlagen zur MfS-Auflösung
Inhalt: Manuskripte (1975-1994); Korrespondenz (1977-1996); Lebensdokumente; thematische Sammlungen/Arbeitsunterlagen zur politischen Tätigkeit bis 1989, darunter: Friedenskreis der ESG Berlin, Geschichtskreis, Philosophiezirkel, Menschenrechtsseminar 1986, Friedenskreis Friedrichsfelde, Kirche von Unten, Kirchentag von Unten 1987 in Berlin, Frieden Konkret, Ev. Kirche, Luxemburg-Liebknecht Demonstration Januar 1988, Ost-West-Kontakte, Materialsammlung (u.a. IWF/Weltbank, KPD); Thematische Sammlungen/Arbeitsunterlagen zur politischen Tätigkeit ab Herbst 1989, darunter: Neues Forum (Gründungsphase, Landesverband Berlin, Abgeordnetenhaus Berlin); Zentraler Runder Tisch (u.a. von der Arbeitsgruppe „Sicherheit“); MfS-Auflösung (v.a. von der Operativen Gruppe des Staatlichen Komitees zur Auflösung des MfS); weitere Arbeitsunterlagen (u.a. Parteien und Gruppen aus dem Herbst 1989, Regierungsbildung/-verhandlungen, Bündnis 90, Parlamentarische Aktivitäten der Bundestagsabgeordneten Ingrid Köppe, Wahlen); wissenschaftliche Studien/Arbeiten; Samisdat aus der DDR/kirchliche Grauschriften, Pressespiegel und Dokumentationen.

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Schwarz, Falkner

Lebensdaten

1988-1989 Bausoldat in Bautzen.
 
Bestand

Laufzeit: 1988-1989
Umfang: 1 Bd.
Findmittel: Findbuch
Signatur: FS
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Dokumente im Zusammenhang mit der Ableistung des Wehrdienstes als Bausoldat, u.a. Schulterklappen, Ausgangskarte, Einberufungsüberprüfung, Holzschnitte zum Thema Waffenverweigerung, Frieden.

Seelig, Marion

Lebensdaten

Geb. 1953; 1961 Übersiedlung des Vaters nach West-Berlin; 1971 Abitur, danach Volontariat bei der „Berliner Zeitung“, im Anschluss redaktionelle Mitarbeiterin; Zulassung zum Journalistikstudium verweigert; 1974-75 Redakteurin in Berlin im Haus für Kulturarbeit; 1975-1989 freiberufliche Autorin von Hörspielen, Erzählungen und Gedichten; 1982 Mitunterzeichnerin der Eingabe gegen das neue Wehrdienstgesetz; 1986 Mitorganisatorin des Menschenrechtsseminars in Berlin-Friedrichsfelde und Mitglied der Gruppe Gegenstimmen; 1987 Mitarbeit in der Kirche von Unten; 1988 Mitglied der Gruppe „Konkrete Solidarität“; 1989/90 Mitbegründerin und Sprecherin der Vereinigten Linken, Teilnehmerin am Zentralen Runden Tisch, Redakteurin bei der Wochenzeitung „die andere“ und bei der „Weltbühne“; ab Dezember 1990 Mitglied der PDS-Fraktion (später: Die Linke) im Abgeordnetenhaus von Berlin, ab 1995 stellvertretende Fraktionsvorsitzende; 1999 Mitglied der PDS (später: Die Linke); 2013 verstorben.

Bestand

Laufzeit: 1975-2006
Umfang:  31 Bde.
Findmittel: Initiates file downloadFindbuch
Signatur: MS
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt:

1.    Unterlagen publizistischer Tätigkeit: Manuskripte und gedruckte Belege von Publikationen, Unterlagen redaktioneller und journalistischer Tätigkeit, u. a. der Wochenzeitung „die andere“

2.    Unterlagen politischer Tätigkeit

DDR-Opposition bis 1989: Zionsgemeinde Berlin-Mitte, Kirche von Unten, Friedrichsfelder Friedenskreis, Gruppe Gegenstimmen, IWF-Gruppe, Gruppe Konkrete Solidarität (Verwaltung der Spenden nach den Verhaftungen anlässlich der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration 1988 in Ost-Berlin), Relegierungen von Schülern der EOS Carl-von-Ossietzky in Berlin-Pankow

Revolution 1989/90: Vereinigte Linke, Zentraler Runder Tisch u.a.

Politische Tätigkeit ab 1990: Gruppe zur Vorbereitung einer gesamtdeutschen Oppositionskonferenz, thematische Materialien aus der Tätigkeit in der PDS-Fraktion (später Fraktion Die Linke) im Berliner Abgeordnetenhaus, darunter zur Auseinandersetzung um das Profil der Partei, Stasi-Unterlagen-Gesetz, Überprüfung von Politikern auf Verbindungen zum MfS, Rechtsextremismus, Polizeireform, Kriminalität

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Seidel, Jutta und Eberhard

Lebensdaten

Jutta Seidel

Geb. 1950 in Brandenburg; 1971-1977 Studium der Zahnmedizin in Berlin; 1971 Evangelische Studentengemeinde Berlin; 1975 Heirat mit Eberhard Seidel; 1982 Mitbegründerin der „Frauen für den Frieden“; 1983 Ermittlungsverfahren wegen oppositioneller Aktivitäten unter dem Vorwand „landesverräterischer Nachrichtenübermittlung“; 1984 Gruppe „Ärzte für den Frieden“; 1989 Mitbegründerin der Bürgerbewegung Neues Forum, Mitinitiatorin der Großdemonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4. November; 1989/1990 Arbeitsgruppe „Sicherheit“ des Zentralen Runden Tisches in der DDR; 1990 Geschäftsführerin der DDR-Sektion „Ärzte in sozialer Verantwortung“ der IPPNW; 1991 Vorstandsmitglied der gesamtdeutschen Sektion der IPPNW; Delegierte der Berliner Zahnärztekammer und der Bundeszahnärztekammer; 2000 Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung.


Eberhard Seidel

Geb. 1949 in Leipzig; 1970-1975 Medizinstudium in Berlin und Promotion; 1970 Mitarbeit in der Evangelischen Studentengemeinde Berlin, u. a. als Vertrauensstudent; 1984 Gruppe „Ärzte für den Frieden“, Mitarbeit bei der Berliner Friedenswerkstatt und im Netzwerk kirchlicher und unabhängiger Friedensgruppen wie „Konkret für den Frieden“; 1985 Herausgeber der ersten ökologiekritischen Darstellung zur Verwendung von Uran, „Pechblende“; 1989 Mitbegründer der Bürgerbewegung Neues Forum, Mitinitiator der Großdemonstration auf dem Berliner Alexanderplatz am 4. November; 1989/1990 Arbeitsgruppe „Wahlgesetz“ des Zentralen Runden Tisches in der DDR; 1990 Mitglied in der ersten freigewählten Stadtverordnetenversammlung in Ost-Berlin, Mitglied im ersten frei gewählten Vorstand der DDR-Sektion „Ärzte in sozialer Verantwortung“ der IPPNW; 1991 Vorstandsmitglied der gesamtdeutschen Sektion der IPPNW, Vorstand der Berliner Ärztekammer; 2000 Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung.

 
Bestand

Laufzeit: 1952-2000
Umfang: 125 Bde., 18 O., 2 Karteikästen, 1 Archivbox A3, 5,5 lfm
Findmittel: Initiates file downloadFindbuch
Signatur: SEI
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt:

  1. Kalender, Notizbücher und Korrespondenz
  2. Unterlagen der DDR-Opposition: Frauen für den Frieden, unabhängige Friedensbewegung, Initiative zum Nachweis des Wahlbetruges anlässlich der Kommunalwahl 1989
  3. Unterlagen aus der Revolution 1989/90: Bürgerbewegung Neues Forum, Unterlagen aus der Tätigkeit am Zentralen Runden Tisch (Jutta Seidel in der AG „Sicherheit", Eberhard Seidel in der AG „Wahlgesetz), Sammlung von Aufrufen, Erklärungen, Offenen Briefen und ersten Dokumenten aus den neuen Bürgerbewegungen und Parteien; im Samisdat publizierte Gedächtnisprotokolle von am 7. und 8. Oktober in Ost-Berlin Verhafteten
  4. Unterlagen der Gruppe „Ärzte für den Frieden“ in Ost-Berlin, der DDR-Sektion „Ärzte in sozialer Verantwortung“ (ab 1990) und der  gesamtdeutschen IPPNW (ab 1991); Bestand des Sekretariats der alten DDR-Sektion der IPPNW (bis 1990)
  5. Rechercheunterlagen zum Forschungsprojekt „MfS und IPPNW“
  6. Sammlungen: Samisdat, kirchliche Grauschriften, Studien und Dokumentationen, Auszeichnungen (darunter: Artur-Becker-Medaille der FDJ, Verleihung des Titels „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“)

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Sell, Meta u. Weimann, Mike

Lebensdaten
Meta Sell
Geb. 1954 in Jena; 1976 Diplom-Agraringenieurin, 1981 Promotion, 2000 Diplom-Pädagogin; Offene Arbeit mit Kindern (Bauspielplatz Kolle37, 1989-2007); Gründung und Mitarbeit in einer Schule in freier Trägerschaft (Netzwerk-Schule, seit 2007); Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands des Vereins Netzwerk Spiel/Kultur Prenzlauer Berg e.V. (seit 1990).
Mike Weimann
Geb. 1953 in Weimar; 1977 Diplom-Meteorologe; 2000 Diplom-Pädagoge; wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Meteorologischen Dienst der DDR,1977-1979 Aerologisches Observatorium Lindenberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften der DDR, 1979-1989 Heinrich-Hertz-Institut für Atmosphärenforschung; ab 1991 Offene Arbeit mit Kindern (Kinderrechtsgruppe KRÄTZÄ); seit 2007 Gründung und Mitarbeit in einer Schule in freier Trägerschaft; seit 1997 Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des Vereins Netzwerk Spiel/Kultur Prenzlauer Berg e.V..


Gemeinsame Aktivitäten:
1984 Gründung der Gruppe „Eltern mit mehrfach-schwerstbehinderten Kindern“,
1986 erste Eingabe an die Volkskammer
1986 Mitarbeit bei der Gruppe Spielwagen Berlin
1989 Versuch von Mike Weimann, eine Rede auf dem IX. Pädagogischen Kongress zu halten, zweite Eingabe an die Volkskammer

Bestand
Laufzeit: 1982-1993
Umfang: 1 lfm. bzw. 41 Bde.
Findmittel: Findbuch
Signatur: SW
Benutzungsbeschränkungen:
Inhalt: Persönliche Unterlagen: Bescheinigungen, Formulare und Briefwechsel, Betreff: Aufnahme des Sohnes in einer Sonderkrippe, Wohnungswechsel, Installation eines Telefonanschlusses, Freistellung vom Reservistenwehrdienst und Reiseanträge in die Bundesrepublik;

  1. Unterlagen aus öffentlicher und politischer Tätigkeit: Eingaben, Offene Briefe, Manuskripte, Notizen und Korrespondenz, darunter: Eingabe an die Volkskammer 1986 und offener Brief, ebenfalls an die Volkskammer, 1989; Schriftgut zum Versuch, eine Rede auf dem VI. Pädagogischen Kongress im Mai 1989 zur Situation schwerstbehinderter Kinder und ihrer Eltern halten. Unterlagen aus der Tätigkeit in folgenden Gruppen und Verbänden: „Eltern mit mehrfach-schwerstbehinderten Kindern“, Gruppe Spielwagen Berlin, Arbeitsgruppe „Spielzeug“, Gruppe Spielwagen Berlin, Berliner Behindertenverband, Arbeitsgruppe „Bildung für alle“; ab Herbst 1989 Initiativen, Arbeitsgruppen und Gremien, die sich der Reform der Bildungs- und der Behindertenpolitik im weitesten Sinne annahmen, darunter: Runder Tisch Berlin, Arbeitsgruppe „Pädagogische Rehabilitation physisch-psychisch Geschädigter“ im Ministerium für Bildung und „Volksinitiative Bildung“;

  2. Thematische Materialsammlungen: DDR-Opposition, darin: Materialien aus der Initiative Frieden und Menschenrechte, aus dem  Weißenseer Friedenskreis, Unterlagen zu den Verhaftungen im Januar 1988 im Umfeld der Luxemburg-Liebknecht-Demo in Ost-Berlin und zur Relegation von Schülern der EOS „Carl-von-Ossietzky“ im Oktober 1988; Bürgerbewegung 1989/90: Einzeldokumente aus dem Neuen Forum, dem Demokratischen Aufbruch und der SDP; Schriftgut zum Protest gegen Wahlfälschung nach der Kommunalwahl am 7.5.1989. Kleinere Materialsammlungen zu den Themenkreisen „Literatur in der DDR“ und „Politik der Perestrojka in der UdSSR“.

Zu den online recherchierbaren Verzeichnungseinheiten des Bestands

Sello, Wolfram (Tom)

Lebensdaten

Geb. 1957 in Meißen; 1974-1977 Berufsausbildung zum Baufacharbeiter in Riesa; 1977 Abitur; 1977-1979 Wehrdienst in der NVA; 1979-1990 Maurer in Berlin; ab 1980 Mitarbeit in verschiedenen oppositionellen Gruppen, ab 1987 in der Umwelt-Bibliothek Berlin; 1988-1993 Redakteur der Samisdat-Zeitschrift „Umweltblätter“, später „telegraph“; September 1990 Beteiligung an der Besetzung des Archivs in der früheren MfS-Zentrale in Berlin-Lichtenberg, Mitorganisator der Mahnwache während der Besetzung, Mitbegründer des Matthias-Domaschk-Archivs; seit 1993 Mitarbeiter der Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., 1998-2016 Mitglied im Fachbeirat Archive der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; mehrere Veröffentlichungen.
 
Bestand

Laufzeit: 1971-1994
Umfang: 1,0 lfm bzw. 42 Bde.
Findmittel: Initiates file downloadFindbuch
Signatur: TS
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Manuskripte/Aufzeichnungen; Korrespondenz (1985-1993); Unterlagen zu Auseinandersetzungen im SHB Möbel Berlin aus dem Herbst 1989; Arbeitsunterlagen und thematische Sammlungen aus der politischen Tätigkeit, darunter: Umwelt-Bibliothek Berlin, Redaktion „Umweltblätter“ und „telegraph“, zur Kommunalwahl 1989, DDR-Umweltbewegung, Ev. Kirche, Ost-West-Kontakte, Antifa-Gruppe, Herbst 1989/Bürgerbewegung, Hausbesetzung, IWF, MfS-Auflösung, Wehrdienstverweigerung, Silvio Meier; Samisdat aus der DDR.

Siegel, Klaus-Dieter

Bestand

Laufzeit: 1978-1979
Umfang: 1 Bd.
Findmittel: Findbuch
Signatur: KDS
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Briefe an Klaus-Dieter Siegel von Matthias Domaschk während seiner Armeezeit 1978/79.

Simon, Hans

Lebensdaten

Geb. 1935 in Krayna; 1953 Relegation von der Erweiterten Oberschule Droyßig im Zusammenhang mit dem Kampf der FDJ gegen die Jungen Gemeinden der Ev. Kirche; 1957 Abitur; anschließend Theologiestudium Berlin-Zehlendorf; Pfarramt in Göllingen, Kyffhäuser, Brielow bei Brandenburg; 1984-1987 Pfarramt in der Zionsgemeinde Berlin-Mitte, wo von 1986 bis 1989 die Umwelt-Bibliothek (UB) angesiedelt war, wiederholte Auseinandersetzungen mit dem Rat des Stadtbezirkes Berlin-Mitte wegen der UB, bis 1989 Vorsitzender des Gemeindekirchenrates der Zionsgemeinde; 1991 Verdienstorden des Landes Berlin; 1997 Ruhestand.

Bestand

Laufzeit: 1984-1993
Umfang: 1 Bd.
Findmittel: Findbuch
Signatur: HS
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Manuskripte, u.a. zur Ev. Kirche im Sozialismus und zur Umwelt-Bibliothek Berlin.

Stabe, Carola

Lebensdaten

Geb. 1955 in Templin; 1973-1977 Studium Geschichte und Russisch an der Humboldt-Universität Berlin, 1975 kurzzeitige Verhaftung wegen einer Veröffentlichung über die Gulags in der UdSSR; 1977 Lehrerin in Potsdam; April 1988 bis Dezember 1989 Initiatorin, Gründerin und Leiterin der Gruppe ARGUS (Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung) in Potsdam; ab Sommer 1988 Aufbau eines Netzwerkes für Umweltgruppen im Kulturbund der DDR; Juni 1989 Mitorganisatorin des 1. Potsdamer Pfingstbergfestes; Juli 1989 Entlassung aus dem Schuldienst wegen „konterrevolutionärer Tätigkeit“; Mitverfasserin des Gründungsaufrufes für eine Grüne Liga; 24.11.1989 Gründungsmitglied der Grünen Partei der DDR, gleichzeitig Mitglied im Sprecherrat der Grünen Liga; 5.12.1989 Beteiligung an der Besetzung der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit in Potsdam und am gleichen Tag Gründung eines Rates der Volkskontrolle; am Zentralen Runden Tisch in Berlin Vertreterin der Grünen Liga in der Arbeitsgruppe „Ausländerfragen“; Teilnehmerin am Runden Tisch im Bezirk Potsdam für die Grüne Liga; Dezember 1989 bis April 1990 Leiterin des Büros der Grünen Liga im Haus der Demokratie in Potsdam; Mai 1990 bis Juli 1992 Bundesgeschäftsführerin der Grünen Liga e. V., ab 1991 Mitglied der Vorbereitungsgruppe der Bundesregierung zur Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Brasilien; Gründungs- oder Beiratsmitglied verschiedener Vereine und Stiftungen, wie „Haus der Demokratie“ e.V., Stiftung für demokratische Willensbildungsprozesse und der Stiftung Demokratische Jugend; 1994 berufliche und politische Rehabilitierung; ab 1994 Projekte gegen Rechtsextremismus, für demokratische Beteiligung und zur Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte; 2005 Produktion von Film- und Kunstprojekten zur Geschichte der DDR; 2011 Mitbegründerin der Gemeinschaft der Verfolgten des DDR-Systems

Bestand

Laufzeit: 1985-1991
Umfang:  10 Bde.
Findmittel: Findbuch
Signatur: CS
Benutzungsbeschränkungen: keine

Inhalt:

Persönliche Unterlagen: Mitgliedsbuch Kulturbund der DDR 1988, Mitteilung über die Entlassung aus dem Schuldienst aus politischen Gründen 1989, Schriftverkehr mit Behörden und Betrieben nach Eingaben; Arbeitsunterlagen und thematische Materialsammlungen: ARGUS, Grüne Liga, Grüne Partei, Revolution 1989/90 (vorwiegend im Bezirk Potsdam)

Dokumentation der Bewerbung um einen Studienplatz für Medizin: Korrespondenz, Zeugnisse, Anträge und Beurteilungen; Unterlagen von der Wehrdienstzeit als Bausoldat in Saßnitz/Rügen (1970-1982); Manuskripte (überwiegend für Vorträge, 1983-1999); Korrespondenz (1978-1996); Arbeitsunterlagen und thematische Sammlungen (1980-1993) zur Friedensbewegung, Revolution 1989/90, Gemeindepartnerschaft mit einer ev. Gemeinde in den Niederlanden, zum Arbeitskreis „Christliche Mediziner in sozialer Verantwortung“ Halle und zur IPPNW, zu den drei Vollversammlungen der ökumenischen Versammlung für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, zum Runden Tisch des Bezirks Halle

Stapel, Eduard

Lebensdaten

Geb. 1953 in Bismark; Abitur; Studium der Journalistik; Theologiestudium; Initiator kirchlicher Arbeitskreise Homosexualität; 1983/84 Vikar in Magdeburg; 1984/85 Predigerseminar in Brandenburg; 1985-1990 Angestellter für Schwulen-Arbeit bei der Ev. Stadtmission Magdeburg; 1990 Initiator und Gründungsvorstandsmitglied des Schwulenverbandes in der DDR/Deutschland; 1990/91 Bundesgeschäftsführer des Schwulenverbandes in der DDR/Deutschland; Mitglied der Gesellschaft für Sexualwissenschaft; 1991-1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Runder Tisch –  Sächsisches Bildungswerk; 1995-1997 Mitarbeiter der Forschungsstelle der Gesellschaft für Sexualwissenschaft in Leipzig; 1996 Bundesverdienstorden für den Aufbau der DDR-Schwulenbewegung; 1997-2000 Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen-Anhalt, seit 1999 Kreistagsmitglied; 2003 Zivilcourage-Preis des Berliner Christopher Street Day (CSD); mehrere Veröffentlichungen.
 
Bestand

Laufzeit: 1983-2000
Umfang: 0,6 lfm bzw. 17 Bde.
Findmittel: Initiates file downloadFindbuch
Signatur: ESt
Benutzungsbeschränkungen: teilweise Rücksprache erforderlich
Inhalt: Manuskripte, Interviewtexte, Vorträge und Notizen (1983-1999); Korrespondenz (1984-1996); Arbeitsunterlagen/thematische Sammlungen: Homosexuelle Arbeitskreise und -gruppen, darunter: Sonntags-Club Berlin, Arbeitskreis Homosexuelle Selbsthilfe in der Bekenntnisgemeinde Berlin-Treptow, Gruppe Schwule in der Kirche, Arbeitskreis Homosexuelle Selbsthilfe – Lesben in der Kirche in der Gethsemanegemeinde Berlin, Arbeitskreis „Jonathan“ Karl-Marx-Stadt, Chemnitzer Lesben- und Schwuleninitiative e.V., Gesprächskreis für Homosexuelle Cottbus, Kirchlicher Arbeitskreis Homosexualität Dresden, Erfurter Lesben- und Schwulenarbeitskreis in der ESG, Arbeitskreis Homosexualität bei der ev. Stadtmission Halle/Saale, Arbeitskreis Homosexuelle Liebe in der ESG Jena, Arbeitskreis Homosexualität Plauen, Arbeitskreis Homosexualität in der Stadtmission Magdeburg, Koordinierungsgruppe der kirchlichen Arbeitskreise Homosexualität in der DDR; Arbeitsunterlagen zum Thema Homosexualität, Materialsammlung zum Thema Aids.

Stieler, Helmut

Lebensdaten

Geb. 1948 in Berlin, aufgewachsen in Kinderheimen; 1954-1966 Schulen in verschiedenen Orten;1965-1968 Ausbildung im VEB Elektrokohle Berlin zum Maschinen- und Betriebsschlosser; 1966-1970 Abitur an der Volkshochschule; 1968-1970 Schlosser im VEB Elektrokohle Berlin-Lichtenberg und VE Fleischkombinat Berlin, Gelegenheitsarbeiten; ab 1969 jährlich im Sommer Gruppenleiter in Ferienlagern; 1970-1972 Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin, Sektion Psychologie, Abbruch; 1972 Gelegenheitsarbeiten; 1972-1973 Wehrdienst, Unteroffiziersschüler; 1973-1976 verschiedene Arbeitsstellen, u. a. ADN-Nachrichtendienst, Gasboiler-Werkstatt, GASAG-Zählerwerkstatt, Deutsches Theater, Ev. Diakonissenhaus Berlin-Teltow; 1976-1979 Pädagogikstudium am Institut für Lehrerbildung Berlin, Abschluss als Heimerzieher und Unterstufenlehrer für Kunsterziehung und Werken; 1979-1981 Tätigkeit als Heimerzieher im Bezirk Frankfurt (Oder), Verweigerung des Beitritts in die Einheitsgewerkschaft FDGB und in die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft, Auseinandersetzungen wegen der Praxis in Kinderheimen, verschiedene Eingaben mit Kritik am Volksbildungssystem; 21.4. – 19.11.1981: Verhaftung und Verurteilung zu sieben Monaten Freiheitsentzug wegen „Öffentlicher Herabwürdigung“ staatlicher Institutionen; nach Entlassung Berufsverbot; 1982 nach hartnäckigen Beschwerden und Eingaben Arbeitsplatz als Hilfsheizer im VEB Rationalisierung Berlin; 1984 nach Entlassung aus dem VEB Rationalisierung Gelegenheitsarbeiten, Tätigkeit als Gruppenleiter in den Sommerferien, schriftstellerische Tätigkeit, oppositionelle Literaturkreise im Prenzlauer Berg; 1985 Mitglied der Initiative Frieden und Menschenrechte; 1990 Kinderbetreuung im Berliner Haus der Demokratie; 1990-1991 Ausbildung zum Waldorfpädagogen; 1991 juristische Rehabilitierung; 1993-1994 Tätigkeit als Heimerzieher, ab 1999 Mitarbeit an einem Forschungsprojekt des Bürgerbüro e. V. zur Untersuchung der sozialistischen Erziehung in DDR-Kinderheimen und Jugendwerkhöfen; gestorben im November 2014

Bestand

Laufzeit: 1959-2014
Umfang:  72 Bde.
Findmittel: Findbuch
Signatur: HSt
Benutzungsbeschränkungen: Sperrung einiger Bände mit ärztlichen Gutachten und Stellungnahmen
Inhalt:

  • Unterlagen aus privater Lebensführung (1965 bis 2014): Ausweise, Mitgliedskarten, Geburtsurkunden, Lebensläufe, Kalender und Notizbücher
  • Unterlagen zur Haft (1980-1984): Belege der Vorgeschichte (Disziplinarverfahren und fristlose Entlassung nach Kritik am Volksbildungssystem über Eingaben und Leserbriefe); Schriftgut zum Gerichtsverfahren am Kreisgericht Beeskow, zur Verurteilung wegen „öffentlicher Herabwürdigung“ des Ministeriums für Volksbildung und zur Haft
  • Unterlagen zu Rehabilitierung und Entschädigung (1990-2007): Anträge, Korrespondenz und Bescheide
  • Unterlagen zu Ausbildung und beruflicher Tätigkeit: Schulzeit, Lehre, Studium und einzelne berufliche Stationen
  • Manuskripte und Aufzeichnungen (1980er Jahre bis 2014): Lyrik, Kurzprosa und Prosa und
  • Unterlagen zu eigenen Filmen (1997-2013): Ankündigungen, Cover-Texte und Korrespondenz
  • Korrespondenz (1973-2014)
  • Unterlagen zur DDR-Opposition und Revolution (1977-1991): Unterschriftensammlungen und Erklärungen der DDR-Opposition und aus Osteuropa, Initiative Frieden und Menschenrechte, Aufrufe und Erklärungen aus dem Herbst 1989
  • Forschungsprojekt „Heimerziehung in der DDR“: Korrespondenz, Konzepte, Berichte, Rechercheunterlagen, Arbeitsmaterialien und Aufzeichnungen

Zu den online recherchierbaren Verzeichnungseinheiten des Bestands

Synofzik, Ewald

Lebensdaten

Ingenieur; Mitinitiator der unabhängigen Gewerkschaft „Reform“ im Geräte- und Reglerwerk Teltow im Herbst 1989


Bestand

Laufzeit: 1953-1990
Umfang: 3 Bde.
Findmittel: Findbuch
Signatur: SY
Benutzungsbeschränkungen: keine
Inhalt: Strafverfügung des Volkspolizeikreisamtes Wittenberg für Ewald Synofzik vom 22.6.1953 wegen Nichteinhaltung der Sperrzeiten nach dem Aufstand vom 17. Juni 1953; Unterlagen zur unabhängigen Gewerkschaft „Reform“ im Geräte- und Reglerwerk Teltow und zu weiteren unabhängigen Personalvertretungen in weiteren Betrieben des Landes Brandenburg.




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